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"Polizeiruf 110" aus Rostock Ich bin dann mal weg – Charly Hübners bemerkenswerter Abgang

Charly Hübner im "Polizeiruf 110"
Bei seinem letzten Fall im "Polizeiruf 110" fuhr der von Charly Hübner gespielte Alexander Bukow im Auto einfach davon.
© NDR/Christine Schroeder / ARD
Am Ende fuhr er einfach in seinem Wagen davon: Mit Charly Hübners unerwartet unblutigem Abgang aus der "Polizeiruf"-Reihe ist den Machern ein echtes Kunststück gelungen – das Auswirkungen auf die Zukunft hat.

Die Zuschauer mussten vorher mit dem schlimmsten rechnen: Schon vor der Ausstrahlung der "Polizeiruf"-Folge "Keiner von uns" war bekannt, dass es Charly Hübners letzter Einsatz als Kommissar Alexander Bukow sein würde. Und es stand zu befürchten, dass der bärige Ermittler die Serie nicht lebend verlässt.

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. So wurden im "Tatort" der Hamburger Cenk Batu (Mehmet Kurtulus), der Bremer Hauptkommissar Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) oder zuletzt der Weimarer Lessing (Christian Ulmen) im Dienst erschossen. Auch für die Kriminaloberkommissarin Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) aus Münster sowie die Kölner Kriminalassistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstedt) endete ihr Dienst tödlich.

Die Befürchtungen waren umso begründeter, als dass sämtlichen Medienvertretern die Schlussviertelstunde von Hübners finalem "Polizeiruf"-Einsatz verwehrt wurde. Die Vorführung endete an der Stelle, als sich der von ihm verkörperte Kommissar Bukow in einen Kugelhagel begibt.

"Polizeiruf 110": Charly Hübner fährt davon

Doch den Machern dieser Folge (Buch: Eoin Moore und Anika Wangard, Regie: Eoin Moore) ist eine Überraschung gelungen: Bukow überlebte die Schießerei, machte sich dabei aber erneut die Finger schmutzig, indem er einen Mann ermordete. Daraus zog er schließlich Konsequenzen: Bukow quittierte den Dienst und fuhr in seinem Wagen davon. Um im Kopf wieder klarzukommen, wie er sagt.

Die große Frage war bis zur letzten Minute: Würde ihn seine Freundin und mittlerweile Verlobte Katrin König (Anneke Kim Sarnau) begleiten? Das konnte eigentlich keine Option sein, denn schon vorab war bekannt geworden, dass Sarnau künftig ohne Charly Hübner weitermacht – dafür mit dessen echter Ehefrau Lina Beckmann an ihrer Seite. 

Was vermutlich auch der Hauptgrund ist, weshalb sich die Autoren für ein unblutiges Ende entschieden: Hätte König ihren zukünftigen Ehemann verloren, hätte das die ohnehin schon vom Schicksal gezeichnete Ermittlerfigur noch weiter beschwert. 

So aber ist das Kunststück gelungen, Charly Hübner einen Ausstieg zu gewähren, der den anderen Charakteren ein Weitermachen möglich macht. Am Ende von "Keiner von uns" geschieht etwas im Rostocker "Polizeiruf" sehr Seltenes: Katrin König lächelt. Die Zuschauer haben allen Grund, es ihr angesichts dieses schönen Schlusses gleichzutun.

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