HOME

Stern Logo Tatort

"Tatort"-Kritik: Für eine Handvoll Waffen

Ein Waffenhändler flüchtet, eine Limousine überschlägt sich, Kommissare geraten in einen Hinterhalt. "Der Polizistinnenmörder" ist ein Roadmovie-"Tatort" mit einer Prise Western, irgendwo im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz. Skurril, aber spannend.

Von Kathrin Buchner

Es gibt "Tatort"-Folgen, die sind so herausragend, dass man als Kritiker ins Schwärmen gerät, ja geradezu verzückt ist. "Borowski und die heile Welt" (2009) ist so ein Fall. Die Sozialstudie einer Mutter, die ihr eigenes Kind ermordet, hat Tiefgang, Spannung, Relevanz und wurde mit Mut zu leisen Tönen und zur Reduktion inszeniert. Schwere Kost, die sich lohnt.

Jetzt hat der Schweizer Regisseur Florian Froschmayer wieder einen "Tatort" inszeniert und dabei alles anders gemacht. Am Bodensee driftet er in seichte Gewässer ab: Es wird geballert, was das Zeug hält, es gibt Verfolgungsjagden zu Wasser und zu Land. Schnellboote peitschen über den See, eine Limousine fliegt durch die Luft. Der Plot ist abenteuerlich, die Optik opulent, der Bodensee als Wintermärchen, Schaffhausen wird von seiner malerischsten Seite gezeigt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind allzu klar gezogen: Die Schurken verschieben illegal Waffen in Krisengebiete und verdienen ihr Geld mit dem Blut Unschuldiger, eine junge Polizistin muss sterben, im Konstanzer Kommissariat tarnen sich zwei Maulwürfe.

Viel zu viele Handlungsstränge für einen Krimi, dem im Wesentlichen nur eine Funktion zukommt: die deutsch-schweizerische Freundschaft zu zementieren. Verhandelt doch die ARD gerade mit dem Schweizer Fernsehen über eigene "Tatort"-Folgen mit Stefan Gubser als Kommissar Reto Flückiger, der bereits zum zweiten Mal Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) Amtshilfe leistet.

Von Anfang an ist das Tempo hoch: Unter der Leitung von Blum stürmt ein Bataillon bestausgerüsteter Sondereinsatzkräfte die Wohnung eines Waffenhändlers. Der kann entkommen und flüchtet in die Schweiz, wo ihn die Kollegen dingfest machen. Der "Tatort" als Roadmovie: Den größten Teil von "Der Polizistinnenmörder" nimmt der Rücktransport des Gefangenen nach Konstanz ein. Die Ermittler geraten dabei in eine Falle.

Tollpatschige Knallchargen wie aus einem Comic

Das Hinterland zwischen Deutschland und Schweiz wird zum Wilden Westen, die verschneiten Wiesen zur Prärie: Die Gesetzeshüter sind ohne Rückhalt und flüchten mit dem Bösewicht in Ketten vor den anderen Bösewichten, tollpatschige Knallchargen des Oberwaffenschiebers im Pelzmantel, die alle aussehen und agieren, als seien sie einem Comic entsprungen. High Noon ist in der Scheune eines einsamen Bauernhauses. Blum kann mit Hilfe eines antiquierten Motorrades mit dem angeschossenen Gefangenen im Beiwagen entkommen - eine unter vielen skurrilen Szenen. Wäre die Inszenierung komisch, hätte man darüber lachen können.

Bis zum bitteren Ende wird die Katz-und-Maus-Jagd gegen die Korrupten in den eigenen Reihen durchgehalten. Wenn schon an Relevanz, zumindest an Spannung mangelt es dieser "Tatort"-Folge nicht. So ist es eben mit der leichten Kost, sie ist durchaus angetan, den Zuschauern einen amüsanten Fernsehabend zu bereiten. Zumindest optisch passt der Stoff perfekt zu diesem weißen Winter.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.