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Meinung

"Sat.1-Frühstücksfernsehen": Irre: TV-Kommentator fordert Merkel-Rücktritt nach WM-Aus

Weil Deutschland bei der WM ausgeschieden ist, soll die Bundeskanzlerin zurücktreten? Im "Sat.1-Frühstücksfernsehen" zog TV-Kommentator Claus Strunz eigentümliche Parallelen zwischen Jogi Löw und Angela Merkel.

Claus Strunz im Sat.1-Frühstücksfernsehen

Claus Strunz im Sat.1-Frühstücksfernsehen

Nach bitteren Niederlagen muss man nie lange warten, bis die ersten Bescheidwisser um die Ecke kommen, die sofort ihre Erklärung für das Debakel parat haben und nach Konsequenzen schreien. Das ist auch beim bitteren WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft nicht anders. Dass der für seine krawalligen Kommentare bekannte Claus Strunz im "Sat.1-Frühstücksfernsehen" nun den Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw fordert, ist insofern nichts Ungewöhnliches. 

Neu und über jegliches erträgliche Maß hinausgehend ist dagegen, dass Strunz die Personalie Löw mit der Bundeskanzlerin verquickt und deren Abgang gleich mitfordert. Die Begründung dafür ist relativ abenteuerlich: "Dieses Spiel ist ein Spiegelbild dafür, wie es in dem Land läuft. Es läuft nämlich schlecht. Wir machen es schlecht, und dann gewinnt man auch keine Spiele und man kommt in der Politik auch nicht zu sinnvollen Entscheidungen". En passant schließt er mal eben die über Jahre angehäuften Probleme der Weltmeister-Mannschaft mit dem seit wenigen Wochen schwelenden Koalitionsstreit kurz. 

"Das erinnert fatal an Jogi Löw"

Und schon ist er mitten in seiner eigenwilligen Analyse der Regierung Merkel. Das Land sei zerfallen in Grüppchen, doziert der Journalist, weil die Politik die Mehrheit der Menschen nicht mehr erreiche. "Diejenigen, die in der politischen Verantwortung stehen, haben ihren Stiefel weiter durchgezogen." Das erinnere fatal an Jogi Löw, der ebenfalls nichts geändert habe. 

Es gibt in seinen Augen noch weitere Parallelen "Wir tun uns schwer mit Typen, die nicht ins System passen, mit Freidenkern." So wie Jogi Löw die Spieler Leroy Sané und Sandro Wagner zuhause gelassen habe, "die ein bisschen anders sind", habe Angela Merkel die CDU-Politiker Bosbach und Merz "vertrieben". 

Claus Strunz faselt von Jogi Merkel

Diese Argumentation führt dann zu dem - in Claus Strunz' Augen logischen - Schluss: "Deshalb ist es geboten, dass Jogi Löw, um nicht zu sagen Jogi Merkel, den Weg freimacht für einen Neuanfang. Das gilt für ihn, das gilt für sie."

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Weil die Nationalmannschaft bei der WM ausgeschieden ist, soll Bundeskanzlerin Merkel zurücktreten. Darauf muss man erst mal kommen. Die Redaktion des "Sat.1-Frühstücksfernsehens" entblödet sich nicht, dazu den Schriftzug einzublenden: "Jetzt Neuanfang ohne Jogi Merkel". 

Hier können Sie sich den TV-Beitrag ansehen

Vielleicht ist es aber doch eher so, wie die "heute-show" auf Twitter schrieb. Die stellte die Frage, was das WM-Aus mit der deutschen Politik zu tun habe. Und gab die folgende Antwort:

Joachim Löw: Kuriose Fakten: Das wissen Sie über unseren Bundes-Jogi noch nicht