VG-Wort Pixel

Neue Horror-Serie Chucky ist wieder da! Und diesmal wird die Mörderpuppe zum Anti-Mobbing-Killer

Teenager Jake (Zackary Arthur, l.) und die Puppe Chucky
Teenager Jake (Zackary Arthur, l.) wird als Außenseiter gemobbt. Die Mörderpuppe Chucky will ihm da zur Seite springen.
© ©USA Networks/Courtesy Everett Collection/ / Picture Alliance
Die legendäre Mörderpuppe Chucky ist zurück – und zwar mit einer neuen Serie. Nach acht Filmen wagt Chucky-Schöpfer Don Mancini jetzt eine TV-Fortsetzung zum Bingen. Doch es geht nicht nur ums Metzeln, sondern auch um die inneren und äußeren Kämpfe eines Teenagers.

Er ist einfach nicht totzukriegen. Er wurde verbrannt, in die Luft gesprengt, zerhackstückelt – aber der kleine Plastikkerl mit rotem Haar kommt immer wieder zurück. Die von der Seele eines Serienkillers besessene Mörderpuppe Chucky, die 1988 erstmals im Film "Childs Play" ihre Premiere feierte, ist in Deutschland jetzt auch in ihrer eigenen Serie zu sehen. Am Mittwoch feierte sie im Pay-TV-Sender Syfy in Deutschland den Serienstart.

In der Neuauflage des Chucky-Franchises kommt die Mörderpuppe als Flohmarkt-Schnäppchen zu Jake (Zackary Arthur). Der Teenager will etwa nicht mit Chucky spielen, sondern ihn zu einem Kunstobjekt machen. Doch schnell wird den Zuschauern klar, dass die "Good Guy"-Puppe mit den toten blauen Augen und dem stummen Lächeln alles andere als gut ist.

Horror-Klischees fehlen nicht bei "Chucky"

Jake wächst in der Kleinstadt Hackensack bei seinem Vater Lucas (Devon Sawa) auf, der Probleme im Job hat, trinkt und abgesehen davon auch nichts von der Kleinkunst seines Sohnes hält. Ein missverstandener Teenie, der auch noch ein Außenseiter ist und von seinem Cousin Junior (Teo Briones) und dessen Freundin Lexy (Alyvia Alyn Lind) gemobbt wird – als wäre das nicht schon Horror genug. Es ist aber nicht der erste Charakter dieser Art in solchen Filmen und Serien. "Carrie" lässt grüßen!

Die Serie nutzt auch alte Tricks zum Erschrecken, etwa die Katze, die plötzlich fauchend ins Bild springt. Gesehen hat man das schon in Halloween II im Jahr 1981.

Als Jakes homophober Vater die Puppen-Skulpturen zerstört, überlebt – überraschenderweise – nur Chucky. Zufall? Wohl kaum.

Ein schwuler Hauptdarsteller? Super!

Interessant und progressiv in dieser Horror-Serie ist, dass der 14-jährige Jake schwul ist. In seinem Zimmer hängt eine Regenbogenflagge – und er hat offensichtlich Augen für seinen Schulkameraden Devon Evans (Björgvin Arnarson), der einen Crime-Podcast aufnimmt. Zwar sind homosexuelle Charaktere in Horrorfilmen nichts Neues, dass sie aber eine Hauptrolle einnehmen und zusätzlich noch eine Coming-Of-Age-Geschichte annehmen, ist ungewöhnlich. Man schließt den lockenköpfigen Jake deshalb schnell ins Herz.

Jake und Lexy sind die Ersten, die bemerken, dass etwas mit Chucky nicht in Ordnung ist. Als Jake im Biologieunterricht schlecht wird und sich wegdreht, ist ein Frosch vor ihm plötzlich seziert. Neben ihm saß nur Chucky. Lexy wird erschreckt, als die Kinderpuppe plötzlich woanders steht und ihr böses Lachen von sich lässt. Jake findet im Internet Artikel von Vorfällen mit Chucky. Ein unbekannter Anrufer warnt Jake, dass die Puppe ohne Batterien spricht. Als er in der Puppe – die eben noch einen ihrer elektronischen Standartsätze abgespielt hat – tatsächlich keine Batterien findet, bekommt er es mit der Angst zu tun und entsorgt die Puppe.

Chucky will sich mit Jake verbünden

Zu seinem Entsetzen taucht Chucky bei einem Talentwettbewerb auf – und spricht zu Jake. Er überredet den verunsicherten Teenie zu einem gespielten Bauchrednerwettbewerb. Chucky macht sich vor versammeltem Publikum dann rotzfrech über Moderatorin Lexy lustig. Als Jakes Vater ihn deswegen anbrüllt, rächt sich Chucky brutal. Jake ahnt schon, dass die Puppe damit etwas zu tun hat. Nach einer kleinen Hommage an den ersten Film gibt sich Chucky mit einem "heidi-fucking-ho" als lebende Mörderpuppe zu erkennen. Doch statt Jake an den Kragen zu gehen, will sich der Serienkiller im Plastikkörper mit Jake verbünden und seine Peiniger niedermetzeln. Gleichzeitig gibt das Ende der ersten Folge einen Ausblick darauf, dass auch die Ursprünge des Serienmörders Charles Lee Ray aufgeklärt werden.

Gruseliges Video: Mörderpuppe "Chucky" greift Frau an – was hinter der Attacke steckt

Die erste Folge der Serie "Chucky" ist vielversprechend. Die Charaktere sind zwar hier und da etwas abgedroschen (der Außenseiter, die Mobberin, der Schwarm), aber gut gespielt. Der Coming-of-Age-Aspekt und die Homosexualität von Jake zeigen allerdings, dass auch Horror in den 2020er-Jahren angekommen ist und funktioniert. Die neue Serie vom originalen Chucky-Schöpfer Don Mancini verspricht zudem ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Sie hat viel Potenzial und knüpft an die Filme "Curse of Chucky" und "Cult of Chucky" an – nach dem eher enttäuschenden Remake des ersten Filmes, wo aus Chucky "Buddi" wurde und die Puppe mit künstlicher Intelligenz, statt mit einer Killer-Seele versehen war. "Chucky": ein Mordsspaß, der Lust auf die nächsten Folgen macht!

"Chucky" wird jeden Mittwoch um 20.15 Uhr auf dem Pay-TV-Sender Syfy gezeigt. Syfy ist unter anderem bei Magenta TV, Vodafone und Sky empfangbar. 


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker