Die Veröffentlichung der "Scream"-Filme ist durchaus bemerkenswert. Dem Auftakt von Wes Cravens Kultslasher-Reihe mit Neve Campbell (52) vor genau drei Dekaden folgten binnen vier Jahren zwei Fortsetzungen, dann war für elf Jahre Schluss. Ab 2022 - und damit erneut genau elf Jahre nach "Scream 4" - sind es drei weitere Teile innerhalb von vier Jahren, die zum 26. Februar mit Teil sieben komplettiert werden. Was darf darin von Campbells Rückkehr als hauptberufliche Scream-Queen erwartet werden? Warum ist das Comeback so bemerkenswert? Und ist mit "Scream 8" nach der Logik erst 2037 zu rechnen?
Das Original übernimmt wieder - darum geht es
Sidney (Campbell) hat den Horror hinter sich gelassen - zumindest glaubte sie das. Zusammen mit ihrem Mann Mark (Joel McHale) und ihrer Tochter (Isabel May) führt sie ein zurückgezogenes Leben, weit weg von den Schrecken der Vergangenheit. Doch der Ghostface-Killer lässt sich nicht abschütteln.
Als eine neue Mordserie die Idylle zerstört, wird schnell klar: Ohne ihr Eingreifen wird es noch viele weitere Tote geben. An ihrer Seite kämpfen alte und neue Verbündete: Die hartnäckige Journalistin Gale Weathers (Courteney Cox) ist zurück, ebenso wie die Geschwister Chad (Mason Gooding) und Mindy Meeks-Martin (Jasmin Savoy Brown).
(Unfreiwillig) zurück zu den Anfängen?
Dass in Person von Campbell wieder das ursprüngliche Lieblingsopfer des Ghostface-Killers im Zentrum der Handlung steht, dürfte eingefleischten Fans der Reihe zusagen. Es handelt sich dabei jedoch um das Resultat von gleich mehreren unvorhergesehenen Umständen.
Denn mit Teil fünf hatte die "Scream"-Reihe eigentlich einen Neustart als Legacy-Fortsetzung erhalten. Soll heißen: Die alten Recken wie Campbell, Cox und David Arquette kamen zwar darin vor, die Hauptrollen hatte aber eine neue Generation inne. In "Scream 5" und "Scream 6" waren das Melissa Barrera und Jenna Ortega, Campbell kam in letztgenannten Teil aufgrund von Gage-Unstimmigkeiten sogar gar nicht mehr vor.
Doch im November 2023 wurden Barrera ihre - aus Sicht der Studiobosse zu kontroversen - politischen Ansichten zum Krieg zwischen Israel und Gaza zum Verhängnis. Kurzerhand feuerte man die Schauspielerin, löste damit aber eine Kettenreaktion aus. Denn Ortega solidarisierte sich mit ihrer großen Leinwand-Schwester und stieg nur einen Tag nach deren Rauswurf aus. Im Gespräch mit dem Magazin "The Cut" bestätigte sie das im vergangenen Jahr noch einmal und betonte: "Das Ding mit Melissa passierte, und alles fiel auseinander. Es hatte weder mit Geld noch mit meinem Terminkalender zu tun."
Totgesagte leben länger
Zu diesem Zeitpunkt stand das "Scream"-Franchise vor einer ungewissen Zukunft. Die zwei neuen Hauptdarstellerinnen waren weg, der ursprüngliche Star wurde vergrault. Doch dann die Kehrtwende: Ganz im Stile des Paten Vito Corleone aka Marlon Brando wurde Campbell vom Filmstudio offenbar ein Angebot gemacht, das sie schlichtweg nicht ablehnen konnte. Das verriet der Star 2024 dem "People"-Magazin. "Als sie zum ersten Mal auf mich zukamen [wegen Scream 7], dachte ich: 'Ich weiß nicht, wie Respekt für sie aussieht. Wir könnten an ganz unterschiedlichen Orten sein.' Aber sie haben an einem starken Ort angefangen, das war schön." Eine genaue Summe nannte sie wenig überraschend nicht.
Überhaupt setzt Teil sieben wieder verstärkt auf die alte Garde. In welchem Umfang das aufgrund der Geschehnisse der sechs Vorgängerstreifen möglich ist, aber: Neben Campbell, Cox und Arquette ist auch Matthew Lillard erstmals seit Teil eins wieder mit von der Partie, ebenso wie Scott Foley aus "Scream 3".
Und wie geht's weiter?
Eine Fortführung der Reihe hängt natürlich stark vom Kassenerfolg des neuen Teils ab. Grundsätzlich ist "Scream 7" aber offenbar nicht als Finale des Franchises konzipiert. Diverse US-Medien berichteten bereits Mitte 2025 davon, dass Teil acht quasi beschlossene Sache sei - und damit definitiv nicht erst in elf Jahren erscheinen wird. Inhaltlich wird "Scream 7" also aller Voraussicht nach nicht der letzte Schrei sein. Aber vielleicht ja wieder qualitativ.