Neu im Kino
Berben, Lauterbach und "Ein fast perfekter Antrag"

"Ein fast perfekter Antrag" startet im Kino. Foto: Sven Hoppe/dpa
"Ein fast perfekter Antrag" startet im Kino. Foto
© Sven Hoppe/dpa
Heiner Lauterbach und Iris Berben spielen in "Ein fast perfekter Antrag" zum ersten Mal ein Liebespaar. Das hat großes Potenzial - doch es gibt ein ebenso großes Aber.

Mehrmals schon standen sie zusammen vor der Kamera – doch ein Liebespaar spielten sie bislang noch nie. Das ändert sich nun: Iris Berben und Heiner Lauterbach auf die romantische Tour gibt es jetzt im Kino in dem Film "Ein fast perfekter Antrag". "Es war an der Zeit", sagt die 75-Jährige. Der Dreh sei professionell, leidenschaftlich und inspirierend gewesen. "Das war wie eine kluge Choreographie." 

An einem "fast perfekten Antrag" hat Walter sich in jungen Jahren versucht, um seine Jugendliebe Alice ins Standesamt zu bekommen. Doch der per ausgetüftelter Kettenreaktion gestellte Antrag geht schief, Alice ergreift die Flucht - und 40 Jahre ziehen ins Land. 

Zufälliges Treffen nach vier Jahrzehnten

Dann, plötzlich trifft Walter (Heiner Lauterbach) eben diese Alice (Iris Berben) in einem Sushi-Restaurant wieder, für das er eine akribische Online-Bewertung verfasst (sein Hobby). Blitzschnell denkt sich der etwas eigenwillige Witwer: Die wär doch immer noch was für mich. Und vielleicht kann das vor Jahrzehnten gekränkte, männliche Ego die Schmach von einst wiedergutmachen. So versucht er, seine Ex im Alter doch noch von sich zu überzeugen. 

Doch das gestaltet sich schwierig. Alice, Professorin für Kunstgeschichte an der Uni Regensburg, hat überhaupt kein Bedürfnis, ihr freies und eigenständiges Leben aufzugeben und sich an jemanden zu binden - und schon gar nicht an diesen Walter, den sie für egozentrisch, verstockt und viel zu wenig an ihrem Leben interessiert hält. 

Studium im Alter

Weil er ihr das Gegenteil beweisen will, schreibt Walter sich an der Uni ein, um ihre Kunstvorlesungen zu besuchen. Dabei muss er sich nicht nur mit einem Fach herumschlagen, von dem er keine Ahnung hat, sondern auch noch mit einer Studenten-Generation, von der er noch weniger versteht. 

Doch es kommt natürlich, wie es kommen muss: Walter taut auf, entdeckt Toleranz und Spontaneität und dass das Leben doch noch mehr zu bieten hat als in seiner Garage zu basteln oder Online-Bewertungen zu schreiben - und natürlich liegen die beiden Ex-Partner sich zum Schluss glücklich in den Armen. 

Lauterbach findet die meisten Sexszenen überflüssig

Intime Liebesszenen haben beide nicht vermisst, sagen Lauterbach und Berben im Interview zum Film. "Wilde Sexszenen, das brauche ich persönlich nicht", sagt Lauterbach (72). "Abgesehen davon finde ich die meisten Sexszenen in Filmen überflüssig." 

Mehr Liebesfilme mit und für ältere Menschen fände Berben gut. "Die Bedürfnisse sind ja keine anderen, ob man 20, 30, 40 oder 50 ist", stellte die Berlinerin klar. "Liebe und Wahrnehmung und gesehen werden und miteinander teilen wollen ist ein Wunsch, den Menschen in jedem Alter haben."

Dass die Geschichte in diesem Film von Regisseur Marc Rothemund einigermaßen vorhersehbar ist, das ist ja nicht selten bei romantischen Komödien. Allerdings kommt der Walter'sche Wandel dann in so abrupten Schüben, dass sie aufgesetzt wirken. 

Und was genau ihn an Alice und sie schließlich auch andersherum an ihm fasziniert, bleibt seltsam unklar. Das liegt nicht an den Hauptdarstellern oder daran, dass die Chemie zwischen den beiden fehlen würde - im Gegenteil. Da gab es ganz viel Potenzial. 

Aber das Drehbuch steuert einfach viel zu gehetzt auf das verpflichtende Happy End zu, ohne den Charakteren und ihren Beziehungen wirklich Zeit zu lassen, sich zu entwickeln. 

Zweite Hauptdarstellerin: Regensburg

Erfreulich dagegen der Drehort: Während Filme wie Berlin oder München in inzwischen etwas ermüdender Regelmäßigkeit Kulissen für romantische Komödien werden, war Regensburg das bislang eher selten. Dabei ist die Stadt an der Donau mit ihrer Steinernen Brücke und der malerischen Altstadt wie gemacht dafür und damit der heimliche Star des Films.

dpa

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