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Neu im Kino Uploads, Therapiestunden und andere Männer-Probleme


Die Neustarts dieser Kino-Woche stehen ganz im Zeichen der Männer, von Johnny Depp als halb-künstlicher Intelligenz in "Transcendence" bis "Irre sind männlich". Aber auch Iris Berben gibt ihr Bestes.
Von Patrick Heidmann und Nicky Wong

"Transcendence"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Johnny Depp ("Fluch der Karibik"), Morgan Freeman ("Sieben"), Kate Mara ("House of Cards"), Paul Bettany ("The Da Vinci Code"), Cillian Murphy ("Inception") und Rebecca Hall ("Vicky Cristina Barcelona")

Die Geschichte in einem Satz:

Als Anti-Technik-Extremisten den genialen Wissenschaftler Will Caster tödlich verletzen, lädt seine Ehefrau seinen Verstand in eine von ihm geschaffene künstliche Intelligenz hoch und ahnt nicht, welche Folgen das für ihn, sie oder die Menschheit hat.

Geschwister im Kinoversum:

"I, Robot"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Leider sucht man ziemlich vergeblich nach guten Gründen, sich "Transcendence" anzuschauen. Das grundsätzlich interessante Thema Mensch vs. Technik wird an ein unglaubwürdig-unlogisches Drehbuch und plumpe Charaktere verschenkt. Johnny Depp ist meist nur auf Bildschirmen zu sehen und ebenso unterfordert wie seine Kollegen. Und obwohl hier Christopher Nolans Oscar-prämierter Kameramann Wally Pfister ("Inception") sein Regiedebüt gibt, ist der Film noch nicht einmal visuell ein Vergnügen.

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"Irre sind männlich"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Fahri Yardim ("Almanya - Willkommen in Deutschland"), Milan Peschel ("Schlussmacher"), Josefine Preuß ("Türkisch für Anfänger") und Marie Bäumer ("Der Schuh des Manitu")

Die Geschichte in einem Satz:

Nach der Trennung von seiner Freundin will Daniel in einer Gruppentherapie seine krankhafte Eifersucht heilen, stellt gemeinsam mit seinem besten Freund Thomas aber schnell fest, dass sich diese Gesprächssitzungen vor allem zum Aufreißen von Frauen eignen.

Geschwister im Kinoversum:

"Schlussmacher"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Wären wir fies, würden wir sagen: unbedingt angucken, denn von Schweighöfer und Schweiger fehlt hier jede Spur. Sind wir aber nicht und empfehlen den Kinobesuch deswegen lieber wegen Fahri Yardim, der auch jenseits des Hamburger "Tatorts" gerade einer der sympatischsten und sehenswertesten deutschen Schauspieler ist. Und natürlich wegen Milan Peschel, der sowieso immer Spaß macht.

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"Für immer single?"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Zac Efron ("High School Musical") und Imogen Poots ("Need For Speed")

Die Geschichte in einem Satz:

Als Mickeys Ehe in die Brüche geht, setzen seine beiden Kumpels - der Draufgänger Jason und der beziehungsscheue Daniel - alles daran, ihn auf andere Gedanken zu bringen und ihm das wilde Single-Dasein schmackhaft zu machen.

Geschwister im Kinoversum:

"Freunde mit gewissen Vorzügen"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Mit Miles Teller und Michael B. Jordan hat diese Komödie gleich zwei von Hollywoods derzeit angesagtesten Shooting Stars zu bieten. Und Zac Efron streckt sogar sein nacktes Hinterteil in die Kamera. Gegen unwitzige Viagra-Gags, eine vorhersehbare Story und andere plumpe Nummern kommt das Trio allerdings leider nicht an.

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"Miss Sixty"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Iris Berben ("Buddenbrooks "), Edgar Selge ("Feuchtgebiete") und Michael Gwisdek ("Oh Boy")

Die Geschichte in einem Satz:

Unerwartet soll die erfolgreiche, aber sozial wenig umgängliche Biologin Luise mit 60 Jahren in den Vorruhestand geschickt werden, was nicht die einzige Veränderung in ihrem Leben bleibt, als sie im Park den eitlen Galeristen Frans kennenlernt.

Geschwister im Kinoversum:

"Love Is All You Need"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Ist es originell, romantische Komödien über Frauen zu erzählen, die in der zweiten Lebenshälfte noch mal einen Neuanfang in Sache Liebe wagen? Natürlich nicht. Aber wenn es so leichtfüßig, amüsant und sympathisch geschieht wie hier, wollen wir uns mal nicht beschweren. Zumal Iris Berben, die im Kino sonst alle guten Rollen Hannelore Elsner überlassen muss, so sehenswert ist wie selten.

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"Ride Along"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Ice Cube ("Friday") und Laurence Fishburne ("Matrix")

Die Geschichte in einem Satz:

Gute Laune ist nie die Stärke des grummelig-schweigsamen Polizisten James, doch als Quasselstrippe Ben um die Hand seiner Schwester anhält und als angehender Cop auch noch einen Tag lang mit auf Streife geht, wird er auf eine besonders harte Probe gestellt.

Geschwister im Kinoversum:

"Cop Out - Geladen und entsichert"

Warum Sie den Film nicht sehen sollten:

Nichts gegen Ice Cube. Der Mann ist zwar kein sonderlich vielseitiger Schauspieler, aber zumindest in Sachen Hip-Hop eine echte Legende. Und auch nichts gegen Kevin Hart, der in den USA gerade als ultimativer Eddie Murphy-Nachfolger durchstartet und wirklich quatschen kann wie ein Wasserfall. Aber wie man es dreht und wendet: diese Komödie ist einfach nur öde.

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"20 Feet From Stardom"

Wen Sie kennen könnten: Musiker wie Mick Jagger, Sheryl Crow oder Stevie Wonder, die in Interviews zu Wort kommen

Die Geschichte in einem Satz:

Das Rampenlicht war für Lisa Fischer, Merry Clayton oder Darlene Love immer zum Greifen nah, doch erst mit diesem Film treten die Backgroundsängerinnen aus dem Schatten berühmter Kollegen wie Bruce Springsteen, Sting oder Bette Midler.

Geschwister im Kinoversum:

"Standing in the Shadows of Mowtown"

Warum Sie den Film sehen sollten:

Erst kürzlich wurde dieser mit Interviews und Archivmaterial gespickte Dokumentarfilm mit dem Oscar ausgezeichnet - und das durchaus zu Recht. Denn er ist ebenso mitreißend wie berührend erzählt, randvoll mit grandioser Musik und setzt seinen filmreifen Protagonistinnen genau das Denkmal, das sie schon lange verdient haben.

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Patrick Heidmann

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