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"Schulz & Böhmermann" im ZDF: Wenn Iris Berben einen auf Veronica Ferres macht ...

In der Satire-Sendung "Schulz & Böhmermann" luden die Moderatoren zu einer fiktiven Talkshowrunde. Als "Kathrin Ferrante" mimte Iris Berben darin offenbar eine Kollegin. Fiese Seitenhiebe inklusive.

Iris Berben als Kathrin Ferrante

Iris Berben mit blonder Perücke als "Kathrin Ferrante"

Zum Thema "Enttäuscht von Deutschland" luden Olli Schulz und Jan Böhmermann im ZDFneo Satire-Talk zu einer fiktive Talkshowrunde. Die Gäste: hochkarätige Schauspieler, die typische Talkshowgäste parodieren. Eine der Damen hatte dabei auffällige Ähnlichkeit mit Veronica Ferres. Und das lag nicht nur an der blonden Perrücke von Iris Berben. Neben Berben, die in der Sendung als Schauspielerin mit dem Namen Kathrin Ferrante auftrat, spielten in weiteren Rollen Lars Eidinger einen fernsehverachtenden Theaterschauspieler, Katharina Thalbach schlüpfte in die Rolle einer AfD-Wählerin aus der ehemaligen DDR und Karoline Herfurth spielte einen ehemaligen Kinderstar, der seine kleine Schwester bei Youtube vermarktet.

Iris Berben mit blonder Perücke

Schon in der Vorstellungsrunde begrüßte Böhmermann besagte Ferrante mit den Worten "Unser nächster Gast war das letzte Mal vor zehn Jahren bei 'Wetten, dass.. ?' im deutschen Fernsehen, lebt inzwischen in Los Angeles in Malibu und pendelt gelegentlich zwischen Deutschland im Sauerland hin und her. Meine Damen, ich muss sie nicht groß vorstellen. Kathrin Ferrante ist heute hier." Berben, 66, mit schwarzer Lederjacke und blonder Perücke, verteilt breit grinsend Handküsschen ins Publikum. Es folgen viele hämische Anspielungen, die auf Ferres, 52, passen. Auch sie pendelt zwischen Wohnsitzen in Deutschland und den USA.

Angesprochen auf ihre Karriere antwortet die fiktive Ferrante: "Vor allem, seit ich in Amerika lebe ist dann doch viel mehr Kino dabei".
Die echte Ferres hat in vielen internationalen Produktionen mitgewirkt und an der Seite von Hollywood-Stars John Malkovich, Robert de Niro und Nicolas Cage gespielt.

Veronica Ferres und ihr Terror-Tweet

Die fiktive Ferrante über ihre Präsenz in Sozialen Netzwerken: "Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass ich einen Großteil meines Publikums informiere. Nicht nur über meine Filme, nicht nur über meine Arbeit, die Lesungen, die Filme, die ich produziere oder in denen ich selber spiele, sondern eben auch was ich tagtäglich auch mit Freude mache, aber eben auch leiste." Böhmermann: "Sie haben nach den Terroranschlägen von Paris kürzlich ein Bikinifoto von sich gepostet bei Facebook. Fanden Sie das angemessen? Ferres ist auf Twitter und Facebook sehr aktiv. Nach den Anschlägen von Manchester postete sie ein Selfie, wofür sie einen heftigen Shitstorm erntete. Es hagelte Kommentare wie "Pietätlose Gestalt" oder "Ekelhaft so eine Situation für Selbstinszenierung auszunutzen".


Angesprochen auf die Pendelei zwischen Sauerland und Los Angeles, erklärt sie: "Ich habe große Erfolge hier eingefahren (…), aber in Amerika freut man sich über Erfolg und hier bin ich häufig angefeindet worden." Der Neid aber auch ihr Mann habe sie von Deutschland weggetrieben. Böhmermann: "Ihr Mann ist erfolgreicher Geschäftsmann und sie sind gemeinsam nach Amerika ausgewandert. Ferrante: "Er ist Unternehmensberater, ja. Es hat natürlich auch berufliche Perspektiven in Amerika die für meinen Mann sehr viel größer sind." Ferres ist seit fast neun Jahren mit dem Unternehmer und Milliardär Carsten Maschmeyer zusammen. 2014 heiratete das Paar an der Côte d'Azur. Maschmeyer gilt in der Finanzwelt als umstritten.


In einem Einspieler wird Ferrante als 1,80 Meter große blonde Charakterdarstellerin vorgestellt, die in einem ihrer großen Filmerfolge eine Kleinwüchsige spielte. "Außer klugen Nackt-Aphorismen auf Twitter sieht man in Deutschland derzeit wenig von dem Star, der sich erfolgreich in den USA eine berufliche Heimat geschaffen hat". Und weiter wird sie als die "Gattin eines berüchtigten Lobbyisten und Insolvenzverwalters" bezeichnet, "die bald in ihrem ersten von ihrem Mann finanzierten US-Film eine Rolle als Carport spielen wird".

Da Ferrante die Kleinwüchsige die "meiste Zeit auf Knien" gespielt haben soll, meldet sich Olli Schulz: "Viele Schauspielerinnen beginnen ja ihre Karriere auf den Knien bevor sie berühmt werden.

Auch dies könnte eine Anspielung auf ihre Beziehung zu Regisseur Helmut Dietl sein, mit dem die Schauspielerin von 1990 bis 1999 liiert war und der ihre Karriere förderte.

Böhmermann: "Sie haben mehrere Initiativen gegründet (...) sie engagieren sich für Tiere." Ferrante: "Wale hauptsächlich. Weil das einfach so wunderbare Tiere sind."

Ferres spielte 2010 an der Seite von Christopher Lambert in dem Zweiteiler "Das Geheimnis der Wale" und engagiert sich in mehreren sozialen Projekten.

Gegenüber der "Bild" bestritt das Büro von Iris Berben, dass es sich bei Ferrante um tatsächlich um Frau Ferres handelt. "In der Sendung sind fiktive Charaktere erschaffen worden (...). Frau Berben trägt eine blonde Perücke, mehr ist da sicher nicht hineinzuinterpretieren."

jek