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TV-Kritik zu "Alle auf den Kleinen": Boris Beckers letztes Match

Die Selbstdemontage des Boris B. geht weiter - auch wenn sein Auftritt bei Pocher weniger desolat ausfiel als befürchtet. Der Ex-Champion wirkte müde. Nur seine Frau brachte ihn kurz aus der Fassung.

Von Mark Stöhr

Dieser ältere, unrasierte Herr in den kurzen Hosen war mal ein Idol. Nur mit Mühe kommt er die Showtreppe herunter. Bereits nach der ersten Spielrunde hat er unübersehbare Schweißflecken unter den Achseln. Seinen maroden Körper kann man Boris Becker nach zig Jahren Leistungssport bestimmt nicht vorwerfen. Seine Selbstgefälligkeit aber schon. Gleich zu Beginn der Show verwies er erst einmal auf seine "lange, erfolgreiche Tenniskarriere". Wie immer. Der Mann ist nur noch sein eigener Souvenirladen. Macht im "Dschungelcamp" schon mal die Liege von Helmut Berger klar. Die nächste Mumie ist im Anflug.

Becker spricht von sich selbst gerne als Marke. Den Floh hat ihm wahrscheinlich irgendwann mal ein Berater ins Ohr gesetzt. Der Wert dieser Marke ist seit Jahren im Sinkflug. Wäre der 45-Jährige ein Staat oder eine Bank, sähe seine Rating-Entwicklung ungefähr so aus: Von Triple A zur Zeit seiner großen Turniersiege über den Abstieg in die B-Klasse, als sein Name hauptsächlich mit Scheidungs- und Steuerprozessen verbunden war – bis zum Ramschniveau jetzt. BB hat spätestens seit der Veröffentlichung seiner Autobiografie die Note CC in der Bewertungsskala der Ratingagenturen. Darunter kommt nicht mehr viel.

Der Auftritt des dreimaligen Wimbledon-Siegers bei "Alle auf den Kleinen" war peinlich. Aber weniger peinlich als befürchtet. Becker machte den albernen Quatsch mit, so gut er konnte. Stoisch, manchmal an der Grenze zur Teilnahmslosigkeit. Er suchte einen Stuhl mit verbundenen Augen, spielte mit zwei Fliegenklatschen auf dem Kopf Tischfußball und ließ sich mit Tomaten beschießen. Ohne Return ertrug er die Spitzen von Sonja Zietlow ("Wie sieht's bei dir und Lilly mit Blasen aus?") und Oliver Pocher ("Hier ist mehr Platz als in der Besenkammer"). Becker wirkte müde, ausgebrannt. Einzige Erkenntnis des Abends: Er schreibt noch schlechter als er liest.

Nur zweimal flackerte Leben in dem Ex-Champion auf. Als er sich bei einem Parcours durch einen mehrstöckigen Käfig ausgerechnet im "Netz der Lügen und Intrigen" verhedderte, fing er wie wild an rumzubrüllen ("Ruhe!"). Sein Wutausbruch galt seiner Frau Lilly, die ihm mit ihren Anfeuerungsrufen ("Come on, Schatzilein!") offenbar auf die Nerven fiel.

"Duell" war eine PR-Erfindung

Davor hatte er sich bei einem Spiel amüsiert, bei dem es darum ging, mit unterschiedlichen Blasinstrumenten möglichst laute Geräusche zu erzeugen. Es waren die einzigen Momente, in denen Becker mal lachte. Als er in ein Alphorn blies, klang das wie eine Klospülung. Damit gelang ihm der perfekte Soundtrack zu einer schrecklich belanglosen Dreieinhalb-Stunden-Farce.

Das Gerede vom großen "Duell" war von vornherein eine PR-Erfindung. Genau wie der ganze "Twitter-Krieg" zwischen Becker und Pocher Züge einer ausgebufften Inszenierung trug. Das Duell war in erster Linie ein guter Deal. 100.000 Euro - andere Quellen sprechen sogar von 250.000 Euro - soll Becker für seine Teilnahme bekommen haben. Geld, das er nach Lage der Dinge, wie man so liest, gut gebrauchen kann. Der Vertrag mit seinem bislang wichtigsten Sponsor, einem Online-Poker-Anbieter, lief im Mai aus. "Praktiker", ein anderer großer Werbekunde, ist pleite. Beckers drei Autohäuser in Mecklenburg-Vorpommern gehen eher mittelprächtig. Und auf Mallorca schwelt weiter das endlose Finca-Fiasko.

Ein windiger und wendiger Showzwerg

Es gehört auch eine gehörige Portion Verzweiflung dazu, sich auf einen so windigen und wendigen Showzwerg wie Oliver Pocher einzulassen. Das große Talent des 35-Jährigen - sein einziges? - ist es, andere schlecht aussehen zu lassen. Er selbst macht es sich im ironischen Sicherheitsabstand zu allem und jedem bequem. Gestern wanzte er sich ein ums andere Mal in vermeintlichem Respekt an die Beckers heran - und schoss in der nächsten Drehung eine Gehässigkeit aus der Hüfte. Als Becker schließlich nach zwölf Spielen seine Niederlage eingestehen musste, taumelnd wie ein angeknockter Boxer, frotzelte Pocher: "Er hat am Ende des Tages - wie so oft im Leben - verloren."

Für Boris Becker war die Show wohl auf lange Sicht sein letztes, großes Match. In seiner Autobiografie, die sich immerhin schon 100.000-mal verkauft hat, hat er sein noch verbliebenes Tafelsilber - Frauen- und Familiengeschichten - verscherbelt. Womit will er in Zukunft die Aufmerksamkeit generieren, die er allem Anschein nach genauso dringend braucht wie Geld? BB ist in der Bredouille. Und von einem B-Rating weiter entfernt als von Helmut Berger.

P.S.: Alle aktuellen Infos und Livekommentare zu Ihren Lieblingsserien und TV-Shows finden Sie bei "stern Sofa", unserem Kanal auf Twitter.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(