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TV-Tipp 13.10.: "Aliens - Die Rückkehr": Die Mutter aller Ungeheuer

Nach 57 Jahren im Kälteschlaf muss Ripley zurück auf den Alien-Planeten. "Aliens" ist mindestens so gut wie das Original - und beweist, dass ein Actionfilm cool, brutal und clever sein kann.

"Aliens - Die Rückkehr"
20.15 Uhr, Kabel 1
SCIFI Mit "Alien" hatte Ridley Scott 1979 ein Meisterwerk geschaffen. In diesem atmosphärischen Grusel-Thriller im Weltraum passte einfach alles: HR Gigers albtraumhaftes Alien-Design, Sigourney Weaver als toughe Hauptdarstellerin und Nebendarsteller, die echte Charaktere waren und nicht nur Kanonenfutter für das gefährliche Andere, das dort draußen ebenso lauerte wie in uns selbst.

Dieser Film brauchte keine Fortsetzung und als er sieben Jahre später dann doch eine bekam (nicht nur futuristische Firmen wollen Kohle machen), standen alle Zeichen auf Scheitern: Der junge Regisseur, ein gewisser James Cameron, zerstritt sich mit der britischen Filmcrew, der Soundtrack musste quasi über Nacht komponiert werden - und fast wäre der Film gar nicht pünktlich fertig geworden.

Anstelle eines einzelnen Aliens bevölkert nun eine ganze Horde jenen Planeten, dem Ripley im ersten Film so verzweifelt zu entkommen versuchte und den die skrupellose Weyland-Yutani Corporation trotzdem kolonisieren ließ. Sie wissen schon: Die Profite waren einfach zu verlockend.

Mehr Gefahr, mehr Gewalt, alles eine Nummer größer - mit dieser Formel versuchen es Fortsetzungen erfolgreicher Filme immer wieder und scheitern kolossal. Aber Cameron gelang die sprichwörtliche Quadratur des Kreises, indem er die Grundhandlung "Menschen vs. übermächtige Aliens" beibehielt, aber das Genre wechselte. Der erste Film lieferte Grusel im Weltraum, der zweite kommt als waschechter, aber alles andere als hirnloser Action-Kracher daher, der das Vietnam-Trauma der USA in den Weltraum verlegt. Eine knappe Stunde Zeit nimmt sich der Regisseur für Spannungsaufbau und Charakterentwicklung, bis die Space-Marines zum ersten Mal auf den Feind treffen. Und dann bricht die Hölle los.

PS: "Alien 3" von David Fincher folgt um 23.15 Uhr. Sollte man aber besser aufnehmen und nicht am selben Abend schauen, weil er das Ende des zweiten Teils verdirbt.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Der Mais-Wahn"
22.45 Uhr, ARD
DOKU Mais bedeckt heute mehr Anbaufläche als jedes andere Agrarprodukt. Hierzulande wird das Korn in der Tiermast verfüttert und für Biogas und -sprit verheizt – im Süden Kenias können sich die Menschen ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Lehrstück über die Weltwirtschaft. (bis 23.30)

"Maos letzter Tänzer"
20.15 Uhr, Einsfestival,

BIOPIC 1973 holen Talentscouts den zierlichen Li Cunxin (Chi Cao) gegen seinen Willen aus einem Bergdorf nach Peking an die Ballettschule. Nach achtjähriger Ausbildung kommt er als Austauschstudent zum Ballett von Houston und gerät durch den Kulturschock ins Stolpern. (bis 22.05)

"E Agora? Lembra-me"
23.30 Uhr, Arte

DOKU Der seit 20 Jahren mit HIV und Hepatitis C infizierte portugiesische Regisseur Joaquim Pinto reflektiert über sein Leben, während er sich einer experimentellen Behandlungsmethode mit bewusstseinsverändernden Drogen unterzieht.