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TV-Tipp 23.7.: "Die ersten TV-Auftritte Ihrer Stars": Beim ersten Mal tat's noch weh

Eckhart von Hirschhausen bei "Geld oder Liebe", Hella von Sinnen mit langen, dunklen Haaren. Eine Doku zeigt, wie die Karrieren der deutschen TV-Stars begonnen haben. Kurzweilig.

Als der Kanzler noch Kohl hieß, begann der Karriere des Herrn Schmidt - damals noch mit brauner Mähne

Als der Kanzler noch Kohl hieß, begann der Karriere des Herrn Schmidt - damals noch mit brauner Mähne

"Die ersten TV-Auftritte Ihrer Stars"
22.45 Uhr, Hessen
DOKU Da steht er, graues Jackett, die Arme verschränkt, doch die Worte wollen einfach nicht fließen. Ganz schön steif, wie Ingolf Lück seine erste "Formel 1"-Moderation ablieferte. Da war Harald Schmidt schon eloquenter, als er Bundeskanzler Helmut Kohl für "Maz ab!" eine feuerrote Hutschachtel überreichte (und der CDU-Politiker ungewohnt schlagfertig konterte.)

Was waren sie jung, was trugen sie hässliche Klamotten - und was für Matten schmückten ihre Köpfe! Nein, in dieser Doku werden keine Wirtschaftsskandale aufgedeckt. Wir erfahren auch nichts über fremde Kulturen, Sitten und Gebräuche. Noch nicht einmal putzige Tierbabys sind zu sehen. Und doch möchte ich Ihnen "Die ersten TV-Auftritte Ihrer Stars" ans Herz legen - für eine halbe Stunde Eskapismus aus einer Welt, die (einmal wieder) aus den Fugen zu geraten scheint.

Es geht um das erste Mal. Nicht wie sie schon wieder denken, nein. Fernsehmoderator Thomas Bug hat die erste Fernsehauftritte bekannter deutscher TV-Unterhaltungsstars aus der Mottenkiste geholt. Das ganze Drumherum, die Moderationen und die Einspieler von Kommentaren sind natürlich völlig egal, ein Rahmen, den diese Clipshow nicht gebraucht hätte. Die Beiträge sprechen - und amüsieren - für sich. Und wer unbedingt will, der kann sich aus der Sache auch noch eine Moral herausziehen: Jeder hat mal klein angefangen.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern




Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Wir wollten aufs Meer"
20.15 Uhr, Arte
DRAMA Rostock, Mitte der 80er. Die Hafen arbeiter Conny (Alexander Fehling) und Andreas (August Diehl) träumen davon, zur See zu fahren. Die Stasi lässt sie nicht. Es sei denn, sie wären bereit, ihren Brigadier Matze (Ronald Zehrfeld), einen potenziellen Republikflüchtling, auszuspionieren. Während Conny sich weigert und bald selbst im Knast landet, folgt Andreas den Verlockungen des Gehorsams. – „In der DDR hat man von mir eine Weltanschauung verlangt, ohne dass ich mir die Welt anschauen durfte.“ Im Sinne dieses Manfred-Krug- Zitats versammelte Toke C. Hebbeln die besten Schauermänner der Saison und erzählt packend von Freundschaft und Verrat. (bis 22.05)

"Catch Me If You Can"
20.15 Uhr, Sat.1

KOMÖDIE Kleider machen Leute! Mit Stil und Chuzpe gaunert sich Frank Abagnale Jr. (Leonardo DiCaprio) als Pilot, Arzt oder Anwalt durch die Sixties und bringt FBI-Mann Hanratty (Tom Hanks) um den Verstand. – Steven Spielbergs Hochstaplerspaß ist vom Vorspann an eine Augenweide. (bis 23.05)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo