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TV-Tipp 8.9.: Doku "House of Love" Die Wahrheit aus deutschen Küchen


Küche, Bad, Schlaf- und Wohnzimmer: Anhand dieser Räume erkunden junge Regisseure in der Dokuserie "House of Love" das Geheimnis der Liebe. Entstanden sind eindringliche und witzige Filme.

"House of Love"
23.55 Uhr, ZDF
DOKU "Ich mag gerne Gemüse oder Gemüsesuppen. Und der Ernst, der mag gerne Fleisch. Ich ja gar nicht so." Erna ist seit 40 Jahren mit Ernst verheiratet. Glücklich verheiratet - auch wenn er sich immer noch nicht merken kann, was sie gerne mag und was nicht. Doch das scheint auch nicht wichtig zu sein, wenn die 69-jährige Erna erzählt, was sie an ihrem Mann liebt und dabei klingt wie ein verknalltes Schulmädchen.

Die beiden sind eines von drei Paaren, die in "House of Love" von ihrer Liebe erzählen. In vier Folgen will die Dokumentationsreihe dem Geheimnis von langen Beziehungen auf den Grund gehen. Dabei orientieren sich die halbstündigen Filme, die das ZDF im September jeden Montagabend zeigt, an den wichtigsten Räumen eines jeden Hauses. Los geht’s mit einer Folge rund um die Küche, danach folgen Bad, Schlafzimmer, und Wohnzimmer. Vier junge Regisseure sind der Frage auf den Grund gegangen, wie Menschen ihre Liebe frisch halten - und wie sie alltägliche Hürden meistern.

Pro Film werden drei Paare vorgestellt, die in unterschiedlichsten Konstellationen leben. Mal in einem gemeinsamen Haushalt, mal in getrennten Wohnungen. Es sind Paare mit oder ohne Kind, hetero- und homosexuelle Paare, alte und junge Menschen. Und die sind mal mehr und mal weniger sympathisch. Aber es sind ehrliche, offene Worte, die die Protagonisten vor den ZDF-Kameras finden. Man lernt viel über sie und ihre Beziehung, findet sich selbst wieder in Geschichten von alltäglichen Streitereien. Nur die Nahaufnahmen von Zungenküssen am Ende, die hätten nicht sein müssen.

Zwischen den Interviews versorgt das ZDF die Pärchen auf dem heimischen Sofa mit netten Grafiken und interessanten Fakten. Zum Beispiel: "Eine glückliche Beziehung kann auch krank machen. Menschen in festen Beziehungen werden eher dick als Singles." Ob das das Publikum mit der Chipstüte gerne hört?

Ein TV-Tipp von Viktoria Meinholz, Redakteurin beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Vergelt’s Gott"
22.45 Uhr, ARD
REPORTAGE Trotz Transparenzgelöbnissen bleiben die Finanzen der katholischen Kirche im Dunkeln. Ein Geflecht aus Gesellschaften, Vereinen und Stiftungen (ver-)birgt ein Milliardenvermögen. – Ein Blick in geheime Geldtöpfe der Kirche und die Quellen fragwürdigen Reichtums. (bis 23.30)

"Die Nacht ist jung"
22.15 Uhr, Arte

SCI-FI Der todkranke Gangster Alex (Denis Lavant) verliebt sich in die Gefährtin seines Chefs (Michel Piccoli). - Mit der poetischen Endzeitvision verzückten Juliette Binoche und Regisseur Leos Carax 1986 Europas Cineasten. Carax’ "Die Liebenden von Pont Neuf" läuft um 20.15 Uhr. (bis 0.10)


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