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TV-Tipps des Tages für den 17.4.: Tausendmal gesehen, tausendmal vollgeschleimt

Irgendetwas faul in der Nachbarschaft? Wen ruft man da? Die "Ghostbusters" natürlich! Tausendmal gesehen, tausendmal vollgeschleimt - und immer wieder extrem lustig. Unser TV-Tipp des Tages.

Immer an den Rat von Dr. Egon Spengler (Harold Ramis) denken: NIE, aber auch NIE dürfen sich die Laserströme kreuzen!

Immer an den Rat von Dr. Egon Spengler (Harold Ramis) denken: NIE, aber auch NIE dürfen sich die Laserströme kreuzen!

"Ghostbusters"
20:15 Uhr, Kabel Eins
FANTASY-KOMÖDIE Im Februar machte eine traurige Nachricht die Runde: Harold Ramis war mit nur 69 Jahren gestorben. Ich konnte es nicht fassen. Dr. Egon Spengler - tot? Und dann von einer Autoimmunkrankheit dahingerafft? Wenn schon, dann hätte er mindestens von Zuuuuuuuuuul höchstpersönlich in Stücke gerissen werden müssen. Oder vom größten Twinkie des Universums erschlagen werden müssen.

Als "Ghostbusters" in den Kinos lief, war ich drei. Zum ersten Mal begegnete ich Egon Spengler, Ray Stantz (Dan Aykroyd), Peter Venkman (Bill Murray) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson) im Kinderprogramm - damals noch in Zeichentrickform und in einer weichgespülten Variante. Auf den ganz realen Wahnsinn stieß ich erst Jahre später - durch Zufall: Ich hatte mich schon auf eine Superfolge meiner gezeichneten Geisterjäger gefreut, als plötzlich echte Menschen über den Bildschirm hüpften. Es dauerte eine Weile, bis ich mich an die neuen Gesichter (und Frisuren!) gewöhnt hatte, aber hey, was für ein Spaß: Ein Kühlschrank, in dem sich das Tor zu einer anderen Dimension öffnet? Der umgebaute Krankenwagen Ecto-1 und das Proton Pack in echt nachgebaut? Selbst Slimer ("Es hat mich vollgeschleimt!") war dabei, hier allerdings noch in freier Wildbahn und nicht als zahmer Hausgeist der Truppe.

Von diesen flapsigen und durchaus nicht jugendfreien Sprüchen, die nur die Filme der Achtziger so hinbekommen, ganz zu schweigen: Denn nicht nur der grüne Derwisch sorgte dafür, dass es in der Verfilmung von 1984 äußerst schlüpfrig zuging. "Ich will dich in meinem Innersten!" fordert Venkmans Date Dana Barrett, frisch vom Dämon besessen und in die Karikatur einer Femme Fatale verwandelt, den Geisterjäger auf, der dankend ablehnt: "Es klingt als hättest du da schon mindestens zwei Leute drin. Könnte ein kleines Gedränge geben."

Schon der zweite Film, der im Anschluss ebenfalls auf Kabel Eins gezeigt wird (ab 22.20 Uhr), hatte seine Probleme, den klamaukigen Wahnsinn des ersten Teils zu übertreffen - und gab sich damit zufrieden, die Handlung seines Vorgängers in Grundzügen zu wiederholen: Anstelle des gigantischen Marshmellow-Mannes lief nun eine zum Leben erwachte Freiheitsstatue durch die Straßen New Yorks. So gerne ich die "Ghostbusters" aber auch mag - was ich nie, nie sehen möchte, ist dieser seit Ewigkeiten geplante dritte Teil der Reihe. "Ghostbusters" im Altersheim, wahrscheinlich noch mit einem digital wieder auferstandenen Harold Ramis - das muss wirklich nicht sein. Ich sage nur: "Indiana Jones 4".

Dann höre ich schon lieber Ray Parker Juniors Titelsong in Dauerschleife: "If there's something strange in your neighborhood. Who you gonna call??? - GHOSTBUSTERS!"

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Doktor Schiwago"
20.15 Uhr, Bayern
EPOS Russland zur Zarenzeit. Aus Dankbarkeit seinen Zieheltern gegenüber heiratet Militärarzt Jurij Schiwago (Omar Sharif) deren stille Tochter Tonja (Geraldine Chaplin). Der wahren Liebe begegnet er im Krieg: Es ist Krankenschwester Lara (Julie Christie)... Nach dem Roman von Boris Pasternak operiert David Lean ("Lawrence von Arabien") am offenen Herzen. Die russische Geschichte bleibt Stichwortgeber, im Vordergrund stehen Leben und Leid eines Bilderbuchhelden. Das Epos von 1965 zählt zu den schönsten Schnulzen aller Zeiten und funktioniert getreu dem Motto Pasternaks: "In der Kunst schweigt der Mensch, und das Bild spricht." (bis 23.20)

"Still Walking"
23.15 Uhr, WDR

DRAMA Eine japanische Familie trifft sich einmal im Jahr zum Andenken an einen vor vielen Jahren ertrunkenen Sohn. Für dessen Bruder Ryota immer wieder eine harte Prüfung. – Das einfühlsam erzählte Drama lässt Raum, um dem Verhältnis zu den eigenen Eltern nachzuspüren. (bis 1.05)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo