HOME

Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipps des Tages für den 18.2.: Ermitteln wie zu Stasis Zeiten

Unter TV-Tipp des Tages führt in eine Zeit, als Deutschland geteilt war. In diesem "Polizeiruf 110" von 1986 herrscht noch eitel Sonnenschein in der DDR.

Ein Polizeiruf aus sozialistischen Zeiten: Peter Borgelt ermittelt als Hauptmann Fuchs

Ein Polizeiruf aus sozialistischen Zeiten: Peter Borgelt ermittelt als Hauptmann Fuchs

"Polizeiruf 110: Mit List und Tücke" ab 22.50 Uhr, MDR
KRIMISERIE Am 31. Dezember 1991 wurde der Sendebetrieb des Deutschen Fernsehfunks eingestellt - das DDR-Fernsehen war Geschichte. Übrig blieb das Ostsandmännchen. Viel mehr allerdings auch nicht: Auch 20 Jahre, nachdem der Stecker gezogen wurde, scheint noch immer ein Fluch auf allen Bewegtbild-Produktionen zu liegen, die zu DDR-Zeiten entstanden. Da ist es schon das höchste aller Gefühle, in einer dieser unsäglichen Ostalgie-Shows einen kurzen Ausschnitt aus dem "Brummkreisel", "Flax und Krümel" oder "Spuk unterm Riesenrad" zu erhaschen - natürlich stets durch den Kakao gezogen oder kritisch eingeordnet von so genannten Experten. Als hätten sich unsere Fernsehoberen verschworen, das Kapitel DDR-TV-Geschichte endgültig aus unserem kollektiven Gedächtnis zu löschen.

Doch dann und wann blitzt doch noch eine alte Geschichte aus längst vergangenen Fernsehtagen auf: Zu verdanken ist dies meist dem MDR, der in schöner Regelmäßigkeit alte "Polizeiruf 110"-Folgen ins Programm hebt. Zugegeben - die Folge "Mit List und Tücke" gehört sicher nicht zu den Highlights der TV-Geschichte - weder nach heutigen, noch nach damaligen Maßstäben. Ermittler Hauptmann Peter Fuchs sieht sich mit einer mysteriösen Einbruchsserie konfrontiert, in der zuerst ein Sanitäter unter Verdacht gerät, dann plötzlich ein Hypnotiseur auftaucht und die Geschichte erst durch viele Zufälle zu einem, natürlich, guten Ende gebracht wird. Einschalten sollten Sie trotzdem - und sei es nur, um ein bisschen ungefilterten Zeitgeist zu schnuppern!

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"George"
22.45 Uhr, RBB
DOKUDRAMA UFA-Star Heinrich George starb 1946 als NS-Sympathisant in sowjetischer Gefangenschaft. Letztes Jahr machte Sohn Götz, was alle immer wollten: In einer Mischung aus Spielszenen, Archivmaterial und Interviews stellt er das Leben seines Vaters nach. (bis 0.40)

"Harlan - Im Schatten von Jud Süß"
22.45 Uhr, Bayern

DOKU Er war auf deutschnationalen Kitsch, Rassismus und Todesverklärung spezialisiert. Wie setzen sich die Kinder und Enkel des Regisseurs Veit Harlan mit dessen Erbe auseinander? Felix Moellers Familienporträt erzählt von Verarbeitung und Verdrängung, von Abrechnung und Distanz. (bis 0.25)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo