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TV-Tipps des Tages für den 24.2.: Mit dem Bügeleisen in die Zukunft

Hier werden Raumschiffe noch mit Bügeleisen und Bleistiftanspitzern gesteuert. "Raumpatrouille" ist die einzige deutsche Scifi-Serie, die wirklich zählt. Die Kinofassung ist unser TV-Tipp des Tages.

Deutsche Science-Fiction ohne einen Deutschen an Bord - die Besatzung des schnellen Raumkreuzers Orion (v.l.n.r.): Leutnant Helga Legrelle (Ursula Lillig), Leutnant Mario de Monti (Wolfgang Völz), Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr), Leutnant Atan Shubashi (Friedrich G. Beckhaus), Leutnant Hasso Sigbjörnson (Claus Holm)

Deutsche Science-Fiction ohne einen Deutschen an Bord - die Besatzung des schnellen Raumkreuzers Orion (v.l.n.r.): Leutnant Helga Legrelle (Ursula Lillig), Leutnant Mario de Monti (Wolfgang Völz), Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr), Leutnant Atan Shubashi (Friedrich G. Beckhaus), Leutnant Hasso Sigbjörnson (Claus Holm)

"Raumpatroullie - Rücksturz ins Kino" 21.45 Uhr, EinsPlus
SCI-FI Niemand tanzt so schön wie Leutnant Tamara Jagellovsk (Eva Pflug). Doch ansonsten ist mit dem GSD-Sicherheitsoffizier nicht gut Kirschen essen. Das muss auch Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) feststellen, als ihm die kühle Dame als Aufpasserin zugeteilt wird. Der widerspenstige Kommandant des Schnellen Raumkreuzers Orion hat sich einer Alphaorder widersetzt und wurde zur Raumpatrouille der Grenzsektoren strafversetzt. Zum Glück für die Menschheit: Denn die gefährlichen "Frogs" planen die Invasion der Erde - und nur einer kann die Exoterristen stoppen.

"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein..." Gibt es tatsächlich Menschen dort draußen, die noch nie vom Raumschiff Orion gehört haben? Für all jene hebt EinsPlus heute ein ganz besonderes Schmankerl ins Abendprogramm: "Rücksturz ins Kino" ist ein Zusammenschnitt jener siebenteiligen Kultserie, die 1966 zum ersten Mal im Deutschen Fernsehen lief. Die Geschichte um die Invasion der "Frogs", den Overkill-Planetenzerstörer und den latent faschistoiden Galaktischen Sicherheitsdienst im Zeitraffer erzählt.

Klar, über die skurrilen Tanzszenen und die Spezialeffekte von damals lässt sich heute vortrefflich lachen. Oder man steht staunend vor der Kreativität, mit der Bühnenarbeiter und Tricktechniker Alltagsgegenstände wie Bügeleisen, Bleistiftanspitzer und Brausetabletten zweckentfremdet haben, um eine Zukunft zu simulieren, in der es keine Nationalstaaten mehr gibt und der Meeresboden als Wohnraum erschlossen wurde.

Traurig nur, dass das "Märchen von übermorgen" eine Eintagsfliege in der deutschen Serienproduktion geblieben ist - auch ein halbes Jahrhundert nach der Erstausstrahlung fehlt ein würdiger Nachfolger. Und das nun wirklich kein Overkill.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Johnny zieht in den Krieg"
22.25 Uhr, Arte
ANTIKRIEGSDRAMA Im Ersten Weltkrieg von einer Granate zerfetzt, ist Johnny - ohne Arme und Beine, blind, taub und stumm - experimentierfreudigen Ärzten ausgeliefert. In Visionen sucht er nach dem Sinn seiner Qualen. Der Film von 1971 gehört zu den radikalsten Werken des Genres. (bis 0.10)

"Waffen für die Welt"
23.45 Uhr, ARD

DOKUMENTATION Trotz angeblich strikter Reglementierung deutscher Kleinwaffenexporte landen zahllose Maschinengewehre made in Germany in Krisengebieten. Daniel Harrichs Recherche enthüllt lasche Kontrollen und illegale Deals mit tödlichen Waffen. (bis 0.30)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo