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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipps des Tages für den 28.3.: Rache, eiskalt serviert

Nein, dieser Film stammt nicht von Quentin Tarantino. Aber alles an "Lucky Number Slevin" fühlt sich danach an: Der Streifen von 2006 gilt längst als Geheimtipp - und ist unsere Empfehlung des Tages.

Der Scheitel sitzt, die Pistole auch: Eine Begegnung mit Mr. Goodkat (Bruce Willis) endet meistens tödlich

Der Scheitel sitzt, die Pistole auch: Eine Begegnung mit Mr. Goodkat (Bruce Willis) endet meistens tödlich

"Lucky Number Slevin"
21.55 Uhr, AXN
THRILLER Dieser Film hatte eigentlich alles, um zu einem Hit zu werden. Stars wie Josh Hartnett, Bruce Willis, Lucy Liu, Morgan Freeman und Ben Kingsley drücken sich die Klinge... ähhh Klinke in die Hand. Die Dialoge sind geschliffen und trocken, wie man es sonst nur aus Tarantino-Filmen kennt. Das Blut fließt und spritzt an den richtigen Stellen. Und die Handlung ist nicht nur äußerst schlau, sondern auch angenehm unvorhersehbar.

Trotzdem hat "Lucky Number Slevin" niemals ein deutsches Kino von innen gesehen. Man muss schon den Kopf darüber schütteln, dass sich kein deutscher Verleih dieser kleinen Thriller-Perle annehmen wollte. Immerhin: Eine DVD-Veröffentlichung gab es 2007, ein Jahr nach der US-Premiere, dann doch noch. Seitdem fristet der Film sein Schattendasein als Geheimtipp. Für dieses moderne Kuriosum mit Starbesetzung brechen wir gerne einmal mit unserer eisernen Regel - und empfehlen einen Film aus dem Pay-TV-Bereich.

Die Handlung: Slevin Kelevra (Josh Hartnett) hatte gerade etwas Pech im Leben und braucht eine neue Bleibe. Doch als er die Wohnung seines Freundes Nick Fisher betritt, findet er sie verlassen vor. Statt Nick begegnet er Lindsey (Lucy Liu), die Columbo-mäßig das Verschwinden ihres Nachbarn aufklären will. Kurz darauf erscheinen Gangster von gleich zwei Mafiafamilien auf der Bildfläche, denen Nick eine Menge Geld schuldet - und die nun Slevin für den säumigen Schuldner halten.

Das klingt zunächst nach dem Dude in "The Big Lobowski", entwickelt sich aber schnell in eine ganz andere Richtung weiter. Mehr über die Handung zu verraten, hieße, den Spaß an diesem unkonventionellen Gangsterstück von Regisseur Paul McGuigan zu nehmen. Am besten schauen Sie selbst herein - und lernen aus eigener Anschauung, was es mit dem "Kansas City Shuffle" auf sich hat.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Léon - Der Profi"
20.15 Uhr, Vox
THRILLERMELO September 2009. Lange ist es her, dass deutsche TV-Zuschauer Léon bei der Pflege seiner Zimmerpflanzen zusehen konnten. Grund genug, wieder mal mitzuerleben, wie der New Yorker Profikiller (Jean Reno) neben der Botanik auch die Literatur entdeckt. Das verdankt er seiner Nachbarin Mathilda (Natalie Portman in ihrem Debüt). Das kluge Mädchen, das ihre Familie durch die Waffen korrupter Cops (u. a. Gary Oldman) verliert, schlägt Léon einen Deal vor: Sie bringt ihm das Lesen und Schreiben bei, dafür bildet er sie zur Killerin aus. Léon hat Zweifel, aber he: Wer kann der 13-jährigen Natalie Portman widerstehen? - RTL II zeigt Luc Bessons Kracher von 1994 im Director’s Cut. (bis 1.00)

"Wahre Lügen"
22.35 Uhr, 3Sat

THRILLER Journalistin Karen (Alison Lohman) untersucht, ob zwei Entertainer aus den 50ern (Kevin Bacon, Colin Firth) eine Leiche im Keller haben... Atom Egoyan schuf einen verschachtelten, erotischen Mysterythriller, der es fast mit David Lynch aufnehmen könnte. (bis 0.20)

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo