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KINO: Hauptsache, es knallt

Kein Hollywood-Produzent hat mehr Gefühl für einen sicheren Hit als Jerry Bruckheimer - und keiner wird von Kritikern mehr verachtet. Nachdem er mit Filmen wie »Flashdance«, »Top Gun« oder »Armageddon« zwölf Milliarden Mark eingespielt hat, kommt jetzt sein Kriegs-Epos »Pearl Harbor« in die Kinos.

Von Christine Kruttschnitt

An Kanonenschläge, Gewehrfeuer und Granaten ist der Mann seit rund 20 Jahren gewöhnt. Zwölf Milliarden Dollar haben seine Filme insgesamt eingespielt, solche Zahlen müssten Jerry Bruckheimer taub machen gegen die Bomben, die gerade auf sein neues Feuer-Werk »Pearl Harbor« fallen. »Aufgeblasen und langweilig«, schnaubte der Kritiker von »People«, »hirnlos«, schoss der »New York Observer« hinterher, und die »New York Times« versenkte das 145-MillionenDollar-Projekt mit dem Urteil: »Außergewöhnlich durchschnittlich«.

Sinnleere Bubenspäße

Nicht, dass die Kritik jemals ein gutes Haar gelassen hätte an seinen Produktionen. Von »Top Gun« bis »Armageddon« gelten sie allesamt als sinnleere Bubenspäße, subtil wie Hammerschläge, voller Sprengstoff und Testosteron, nur lose verbunden von Dialogen, die sich mit einem gebrüllten »Los, raus hier!« zusammenfassen lassen, gefolgt von einem großen Bumm.

Bruckheimers Weltkriegs-Actionfilm »Pearl Harbor« aber wird extra scharf torpediert ? sind die großen Bumms doch hier verklebt mit einer zähen Liebesgeschichte und einem ganz untypischen Wunsch nach Bedeutung. Das nationale Trauma vom Überraschungsangriff der Japaner auf den US-Stützpunkt in Hawaii ist ? und war auch schon ? Stoff für ein Kino-Epos; was jedoch Bruckheimer und sein Regisseur Michael Bay fabriziert haben, ist modische Pop-Nostalgie.

Bunt und geschichtslos

Die Tragödie als Multiplex-Apokalypse: So bunt und geschichtslos kommt die Geschichte von der Geburt Amerikas als Weltpolizei daher, als wende sie sich an eine Generation, die noch nie von Pearl Harbor gehört hat, geschweige denn vom Zweiten Weltkrieg. Scharfe Zeiten müssen das gewesen sein: Die Mädchen damals waren glamourös, trugen knallroten Lippenstift und Prada-Pumps, die Jungs hatten noch keine Computerspiele und mussten daher echte Kampfpiloten werden. Und irgendwann, plumps, fielen japanische Bomben vom Himmel, und die Jungs durften Flieger abschießen wie in »Star Wars«. Man verlässt das Kino mit klingenden Ohren und dem dumpfen Gefühl, die ? wahre ? Geschichte von mehr als 2.400 Toten hätte einen rühren sollen. Oder die ? erfundene ? Romanze zwischen einer Krankenschwester (Kate Beckinsale) und zwei Piloten (Ben Affleck, Josh Hartnett). Aber der Anblick einer Sushi-Platte löst mehr Gefühle aus als »Pearl Harbor«.

Muss erwähnt werden, dass der Film am ersten Wochenende in den USA rund 75 Millionen Dollar eingespielt hat? »Bruckheimer hat seinen Finger direkt an der Klitoris des Kinopublikums«, schrieb erotisch vernebelt der Londoner »Guardian« über den 55-Jährigen, der sein Alter ? wegen des Jugendwahns in Hollywood ? gern verschweigt. Mit seinem ehemaligen Partner Don Simpson, der 1996 an einem Drogencocktail starb, erfand er die »High Concept«-Formel, die nichts mit Höhe oder Tiefe, sondern mit Breite zu tun hat: Finde den größten gemeinsamen Nenner. Also: eine simple Story. Reduziere sie auf eine simple Idee. Reduziere die Idee, so dass sie jeder schon auf dem Filmplakat kapiert. Tom Cruise in Uniform vor Jet ? »Top Gun«. Eddie Murphy als schwarzer Prolet in weißer High Society ? »Beverly Hills Cop«. Bruce Willis und ein Meteorit ? »Armageddon«. »Diese Filme haben viele Leute sehr reich gemacht«, schrieb die »Los Angeles Times« bekümmert. »Aber das Publikum auf der ganzen Welt ärmer.«

Ein Mann mit einer Nase für den Teenager-Geschmack und Kokain

»Wenn die Zuschauer im Vorspann unser Logo sehen, applaudieren sie«, sagt Bruckheimer unbeirrt. Er ist kein überlebensgroßer Mogul, wie es sein verstorbener Partner Simpson immer sein wollte ? extravagant und egozentrisch, mit einer Vorliebe für schnelle Autos und 5.000-Dollar-Callgirls. Ein Mann mit einer Nase für den Teenager-Geschmack (»Flashdance«) und Kokain. Einer, der zu viel prahlte, zu viel soff, zu fest an sich selbst glaubte.

Bruckheimer ist ein schmaler, durchtrainierter Mann mit kurzem Bart und leiser Stimme. Sein Hauptquartier liegt in einem Backsteingebäude in Santa Monica, von außen flach und unspektakulär, innen cool möbliert und von jungen Menschen bevölkert, die emsig telefonieren und auf der Tastatur hacken. Wenn Bruckheimer durch den Raum geht, surren sie auf ihn zu wie Gepäckwagen und Busse an ein gelandetes Flugzeug. Er hört zu, nickt, entscheidet; »jeden Tag eine Krise«, murmelt der Boss. Es klingt nicht unzufrieden. An einer Wand prangen Anzeigen aus den Branchenblättern: »200.000.000« steht da drauf. Oder: »500.000.000«. Es sind die herausposaunten Einspielergebnisse seiner Produktionen; Hollywood-Poesie.Christine Kruttschnitt im Gespräch mit dem Produzenten.

Mr. Bruckheimer, würden gute Kritiken Sie verblüffen?

Sie scherzen, natürlich will jeder gelobt werden für seine Arbeit. Wenn die Kritiker mich aber loben würden und kein Mensch sähe meine Filme, würden wir jetzt gar nicht hier sitzen.

Sehen Sie in Besucherzahlen Rache an der Filmkritik?

Ich mache keine Filme für Kritiker, so einfach ist das. Ich mache keine Filme für Intellektuelle und auch nicht für Deppen, sondern für all die Leute dazwischen, die unterhalten werden wollen. Was mich wirklich stört an Kritikern ist, dass sie Kunst- und Kommerzfilme über einen Kamm scheren. Einen Opernrezensenten schickt man doch auch nicht zu den Backstreet Boys.

Ihr Firmenlogo ist ein von Blitzen überzuckter Highway. Wie beschreiben Sie, was in den zwei Stunden danach kommt?

Unterhaltung ? stark und emotional. Jeder Zuschauer fühlt sich am Ende meiner Filme besser. Ich weiß natürlich, dass mit meinem Namen hauptsächlich Explosionen verbunden werden. Aber sehen Sie sich »Gegen jede Regel« oder »Coyote Ugly« an, da fliegen nicht nur Gebäude in die Luft. Gerade drehe ich in Australien eine Komödie mit einem Känguru.

Sind die Buddy-, also Kumpel-Filme, für die Sie berühmt geworden sind, Ihr persönlicher Geschmack?

Ich mache nur Filme, die mich selbst interessieren. Natürlich ist das dann hauptsächlich Männer-Kino ? schließlich bin ich ein Mann. Aber einer meiner Lieblingsfilme, ob Sie?s glauben oder nicht, ist »Miss Daisy und ihr Chauffeur«.

Es ist bekannt, dass Sie und Don Simpson die gleichen schwarzen Ferraris fuhren, in den gleichen schwarzen Jeans auftraten und eineiige Zwillinge als Sekretärinnen anstellten. Kumpel ? gewiss. Aber waren Sie eigentlich Freunde?

Ja, sehr enge. Nur ging es irgendwann nicht mehr. Ich sprach mit Ärzten und Therapeuten über sein Drogenproblem. Die sagten: Sie können ihn nicht zwingen aufzuhören, das muss er selber wollen. Das Einzige, was Sie tun können: Entziehen Sie ihm die Freundschaft, nehmen Sie ihm, was ihm wichtig ist. Also habe ich zu Don gesagt: Wir sprechen uns wieder, wenn du klar denken kannst. Offensichtlich war ihm unsere Freundschaft nicht wichtig genug, denn er hat sein Leben nicht geändert. Als ein paar Monate später die Nachricht von seinem Tod kam, war ich bestürzt. Aber nicht überrascht. Ich hatte mit diesem Anruf gerechnet.

Hätte Simpson es verstanden, dass Sie bei »Pearl Harbor« auf Ihre Gage in Höhe von fünf Millionen Dollar verzichtet haben?

Das ist nicht so unüblich, bei »Gegen jede Regel« habe ich auch die Hälfte abgegeben. Glauben Sie mir, ich kann es mir leisten.

Unser Mitleid hält sich in Grenzen ? Sie und Michael Bay, der ebenfalls seine Gage zurückstellte, bekommen Profitanteile. Sind Sie der erste Millionär in Ihrer Familie?

Ja ? und auch der erste Amerikaner. Meine Eltern wanderten in den 20er Jahren aus. Sie waren Bauern aus einer kleinen Stadt in Westfalen. Ich sollte Zahnarzt werden, habe mich aber schnell auf Psychologie verlegt.

Sie haben einmal gesagt, Sie können nicht in die Köpfe der Teenager blicken ? Sie sagen ihnen lieber, was sie mögen sollen.

Das hört sich eher nach Don an. Ich weiß überhaupt nicht, was Teenagern gefällt. Natürlich lese ich viel und versuche immer, auf dem Laufenden zu sein.

Das soll Ihr Erfolgsrezept sein?

Niemand kann einen Erfolg planen in Hollywood. Ich mache Testvorführungen, nach denen wir die Filme besser aufs Publikum zuschneiden. Und ich kann gut zuhören. Unsere Filme sind immer eine Mischung vieler Meinungen und Ideen.

Etliche Filmemacher brechen bei dieser Vorstellung in Tränen aus.

Die können ihre Filme auch schön selber produzieren.

Klingt nicht so, als hätten es Regisseure leicht mit Ihnen.

Oh, nein, am Drehort ist der Regisseur der Boss. Wenn ich das Gefühl hätte, ich könnte selbst inszenieren, hätte ich es schon längst getan. Ich konzentriere mich auf das, was ich kann. Als Kind war ich Baseballfan, aber ein miserabler Spieler. Die einzige Chance, in ein Team zu kommen, bestand für mich darin, eines aufzubauen. Genauso ist es mit Kino. Ich liebe Filme, aber ich bin kein Tom Cruise. Mein Talent ist vielmehr, Talente zu entdecken.

Fiel es Ihnen schwer, nach Simpsons Tod Ihre Rolle als Strippenzieher im Hintergrund aufzugeben?

Ich bin nicht der Typ fürs Rampenlicht, aber es gehört zum Geschäft. Ich bin einfach mehr wert, wenn mein Name bekannt ist. Hollywood ist da gnadenlos: Wenn du nicht berühmt bist, müssen sie dich auch nicht bezahlen. Don wusste das genau und hatte gleich für unseren ersten Film einen Publizisten angeheuert. Der musste sicherstellen, dass die Presse wusste, wer »Flashdance« produziert hat. Wir zwangen das Studio, uns überall dorthin zu schicken, wo der Regisseur auftauchte. Wenn der also Interviews gab, stand in unserem Vertrag, dass wir ebenfalls eingeflogen wurden. Das ist das Wichtigste, was ich gelernt habe: In Hollywood muss man immer Anspruch erheben auf seinen Erfolg, sonst tut es ein anderer.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(