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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipps des Tages für den 7.3.: Ich muss dir mal was sagen, Papa...

Fünf Kinder fragen ihre Väter nach Dingen, die sie in ihrem Leben verletzt, die sie nicht verstanden haben. Der animierte Kurzfilm "Vater" ist unser TV-Tipp des Tages.

Ganz allein: Sirma hat ihren Vater nie kennen gelernt

Ganz allein: Sirma hat ihren Vater nie kennen gelernt

"Vater" 21.45 Uhr, ZDFkultur
Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihrem Vater gesprochen? Nicht über das Wetter, beruflichen Erfolg, das Auto oder Ihr allgemeines Befinden. Über Gefühle. Über Ihr ganz persönliches Verhältnis zueinander. Über das, was weh getan hat.

Noch nie? Es ist schon seltsam: Da haben wir so viel Zeit miteinander verbracht, aber trotzdem trennt Eltern und Kinder diese unsichtbare Wand. So viel bleibt unausgesprochen, so viel bleibt ungesagt - Gutes wie Schlechtes.

Sirma, Sancho, Yana, Boris und Velina würden gerne mit ihren Vätern reden. Aber der Dialog ist gestört: Manche Väter wollen nicht zuhören, manche wissen nicht wie, manche sind noch nie da gewesen - und bei manchen ist es schlicht zu spät. Sie sind tot. Trotzdem reden die fünf Söhne und Töchter jetzt - in "Vater", dem 15-minütigen Animationsfilm des bulgarischen Regisseurs Ivan Bogdanov.

Man muss ZDFKultur wirklich dankbar dafür sein, diesen berührenden Kurzfilm ins Programm gequetscht zu haben. Nicht zu nachtschlafender Zeit, sondern um 21.45 Uhr.

So prägnant, so ehrlich und so aufwühlend habe ich noch nie einen Film zum Thema Väter gesehen. Die Entscheidung, die Geschichten als Animationsfilm umzusetzen, tut der Thematik gut: Die Zeichnungen, mal poetisch, aber viel zu oft beklemmend und bedrohlich, fangen Stimmungen ein, geben Träumen, Ängsten und Gefühlen Gestalt, wie es unter Realfilmbedingungen so nicht möglich gewesen wäre.

Anschauen. Und danach zu Hause anrufen!

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Der fremde Sohn"
20.15 Uhr, ZDFneo
DRAMA Sohn von Telefonistin Christine (Angelina Jolie) ist spurlos verschwunden. Die Suche der Polizei bleibt erfolglos. Monate später übergeben die Beamten der alleinerziehenden Mutter ein fremdes Kind. Dass der Junge nicht ihr Sohn ist, will ihr niemand glauben. Sie landet in der Psychiatrie. Bis ein Zufall die Wahrheit ans Licht bringt. - Ohne Effekthascherei und mit viel Gespür für Zeitkolorit setzt Clint Eastwood einen kalifornischen Albtraum, der als "Wineville-Chicken-Morde" in die Kriminalgeschichte einging, in Szene. Stilistisch erinnert sein Porträt der Schattenseite von Los Angeles an die Klassiker "L.A. Confidential" und "Chinatown". (bis 22.25)

"Im Miljö"
23.15 Uhr, WDR

DOKU Das Köln der 60er- bis 80er-Jahre galt dank seiner Kriminalitätsstatistik als "Chicago am Rhein". Nach ihrem Selbstverständnis waren die Akteure wie Zuhälter Esser’s Häns ehrenwerte Räuber. Sittengemälde einer Epoche, über die selbst Ex-Kripoleute wie von besseren Zeiten reden. (bis 0.35)

"Whisky mit Wodka"
0.00 Uhr, MDR

TRAGIKOMÖDIE Regisseur Andreas Dresen kann auch lustig. So in diesem Spaß um den trunksüchtigen Schauspieler Otto Kulberg (Henry Hübchen). Aus Angst vor einem finanziellen Desaster engagiert man für Ottos neuen Film eine Zweitbesetzung. Das sieht der Profi gar nicht gern... (bis 1.35)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo