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ARD-Konzert: Völlig verschwitzt durch die Nacht - die neue Helene Fischer

Verschwitzt, zerzaust, abgekämpft: Helene Fischer stellte am Donnerstagabend in der ARD mit einem Konzert im Münchner Kesselhaus ihre neuen Songs vor. Die klingen wie die alten - nur Helene ist komplett neu.

Helene Fischer in München

Helene Fischer bei ihrem Konzert am 24. Mai im Münchner Kesselhaus

Ausgepfiffen. Eine Schmach. Das Ende? Nach ihrem Auftritt in der Halbzeit des DFB-Pokalfinals in Berlin fühlten sich Helene-Fischer-Kritiker bestätigt. "Die ist auf dem absteigenden Ast", unkten einige und beschworen einen Niedergang der erfolgreichen Schlagersängerin herbei. Doch Helene lebt! Und ist besser als jemals zuvor.

Das stellte die 32-Jährige am Donnerstagabend in der ARD-Sendung "Helene Fischer - ihre neuen Songs" unter Beweis. Das Konzert im Münchner Kesselhaus wurde bereits vor zwei Wochen aufgezeichnet und jetzt ausgestrahlt. 22 Lieder bekamen die rund eintausend eingefleischten Helene-Fans im Saal zu hören, die meisten von ihrem neuen Album, das schlicht "Helene Fischer" heißt. Ihr neuer Chart-Erfolg "Herzbeben" war ebenso dabei wie "Achterbahn" oder die Ballade "Du hast mich stark gemacht".

Die Musik von Helene Fischer ist nicht neu - sie schon

Die Songs folgen dem alten Fischer-Erfolgsrezept: Gefühlvolle Balladen wechseln sich mit Up-Tempo-Nummern mit wummernden Bässen ab. "Die Deutschen lieben Marschmusik", erklärte "Atemlos"-Autorin Kristina Bach den in Schlagersongs wiederkehrenden Stampfbeat. Die Musik auf Fischers Album ist eingängig, aber nicht überraschend oder gar revolutionär neu. Die Sängerin dafür schon.

Statt der perfekten Schlagerdiva, die an Seilen von der Decke schwebt oder im Walle-Walle-Kleid zur Windmaschine wogt, bekamen die 3,4 Millionen ARD-Zuschauer eine hart rackernde Sängerin zu sehen. Helene schwitzt! Das galt es erstmal zu verkraften. Ihre Haare klebten zerzaust an der Stirn und es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre die Fischer headbangend über die Bühne gefegt. Eine Rocker-, keine Schlagerbraut.

Fischer wirkt authentischer

Der Imagewechsel ist inszeniert, mag man ihr vorwerfen. Von ihren Choreographen und Beratern von langer Hand geplant und ausgedacht. Was machen wir mit dir, Helene? Das mag eine der Fragen gewesen sein, die am Anfang dieses Konzerts standen. Abheben von der weichgespülten und Musical-inszenierten Andrea Berg, mag die Antwort gewesen sein. Keine halbnackten Tänzer, sondern eine Band bekam die Fischer dafür auf die Bühne gestellt. Gestandene Musiker statt Playback-Spieler. Und Inszenierung hin oder her: Es passt zu dieser neuen Helene Fischer. Sie wirkt damit authentischer als zuvor.

Ihre Kritiker vermag Helene Fischer auch mit diesem Auftritt nicht zu überzeugen. Doch ihren Fans zeigt sie: Ich bin die Schlagerkönigin und ich bin bereit, mich für meinen Erfolg stets neu zu erfinden. Niedergang? Von wegen! Der Thron gehört Helene. Lang lebe die Königin.

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