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Momente der TV-Geschichte "Wer ist dafür, dass der Jauch rät?" – Horst Schlämmer und die geheime Absprache mit Günther Jauch

Günther Jauch und Horst Schlämmer
Günther Jauch und Horst Schlämmer begegneten sich bereits vor "Wer wird Millionär?": bei der RTL-Jahresrückblicksshow 2005
© HERMANN J. KNIPPERTZ/ / Picture Alliance
Horst Schlämmer zu Gast bei "Wer wird Millionär?": Die Sendung von 2006 ist bis heute legendär. Die Kultfigur von Hape Kerkeling bringt Günther Jauch dazu, selbst auf dem Ratestuhl Platz zu nehmen. Vorausgegangen war eine geheime Absprache.

"Ihr Stuhl ist viel bequemer, ich bleibe hier sitzen, ich habe es am Rücken und ich habe ein Attest dabei." Mit diesen Worten beginnt am 28. Mai 2006 eine der lustigsten Momente in der deutschen Fernsehunterhaltung. Horst Schlämmer ist in Günther Jauchs Rateshow "Wer wird Millionär?" zu Gast. Im Prominenten-Special ist es eigentlich die von Hape Kerkeling verkörperte Figur des stellvertretenden Chefredakteurs des "Grevenbroicher Tageblattes", die Fragen beantworten soll. Doch Schlämmer dreht den Spieß um und bringt Jauch dazu, auf dem Ratestuhl Platz zu nehmen. Ein Geniestreich.

"Herr Jauch, es hat mit mir doch keinen Sinn. Es ist doch für einen guten Zweck. Da kommen Sie doch weiter als ich. Ich spiele nicht mehr. Spielen Sie doch selber", leitet Schlämmer seinen Coup ein. "Wer ist dafür, dass der Jauch rät?", fragt der Mann mit dem angeklebten Schnauzbart ins Publikum. Jubel, Klatschen, dann gibt der Moderator klein bei. Richtig wohl scheint Jauch allerdings nicht bei dem Gedanken zu sein, die Fragen jetzt selbst beantworten zu müssen.

Horst Schlämmer stellt bei "Wer wird Millionär?" die Fragen

Er habe Angst gehabt, sich zu blamieren, gibt Jauch hinterher zu. "Ich habe mir immer geschworen, dass ich nie die Stühle tausche, aber Horst Schlämmer ist einfach nicht mehr aufgestanden und dann blieb mir nichts anderes übrig", sagte er nach der Aufzeichnung der Sendung. Der langjährige "Wer wird Millionär ..?"-Fragesteller musste ab der 8000-Euro-Frage übernehmen. Doch schon zwei Fragen später kam Jauch ins Schlingern.

"Was werden am 9.6. gegen 18 Uhr einige Menschen in München-Fröttmaning im Chor singen?" A: Fratelli d'Italia..., B: Du gamla, du fria..., C: Jeszcze Polska..., D: Noble patria, tu...", lautet anlässlich der Fußball-WM im eigenen Land die Frage für 32.000 Euro. Sie spielt auf die Nationalhymne Costa Ricas an, die an besagtem Abend ihr Vorrundenspiel in der Allianz-Arena haben würde. Jauch setzt den 50:50-Joker und logt die richtige Antwort ein: D.

Am Ende schafft es Jauch bis zur Millionenfrage. "Wer stellt in einem Gedicht fest: "Der Fußballwahn ist eine Krankheit, aber selten, Gott sei Dank!?" A: Kurt Tucholsky, B: Erich Kästner, C: Heinz Erhardt, D: Joachim Ringelnatz", will Horst Schlämmer wissen. Da Jauch die Antwort nicht kennt, steigt er aus und erspielt so 500.000 Euro für den guten Zweck.

Günther Jauch wusste vom Platztausch

Ganz unabgesprochen war der Platztausch zwischen ihm und Schlämmer allerdings nichts. "Ich habe Günther Jauch vorher gebeten, mich ein paar Minuten auf seinen Stuhl setzen zu dürfen, weil ich fürchtete, spontan würde er mich nicht drauf lassen", verrät Hape Kerkeling hinterher. Dass Horst Schlämmer nicht wieder aufstehen wollen würde, davon wusste Jauch allerdings nichts.

mai

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