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"Wer wird Millionär?"-Kandidat: Rechnen kann er nicht, doch die 500.000 Euro schafft er trotzdem

Zahlensalat bei "WWM": Kandidat Leon Windscheid übersteht nur mit Publikumshilfe die 64.000-Euro-Rechenfrage. Trotzdem erzockt er sich 500.000 Euro, kann sogar noch Millionär werden. Seiner Chuzpe sei Dank.

Von Jens Maier

Windscheid WWM

Leon Windscheid und der Februar: Beinahe wäre der "Wer-wird-Millionär?"-Kandidat an der 64.000-Euro-Frage gescheitert

Die Antwort auf die 64.000-Euro-Frage ist leicht zu errechnen: "Welche aufeinanderfolgenden Monate begannen 2015 jeweils mit einem Sonntag?", fragt am Montagabend bei "Wer wird Millionär?" seinen Kandidaten . Die Antwortmöglichkeiten sind: A: Januar und Februar. B: Februar und März. C: März und April. Oder D: April und Mai. Die logische Antwort kann nur B sein, denn nur der Februar hat exakt vier Wochen. Doch dem 26-Jährigen unterläuft ein verhängnisvoller Rechenfehler.

Dabei hatte für den Wirtschaftspsychologiestudenten aus alles so gut angefangen. Bereits in der vergangenen Sendung die Auswahl-, die 100- und die 200-Eurofrage überstanden, geht es für ihn bei 300 Euro weiter. Ohne Mühe und Joker spielt sich Windscheid binnen weniger Minuten bis zur 16.000-Euro-Frage. Dann muss der sympathische Münsteraner, der sich für die Risikovariante entschieden hatte, seinen ersten Joker nehmen. 

Die Fragen des Quiz: Hätten Sie alles gewusst?

    Was mir selbst im stark betrunkenen Zustand gefällt, finde ich auch ...?

    Die knifflige Frage: "Welche Jahreszeit beginnt bei uns, wenn die Mittagssonne am südlichen Wendekreis im Zenit steht?" A: Frühling. B: Sommer. C: Herbst. D: Winter. Windscheid tippt zunächst auf Herbst, wählt dann aber den 50:50-Joker. Als nur noch Sommer und Winter stehen bleiben, entscheidet er sich für die richtige Antwort D. Puh, Gerade noch mal gut gegangen. Doch auf ihn wartet die scheinbar unlösbare Rechenfrage.

    "Damit zwei Monate mit dem selben Tag beginnen, müssten es vier mal sieben sein", erklärt er richtig. Doch dann begeht er einen folgenschweren Fehler. "Der Februar hatte 28 Tage, endet also mit dem selben Tag, wie er anfing und deshalb kann B nicht stimmen", sagt der ""-Kandidat. Richtig gedacht, falsch gerechnet. Denn der 1. Februar plus 28 Tage ergeben 29.

    "Der 1. Januar war kein Sonntag ..."

    Der Zusatzjoker muss ran. Doch Iris Isenhardt stiftet noch mehr Verwirrung. "Es ist B, weil meine Mutter hat am 2. April Geburtstag - und das war ein Donnerstag. Also ist es nächstes Jahr ein Samstag." Somit könne es April schon mal nicht sein, erklärt sie ihre Logik. Der 1. Januar sei außerdem kein Sonntag gewesen, "weil er nächstes Jahr ein Samstag ist." Und der 1. Mai? "Das war ein Samstag, weil ich da nicht arbeiten musste." Minutenlang geht das so. Zum wahnsinnig werden.

    Windscheid wirkt verunsicherter als vorher. Doch dann kommt er doch noch von selbst auf die richtige Antwort. Er nimmt B - und Jauch ruft verzweifelt in die Kamera: "Nehmen Sie Zuhause einfach Ihren Scheiß Taschenkalender und schauen Sie nach." Als dann die richtige Antwort aufblinkt, bricht es aus ihm heraus: "Leute, ihr seid doch alle wahnsinnig. Und der 1. Mai war ein Freitag - und kein Samstag", richtet er sich an den Zusatzjoker. Die feixt zurück: "Egal, solange es kein Sonntag war."

    Wer-wird-Millionär-Kandidat Windscheid

    An diesem Kandidat hat Günther Jauch seine Freude: Leon Windscheid steht bei 500.000-Euro.

    Mit Briefmarken zur halben Million

    Weiter geht es mit der 125.000-Euro-Frage. "Programmbeirat und Kunstbeirat unterstützen den zuständigen Bundesminister, geht es um die Gestaltung ..? A: neuer Verkehrsschilder. B: der Wahlplakate. C: von Briefmarken. D: des Plenarsaals." Windscheid weiß die Antwort nicht und macht es dieses Mal kurz. Er ruft seinen ehemaligen Lehrer an. Der ist sich ziemlich sicher, dass es C ist - und auf einmal steht der Student bei der 500.000-Euro-Frage.

    Was der 26-Jährige, der seit einem Jahr mit seiner Freundin zusammen ist, mit so viel Geld machen will? Ein Schiff kaufen. Mit seinen Freunden chartert er regelmäßig ein Boot in den Niederlanden, um darauf Partys zu veranstalten. Das will er nun für 300.000 Euro kaufen. "Je nachdem wie viel sie beisteuern, nennen wir's Günther", verspricht er Jauch. Und der parliert: "Dann komm ich mit ner Flasche Faber Premium vorbei."

    "Wenn's nicht stimmt, bleib ich hier"

    Doch die 500.000-Euro-Frage hat es in sich. Jauch will wissen: "Je höher seine Elo-Zahl, desto besser der …? A: Formel-1Motor. B: Geschirrspüler. C: WLAN-Router. D: Schachspieler. Windscheid hat eine Vorahnung, wählt aber zunächst den Publikumsjoker. Die Zuschauer entscheiden sich mit 41 Prozent für den Schachspieler. Das war auch Windscheids Tendenz. "Ich meine, das gelesen zu haben. Ich meine aber, das sei mal abgeschafft worden, deshalb bin ich etwas konfus." Obwohl er unsicher ist und bei einer falschen Antwort auf 500 Euro fällt, nimmt er D. "Scheiße, meine Freundin tötet mich, meine Eltern, meine Freunde auch. Wenn's nicht stimmt bleib' ich hier", sagt er. Doch er hat Glück. Windscheid erzockt sich die 500.000 Euro und bekommt in der nächsten Sendung sogar die Millionenfrage gestellt. 

    Weiter geht es am 7. Dezember. Und für Windscheid: Das ist ein Montag. 

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