ZDF-Klassiker "Aktenzeichen XY … ungelöst" TV-Urgestein Eduard Zimmermann ist tot


Der Vater des ZDF-Klassikers "Aktenzeichen XY... ungelöst" ist tot. Eduard Zimmermann starb am Samstag in München im Alter von 80 Jahren.

"Ganoven-Ede" lebt nicht mehr: Eduard Zimmermann, der Vater des ZDF-Klassikers "Aktenzeichen XY... ungelöst", starb am Samstag in einem Münchner Altenheim im Alter von 80 Jahren, wie seine Adoptivtochter Sabine mitteilte. "Mein Vater hat immer selbstbestimmt gelebt und in den letzten Stunden deutlich gezeigt, dass es jetzt gut und der richtige Zeitpunkt gekommen ist", sagte Sabine Zimmermann.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Zimmermann, der auch lange durch das Magazin "Vorsicht Falle" führte, am 10. Mai 2007 bei einem Fest rund um die 400. Ausgabe seines Kriminalmagazins. Nach dem Tod seiner Frau Rosmarie, die neben Sabine noch Tochter Heike in die Ehe gebracht hatte, zog er 2008 von seinem Wohnsitz in der Schweiz nach München. Seitdem wurde er zusehends dement und schwächer. Die Beerdigung soll im engsten Familienkreis stattfinden.

ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Zimmermann als einen "Pionier des Realitätsfernsehens" in Deutschland: "Zimmermann hat die Möglichkeiten des Fernsehens für die Verbrechensbekämpfung früh erkannt und konsequent eingesetzt", sagte Schächter. "Dabei hat er seine Werteorientierung zum Maßstab seiner Arbeit gemacht. Er suchte stets nach der Wahrheit, war ein Verfechter der umsichtigen und sorgfältigen Recherche. Dabei ging es ihm nicht allein um die Bekämpfung der Kriminalität."

Schächter wies darauf hin, dass Zimmermann dazu beigetragen habe, die Opfer von Verbrechen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Seit Mitte der 70er Jahre setzte Zimmermann seine Popularität ein, um mit dem von ihm gegründeten Weißen Ring Verbrechensopfern zu helfen. "Ich werte es als großen Erfolg, dass sich heute wesentlich mehr um Verbrechensopfer gekümmert wird", sagte Zimmermann, der zahlreiche Preise und Auszeichnungen vom Bundesverdienstkreuz I. Klasse über den Bayerischen Verdienstorden und die Goldene Kamera bis zum Adolf-Grimme-Preis erhielt, zu seinem 70. Geburtstag.

Sondersendung am Sonntagabend

Ein Millionen-Publikum saß vor den Bildschirmen, wenn er mit den Worten "Guten Abend, verehrte Zuschauer" die Fernseh-Fahndung eröffnete, die sich auch in die Schweiz und Österreich erstreckte. Als Zimmermann 1997 die Moderation abgab, übernahm der Hamburger Anwalt Butz Peters die Sendung, 2002 folgte Sportreporter Rudi Cerne. Bis Januar 2009 wurden knapp 3900 Fälle behandelt und mehr als 1600 aufgeklärt - eine Erfolgsquote von mehr als 40 Prozent.

Seine Journalistenkarriere begann der gebürtige Münchner in den Nachkriegsjahren in Schweden. Bei einer Recherche-Reise wurde er 1949 in der Sowjetzone verhaftet und wegen Spionage zu 25 Jahre Zwangsarbeit in Bautzen verurteilt. Seine vorzeitige Entlassung aus der Haft 1954 habe er als "zweiten Geburtstag" gefeiert, sagte er später. Zimmermann ging nach Hamburg und arbeitete für den NDR und ab 1962 für das ZDF. Am 20. Oktober 1967 startete er mit "XY" - und trug seitdem den Spitznamen "Ganoven-Ede".

Das ZDF erinnert in einem Nachruf, der am Sonntagabend um 23.30 Uhr ausgestrahlt wird, an das Leben und die Leistungen von Eduard Zimmermann.

AP/DPA AP DPA

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