Alle gucken auf ihr Handy, hören Musik über dicke Kopfhörer und schotten sich von ihrer Umwelt ab. Augenkontakt wird tunlichst vermieden. Menschen, die es wagen sich lautstark zu unterhalten oder zu telefonieren, kassieren böse Blicke: In der U-Bahn gelten ganz eigene Gesetze, besonders morgens im Berufsverkehr. Thomas Knox aus New York gehört nicht zur Kopfhörer- und Smartphone-Fraktion und hatte keine Lust mehr auf die Anonymität in der New Yorker U-Bahn. Deswegen besorgte er sich einen kleinen Tisch, zwei Klappstühle und startete sein Projekt "Date While You Wait".
An verschiedenen U-Bahnhöfen in der ganzen Stadt stellt er seit ein paar Monaten regelmäßig seine kleine Sitzgruppe auf und lädt die anderen Wartenden auf ein Gespräch oder eine Runde "Vier gewinnt" ein. Warum er das macht? Nicht, um die große Liebe zu finden, wie viele erst einmal dachten. Es geht ihm nicht um ein romantisches Date, sondern einfach um die Begegnung mit anderen. Er wolle ein bisschen Freude in den New Yorker Untergrund bringen, sagte er verschiedenen Medien.
Sein kleines Tischchen dekoriert der 28-Jährige mit einer einzelnen Blume, meistens hat er ein Gesellschaftsspiel dabei, "Vier gewinnt" oder "Schiffe versenken". Und so setzen sich auch ganz verschiedene Menschen zu Thomas Knox an den Tisch: Kinder mit ihren Eltern, ältere Damen, Paare, junge Mädchen und natürlich auch die New Yorker Hipster mit den dicken Kopfhörern auf den Ohren.
Am Anfang war sein Schild mit kleinen Herzchen verziert, das hat er nun geändert. Es dachten wohl zu viele, dass er versucht, sein eigenes Speed Dating durchzuführen. Auch keine so schlechte Idee.
Über Facebook kündigt Knox meist vorher an, wo er sein Tischchen aufstellen wird. Inzwischen sind er und seine Aktion so berühmt, dass man teilweise nur schwer einen Platz bekommt. Reservieren geht aber noch nicht …