"Geständnis"-Buch Richter friert O.J.s Vorschuss ein


Ein U.S.-Richter hat den Vorschuss für O.J. Simpsons Buch "If I Did It"eingefroren. Damit wird dem ehemaligen Footballstar vorerst der Zugang zu 770.000 Euro verwehrt. Trotz des Freispruches 1995 wird Simpson weiter des Mordes an seiner Ex-Frau und ihrem Freund verdächtigt.

Der ehemalige US-Footballstar O.J. Simpson (59) hat immer mehr Probleme mit seinem als "Mordbeichte" kritisierten Buch "If I Did It" ("Wenn ich es getan hätte"). Nachdem der Medienkonzern News Corp. sein "virtuelles Geständnis" im November vergangenen Jahres quasi in letzter Minute zurückgezogen hatte, fror ein Richter in Los Angeles jetzt den Vorschuss für das Buch ein.

Nach einem Bericht des "Hollywood Reporter" vom Donnerstag darf Simpson, der trotz seines Freispruches 1995 weiter des Mordes an seiner Ex-Frau Nicole und ihrem Freund Ron Goldman verdächtigt wird, das Geld vorerst nicht anrühren. Das Fachblatt bezifferte die Vorauszahlung von News Corp. an Simpson auf eine Million Dollar (770.000 Euro).

Zehntausende US-Bürger protestierten gegen Veröffentlichung

In dem Buch hatte Simpson Ankündigungen zufolge spekuliert, wie er die beiden umgebracht hätte. Der kalifornische Richter Gerald Rosenberg reagierte jetzt auf ein Gesuch von Fred Goldman, dem Vater des Mordopfers. Rosenberg verbot Simpson, bis zu einer Anhörung am 20. Februar von dem Geld Gebrauch zu machen. Außerdem darf Simpson seine Geschichte bis dahin nicht an einen anderen Verlag oder ein Filmstudio verkaufen.

Simpsons Verteidiger sagte dem "Hollywood Reporter", er sei überzeugt davon, sich bei der Anhörung gegen die richterlichen Auflagen durchsetzen zu können. Dagegen drohte Goldmans Anwalt David Cook: "Ich kann Simpson zwar nicht hindern, sein Buch (an Marsmenschen) zu verkaufen, aber alles Geld geht an Richter Rosenberg". Zehntausende US-Bürger hatten Ende 2006 gegen die geplante Veröffentlichung und ein begleitendes Fernsehinterview protestiert. Am Ende entschuldigte sich der Medienmogul Rupert Murdoch persönlich für das "unüberlegte" Projekt seines Unternehmens. Simpson, Ex-Mann von Nicole Brown Simpson und Vater von zwei gemeinsamen Kindern, war zwar im Strafprozess von 1995 freigesprochen, zwei Jahre später in einem Zivilverfahren aber haftbar gemacht worden. Von den 33,5 Millionen Dollar, die er den Hinterbliebenen der beiden Mordopfer schuldet, hat er US-Medien zufolge bisher keinen Cent gezahlt.

DPA DPA

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