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"Miss Deutschland 2004": Die Schönste mag am liebsten Schokolade

Die 21-jährige Studentin Shermine Sharivar aus Aachen ist zur "Miss Deutschland 2004" gekürt worden. Geich nach ihrer Wahl verriet sie ihr größtes Laster: Schokolade. Den Titel der schönsten Frau Deutschlands muss sie sich allerdings teilen.

Im Blitzlichtgewitter der Fotografen verhielt sich die neue "Miss Deutschland" standesgemäß: Mit Tränen in den Augen strahlte die 21-jährige Studentin Shermine Sharivar in die Kameras. Dass die neue Krone nicht so recht auf den schwarzen Schopf passen wollte, störte die in Aachen lebende Studentin kaum. Immerhin hatte sie sich in der Nacht zu Sonntag in Duisburg gegen 19 Schönheitsköniginnen aus dem ganzen Bundesgebiet durchgesetzt.

Bekenntnis zum Kanzler als Trumpfkarte

Für die Jury machte die angehende Politikwissenschaftlerin nicht nur in Bikini und Abendkleid eine gute Figur. Den Ausschlag für den Sieg gab auch Sharivars Bekenntnis zu Gerhard Schröder in der abschließenden Fragerunde. Sie "bewundere" den Bundeskanzler, weil sich dieser "gegen den Irak-Krieg" und damit "gegen eine Weltmacht" gestellt habe. Prompt verwies die amtierende "Miss Süddeutschland" ihre Konkurrentinnen aus Niedersachsen und der Region "Ostdeutschland" auf die Plätze. Gleich nach ihrer Wahl verriet sie auch ihr größtes Laster. "Meine größte Schwäche ist Schokolade", sagte die Siegerin.

Veranstalter Detlef Tursies dürfte mit der Wahl von Studentin Sharivar zufrieden sein. "Wir wollen beweisen, dass schön nicht gleich doof ist", sagte er vor Bekanntgabe der Entscheidung. Und schon gar nicht billig: "Miss Deutschland" wird mit Präsenten im Wert von 60 000 Euro dekoriert, darunter ein Brillant-Ring, eine Hotel-Suite für ein Jahr und Flugreisen nach Kuba sowie auf die Malediven. Zudem erhält Sharivar einen "Beauty-Gutschein" im Wert von 10 000 Euro. Den habe die Siegerin zwar nicht nötig, räumte Tursies ein, aber sie könne damit etwa "ja jeden Tag zur Pediküre gehen".

"Schlüsselqualifikation" Sportlichkeit

Rund 4000 junge Frauen hatten sich nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr für die Vorausscheidungen zur "Miss Deutschland" 2004 beworben. Die meisten Anmeldungen kamen aus Nordrhein-Westfalen (650), Baden-Württemberg (420) und Bayern (375). Eine Schlüsselqualifikation für die Endrunde war offenbar Sportlichkeit: Zu den meist genannten Hobbys der 20 Finalistinnen zählten Reiten, Tanzen und Schwimmen. Zwei Kandidatinnen gaben an, gerne Schach zu spielen. Beruflich reichte das Feld der Bewerberinnen von der 16- jährigen Schülerin bis zur 26-jährigen Modedesignerin, die kurzerhand ihre eigenen Kreationen auf dem Laufsteg vorführte.

Für das Studium von Shermine Sharivar stehen die Zeichen nun erst einmal schlecht. "Eine Siegerin hat natürlich Verpflichtungen, parallel geht da nicht viel", stellte Veranstalter Tursies klar. Die neue "Miss Deutschland" soll die deutschen Farben unter anderem bei den Wahlen zur "Miss Europe" in Paris, zur "Miss Intercontinental" im chinesischen Hohhot und zur "Miss Universe" in Ecuador tragen.

Konkurrenz durch "Miss Germany"

Den Titel der schönsten Frau Deutschlands muss sich Sharivar allerdings teilen: Ende Januar geht im Europapark Rust bei Freiburg die Konkurrenz zur "Miss Germany" über die Bühne. Deren Gewinnerin darf nach Angaben des Oldenburger Veranstalters bei der "Miss World" für Deutschland in die Kameras lächeln.

Daniel Chmielewski / DPA