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"Paper Moon" Wiedersehen nach 17 Jahren: Die traurige Familiengeschichte von Ryan und Tatum O'Neal

Ryan und Tatum O'Neal
Sie wirkten glücklich und harmonisch, doch der Schein trog auch schon 1975, als dieses Foto von Ryan O'Neal und seiner Tochter Tatum entstand.
© Ipol Roach/ / Picture Alliance
Ryan O'Neal war einer der größten Stars der 70er Jahre, seine Tochter Tatum die bis dahin jüngste Oscar-Gewinnerin. Hinter den Kulissen sah es jedoch weniger glamourös aus. Nun haben sich Vater und Tochter nach 17 Jahren wieder getroffen.

Man bezeichnet Hollywood gerne als die "Traumfabrik". Denn die amerikanische Filmindustrie verkauft den schönen Schein. Die Stars und Sternchen führen auf und jenseits der Leinwand ein Leben vor, von dem die Zuschauer nur träumen können.

Die Realität ist oft weit weniger glamourös. Selten war die Diskrepanz zwischen Schein und Sein jedoch größer als im Falle von Ryan und Tatum O'Neal. Die beiden bildeten in den 70er Jahren neben den Jackson 5 eine der bekanntesten Künstlerfamilien. 

Schauspieler Ryan O'Neal wurde 1970 mit der Schmonzette "Love Story" berühmt. Der damals 29-Jährige spielte den Studenten Oliver, der seine Freundin Jennifer (Ali MacGraw) gegen den Willen seiner Eltern heiratet, schließlich aber mit ansehen muss, wie sie in seinen Armen stirbt - und rührte Millionen Kinogänger in aller Welt zu Tränen. "Love Story" wurde zu einem der größten Filmerfolge des Jahrzehnts - und machte den verträumt wirkenden Jungschauspieler quasi über Nacht zum Star. 

Ryan O'Neal dreht mit Kubrick

Und er drehte fortan mit den angesagtesten Regisseuren seiner Zeit: Blake Edwards verpflichtete ihn 1971 für den Western "Missouri", in Peter Bogdanovichs Screwball-Komödie "Is' was, Doc?" stellte er ein Jahr später an der Seite von Barbra Streisand sein humoristisches Talent unter Beweis, und der große Stanley Kubrick gab ihm die Hauptrolle in dem Historiendrama "Barry Lyndon".

1973 stand er in "Paper Moon" erstmals mit seiner Tochter Tatum vor der Kamera - die im Jahr darauf als Zehnjährige den Oscar bekam und damit die bis dato jüngste Preisträgerin aller Zeiten war. 

Tatum O'Neal wurde selbst zum Star, spielte in weiteren Filmen und später auch in Serien, und datete berühmte Männer. 1982 war sie für kurzzeitig mit Michael Jackson liiert. 1986 heiratete sie den Tennisspieler John McEnroe, mit dem sie zwei Söhne und eine Tochter bekam.

Tatum O'Neal schildert die Schattenseiten ihres Lebens

Was von außen aussah wie das perfekte Leben, entwickelte sich jedoch immer mehr zum Alptraum. 2004 schilderte sie in ihrer Autobiografie "A Paper Life" die Schattenseiten ihres Lebens. Schrieb von der Tabletten- und Alkoholabhängigkeit ihrer Mutter Joanna Moore, ebenfalls Schauspielerin.

Die Eltern trennten sich bald, Vater Ryan holte sie zu sich, kümmerte sich kaum, interessierte sich jedoch mehr für seine vielen Liebschaften - Ursula Andress, Bianca Jagger, Anjelica Houston oder Farrah Fawcett.

Tatum selbst nahm schon früh Tabletten und Drogen. Ein Problem, das sich mit der Zeit verschlimmerte. Nach dem Scheitern ihrer Ehe versank sie in der Heroinabhängigkeit. John McEnroe bekam 1998 das alleinige Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zugesprochen. 

Tatum O'Neal hat in der Autobiografie ihrem Vater die Hauptschuld für ihr gescheitertes Leben gegeben. Es kam zum Bruch. 2003 standen beide noch einmal zusammen auf dem roten Teppich - zum 30-jährigen Jubiläum von "Paper Moon". Danach sah sich die Familie 17 geschlagene Jahre nicht mehr. Bis vergangene Woche. 

Da überraschte Tatums Sohn Sean McEnroe mit einem Posting auf Instagram: Es zeigt ein Foto von Ryan und Tatum O'Neal und deren drei Kindern. Dazu schrieb McEnroe: "Das ist eines der denkwürdigsten Fotos meines Lebens." Zuletzt habe man sich vor 17 Jahren gesehen. "Ich könnte vor Dankbarkeit weinen, dass jeder auf diesem Foto lebt und dass wir nach so vielen Jahren der Bitternis alle zusammengekommen sind."

Verrückter Gedanke: Vielleicht gibt es im echten Leben manchmal auch ein Happy End.

che

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