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Schauspielerin Auch Kirk Douglas hat es versucht: Senta Berger berichtet von sexueller Belästigung

Die Schauspielerin Senta Berger
Die Schauspielerin Senta Berger
© Alexander Heinl / DPA
Im Laufe ihrer langen Karriere musste Senta Berger zahlreiche sexuelle Übergriffe ertragen. Unter den Belästigern befinden sich einige prominente Schauspieler.

Sie ist eine der größten deutschsprachigen Schauspielerinnen der Nachkriegszeit. In den 60er Jahren führte sie ihre Karriere bis nach Hollywood. Am 13. Mai wird Senta Berger 80, zu diesem Anlass sprach sie mit der Wochenzeitung "Die Zeit" über ihr Leben und ihre Karriere - und erwähnte auch die zahlreichen sexuellen Übergriffe, die sie in ihrer Laufbahn erleiden musste.

Das Thema begleitet die 1941 geborene Künstlerin von Anbeginn ihrer Karriere: "Ganz jung habe ich in Wien am Theater in der Josefstadt gespielt", sagt sie im Interview. "Es war noch die Zeit, als man in den Po gezwickt worden ist, kurz vorm Auftritt, von dem Schauspieler, der die Bühne verließ. Und ich hatte mir fest vorgenommen: Ich merke das gar nicht." Beim Ballett habe sie gelernt, sich so zu benehmen, "als würde mir alles leichtfallen".

Bei den Dreharbeiten zu der Agentenkomödie "Es muss nicht immer Kaviar sein" sei sie 1961 sogar Opfer einer versuchten Vergewaltigung geworden, so Berger. Der populäre Schauspieler O. W. Fischer, der die Hauptrolle spielte, habe die damals gerade 20-Jährige bedrängt und sogar verletzt. "Danach hätte ich eigentlich sagen müssen: Ich kann morgen nicht mit Ihnen drehen und diesen Film nicht mit Ihnen machen", sagt Berger heute. "Aber O. W. Fischer hat gewusst, dass ich das nicht sagen würde." 

Kirk Douglas wollte Senta Berger küssen

Auch in Hollywood habe Berger Belästigung erleiden müssen. Die im vergangenen Jahr verstorbene Schauspiellegende Kirk Douglas habe versucht, sie zu küssen. Als die junge Frau das ablehnte, habe der Sohn jüdischer Emigranten gesagt: "Your people killed my people" ("Deine Leute haben meine Leute getötet"). Sie habe das als "eine unglaubliche Zusammenführung" empfunden, sagt die Wienerin.

Hollywood-Legende Kirk Douglas mit 103 Jahren gestorben

Vor diesem Hintergrund beobachtet sie die seit einigen Jahren geführte MeToo-Debatte mit Interesse - ist aber mit den Prioritäten nicht immer einverstanden. "Meiner Ansicht nach wird zu viel über die Sprache und Gendersternchen diskutiert und zu wenig über die realen Verhältnisse. Und zu viel über Schauspielerinnen und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen."

Verwendete Quelle:"Die Zeit"

che

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