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"Sarah & Marc Crazy in Love": Kichern, Kreischen, Kraulen

Sarah Connor sonnt sich auf der Yacht, Marc Terenzi prahlt mit seinem Po. Teil vier der TV-Doku-Soap "Sarah & Marc Crazy in Love" lässt kein noch so langweiliges Detail aus. Aber zum Glück gibt es ja Weddingplanner Frank, der das exzentrische Ehepaar auf Trab hält.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Hey, Sie haben doch nicht etwa Langeweile? Wenn dem so ist, dann wenden Sie sich einfach an Weddingplanner Frank. Ja, der heißt wirklich so, und man mag hoffen, dass Eltern auch in Zukunft andere Namen für ihre Sprösslinge finden. Andernfalls muss beispielsweise im kinderüberfluteten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg demnächst mit Mama-Monologen wie diesen gerechnet werden: "Wenn ich neuerdings in die Windel unseres kleinen Weddingplaners Frank gucke, dann mache ich mir große Sorgen. Unser kleiner Frank hinterlässt darin winzige Würstchen von ungewohnt breiiger Konsistenz." Dagegen sind Verona Pooths Verbalattacken Wellness für die Ohren.

Zurück zu Weddingplanner Frank, dem Original. Noch hält sich ProSieben höflich zurück mit Informationen über dessen Ausscheidungen, und das mag überraschen, wo doch in der TV-Doku-Soap "Sarah & Marc Crazy in Love" so ziemlich jeder, pardon, Dünnschiss kommentiert wird. Wenigstens hatte Frank in der gestrigen Sendung mal wieder einen hysterischen Auftritt und lieferte - Abrakadabra - nobelpreisverdächtige Ideen gegen Langeweile-Attacken: Man binde sich ein Tuch um die Augen, nehme einen Stock und dresche auf einen Drachen aus Pappmaché ein. Marc Terenzi durfte das gleich mal auf seiner Feier zum 30. Geburtstag ausprobieren. Und auch alle, die nicht Marc Terenzi heißen, wissen nun endlich am Feierabend noch Sinnvolles mit sich anzufangen. Es muss ja nicht immer der Griff zu Dostojewski-Wälzern sein.

"Die Brüder Kalaschnikow"

Apropos Dostojewski. Es gibt diese Anekdote über Marilyn Monroe, derzufolge sie einst von ihrem Lieblingsbuch "Die Brüder Kalaschnikow" geschwärmt habe. Das gibt es nicht, sie meinte wohl "Die Brüder Karamasow". Und damit sind wir wieder bei Sarah und Marc, die von den Fernsehkameras nie beim Lesen ertappt werden. Bitte, es muss ja nicht gleich Weltliteratur sein, ein paar Illustrierte würden auch reichen. Aber schon klar: Sarah Connor beim Lesen zuzugucken, wäre nicht gerade unterhaltsam. Es ist aber auch nicht gerade spannend, Sarah Connor dabei zuzugucken, wie sie sich auf einer Yacht sonnt. Oder wie Schwester Anna-Maria Achterbahn fährt. Oder wie Marc sein Gesicht mit blauer Farbe übergießen lässt. Gut erkannt, jetzt geht wieder die Nörgelei los. Dabei wäre man gerne - sehr gerne! - mal positiv überrascht worden. Aber nix da.

Für alle Jurastudenten, Biochemiker und andere Menschen, die an den reinen Fakten interessiert sind, hier eine kurze Zusammenfassung von "Sarah & Marc Crazy in Love" Teil vier: Sarahs Mutter Soraya referiert ausnahmsweise nicht über das Stillen von Babys und hält auch sonst den Mund, Schwesterchen Lulu wird immer noch an ihr stimmliches "Leistungspotenzial herangeführt", Marc sucht Zombies, Sarahs Freundinnen schwärmen über Marcs Knackhintern, Marc springt mit seinen Kumpels auf "Malle" in einen Swimmingpool, Stimmung wie in einem Werbespot für Flaschenbier, erneut Komplimente für Marcs Apollo-Popo, ein ausgelassener Yacht-Ausflug: Kichern, Kreischen, Kraulen.

Schattenseiten des Lebens

Das Leben könnte eine ewige große Party sein. Ist es aber nicht. Ätsch. Sarah hat plötzlich Sorgenfalten auf der Stirn, was nicht zu ihrer schicken Frisur passt und schon gar nicht zu ihren trendigen Schuhen. Söhnchen Tyler und Töchterchen Summer haben Fieber bekommen. Ausgerechnet. "Ich bin total geschockt", kommentiert Sarah die Thermometeranzeige. Am nächsten Tag soll es doch abgehen nach "Malle", wo Marc seinen 30. Geburtstag feiern will. Ist das Vorhaben etwa gefährdet? Sarah rechnet sich das Schlimmste aus: "Kranke Kinder plus ein enttäuschter Ehemann."

Die Schattenseiten des Lebens erlebt Sarah auch, als sie sich auf eine Klettertour im Wald einlässt. Und das, obwohl der liebe Gatte sich extra Gedanken gemacht hat über gruppendynamische Prozesse: "Das ist gut für das Team. Das stärkt den Kampfgeist." Hübsch gesagt in der Theorie, die Praxis sieht aber anders aus: Als Sarah sich in mehreren Metern Höhe von Pfahl zu Pfahl hangeln soll, bricht sie in Tränen aus. Sie schreit, sie hat Angst, sie spricht vom Tod. Mensch Kinders, musste es denn wirklich so weit kommen? Oder kommt es etwa noch schlimmer?

  • Sylvie-Sophie Schindler