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Britischer Thronfolger: "So dumm bin ich nicht": Prinz Charles erklärt, wie er als König regieren will

Als "ewiger Thronfolger" mischt sich Prinz Charles immer wieder in die Politik ein und äußert sich zu Architektur und Umweltschutz. Als König will er hingegen anders agieren.

Prinz Charles

Prinz Charles hat sich über seine Zukunft als britischer König geäußert.

DPA

Nur wenig fürchten die Briten mehr, als einen politisch engagierten König. Einen, der sich ins Tagesgeschäft einmischt und seinen Landsleuten sagt, wo es langgeht. In seiner langen Geschichte hat das englische Volk den Einfluss der Krone auf ein gesundes Maß zurechtgestutzt, heute liegt die politische Macht beim Parlament und dem Premierminister. Um das zu erreichen, veranstalteten die sonst so konservativen Bürger Ende des 17. Jahrhunderts sogar eine Revolution.

330 Jahre nach der "Glorious Revolution" bereitet ein Thronfolger seinen Landsleuten wieder Grund zur Sorge. Denn der seit Jahrzehnten im Wartestand lauernde Prinz Charles äußert sich sehr gerne zu Themen, die ihm auf dem Herzen liegen. Insbesondere zum Städtebau vertritt er dezidierte Ansichten: Er verachtet moderne Architektur, hat sie einmal als "Woge von Hässlichkeit" bezeichnet. 

Prinz Charles engagiert sich für den Naturschutz

Auch mit Wortmeldungen zum Thema Naturschutz ist der Sohn von Königin Elisabeth II. wiederholt aufgefallen. Droht den Briten nach dem Ableben der Queen ein öko-konversativer Regent, der seine Kompetenzen überschreitet? Dieses Szenario hat der 2017 in der BBC ausgestrahlte Film "Charles III" den Bürgern vor Augen geführt. In dem auf einem Theaterstück basierenden Film sitzt Charles bereits auf dem Thron und weigert sich, ein Gesetz zu unterzeichnen. Daraufhin brechen landesweite Proteste auf, woraufhin Charles schließlich abdankt und seinem Sohn William die Krone überlässt.

In einem mit der BBC geführten Interview anlässlich seines 70. Geburtstages am kommenden Mittwoch hat Prinz Charles derartigen Befürchtungen eine klare Absage erteilt. Die Rolle des Monarchen sei eine andere als die eines Thronfolgers. Auf die Frage, ob er sich auch als König öffentlich für seine Anliegen einsetzen werde, sagte er: "So dumm bin ich nicht."

Queen Elizabeth II. hält sich raus

Das lässt ein Amtsverständnis erkennen, wie es auch seine Mutter Queen Elizabeth an den Tag legt. Die hält sich seit 66 Jahren aus allen politischen Fragen heraus. 

Werden wir also einen komplett anderen Charles erleben, wenn er dereinst den Thron besteigt? Ganz so extrem wird der Wandel wohl nicht werden. Herzogin Camilla sagte in der BBC-Doku über ihren Mann: "Er würde gerne die Welt retten."

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