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"Trooping the Colour": Freudenschüsse für die Queen

Nicht nur des Wetters wegen feiert die Queen jedes Jahr ihren Geburtstag nach. Ihre Geduld wird mit einer prächtigen Militärparade belohnt.

Glanz und Gloria im Herzen von London: Bei einer der prächtigsten Militärparaden in der Geschichte des britischen Königreichs jubelten Queen Elizabeth II. am Samstag tausende Briten und Besucher aus aller Welt zum 80. Geburtstag zu. Höhepunkt der traditionellen Zeremonie "Trooping the Colour" war bei herrlichem Sonnenschein unter anderem eine Flugschau der Royal Airforce mit 49 modernen und älteren Maschinen. Die Königliche Leibgarde gab zu den Klängen der Hymne "God save the Queen" Freudenschüsse ab.

Die Familie der dienstältesten Monarchin der Welt stand an der Seite der ganz in leuchtendes Lila gekleideten Queen, als sie auf dem Balkon des Buckingham-Palastes die Huldigungen ihrer in zahlreichen Einsätzen weltweit erprobten Streitkräfte sowie des Volkes entgegennahm. Zum Beginn der Parade, deren Ursprünge Jahrhunderte zurückreichen, war die Königin mit ihrem Gemahl Prinz Philip in der von zwei Schimmeln gezogenen, mit Elfenbein beschlagenen Kutsche von Queen Victoria aus dem Jahr 1842 vorgefahren.

Nachfeiern des Wetters wegen

Ihren eigentlichen Geburtstag hatte die Queen bereits am 21. April auf dem Familiensitz in Windsor gefeiert. "Trooping the Colour" wird traditionell an einem Samstag im Juni als offizieller Geburtstag britischer Monarchen begangen - nicht vor allem, aber auch nicht zuletzt wegen der besseren Aussichten auf Sonnenschein.

Auf dem Hof der Königlichen Reitergarde fuhr die Queen an den angetretenen Truppenteilen vorbei und nahm anschließend den "Royal Salute" ab. Unter den Ehrengästen waren hier auch Premierminister Tony Blair und seine Frau Cherie.

Die Königin trug für die von Fernsehstation zahlreicher Länder live übertragene Zeremonie einen lila Sommermantel aus Seide über einem zart geblümten Kleid sowie einen lila Hut mit Schleifchen. Prinz Philip, der am 10. Juni 85 Jahre alt wurde, erschien in seiner leuchtend roten Uniform eines Obersten der Grenadier Guards sowie - ungeachtet der 29 Grad Celsius - mit hoher Bärenfellmütze.

William bekam nicht frei

Thronfolger Prinz Charles hatte seine Uniform als Oberst der Walisischen Garde angelegt. Wie er saß auch Schwester Prinzessin Ann hoch zu Ross. Bis 1986 hatte die Königin die Parade ebenfalls noch auf dem Rücken ihres Pferdes abgenommen. Auch Ann, die Tochter der Queen, hatte Uniform angelegt. Sie ist Oberst der Blues and Royals. Der Elitetruppe gehört als frisch gebackener Offizier auch Prinz Harry an, der seiner Großmutter mit anderen Mitgliedern der Familie in der ersten Kutsche vorausfuhr.

Anders als der 21-jährige Sohn von Prinz Charles erschien der 23- jährige Prinz William nicht. Der älteste Sohn und zweite in der Thronfolge musste sich wegen Dienstpflichten an der Militärakademie Sandhurst entschuldigen. Er hatte bereits mehrfach seine Ausbildung zum Offizier unterbrechen müssen, darunter zum Besuch der Fußball-WM in seiner Eigenschaft als Präsident des britischen Fußballverbandes. Auch Charles’ Ehefrau, die Herzogin von Cornwall, blieb der überaus prunkvollen Zeremonie in London fern. Sie trauert um ihren vor einer Woche gestorbenen Vater.

Thomas Burmeister/DPA / DPA