HOME

Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: An den Busen der Welt

Lindsay Lohan muss in die Leichenhalle, die britische Oberklasse rümpft die Nase über die Beckhams, Elton John hat Probleme mit der Muttermilch und Katie Price überlebt dank ihrer Oberweite. Wem das nicht reicht, für den lüftet Brigitte Nielsen ein Geheimnis.

Von Stefan Mielchen

In England nicht eingeladen gewesen und trotzdem prominent? Da musste man sich in dieser Woche schon etwas einfallen lassen, wollte man gegen den medialen Overkill von William und Kate anstinken. Doch Gott sei Dank gibt es verlässliche Größen wie Lindsay Lohan. Die fleischgewordene Landplage kann künftig mit staatlichem Segen über Leichen gehen: Eine Richterin verdonnerte die 24-jährige C-Actrice zu 480 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Und ein Viertel davon muss Lindsay im Leichenschauhaus ableisten! Anfassen soll sie die Toten dort allerdings nicht, Putzen und Müll aufsammeln reichen - was wohl für beide Seiten das Beste ist. Zur Strafarbeit verdonnert wurde das It-Girl, nachdem es gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Der eigentliche Ärger aber kommt erst noch: der Prozess um eine Halskette, die sich wie von Geisterhand aus einem Juweliergeschäft in Lindsays Schmuckschatulle bewegte. Die Richterin kommentierte den Vorgang bereits mit deutlichen Worten: "Würde jemand mit einem Funken Verstand mit einer Kette um den Hals rauslaufen, wenn die Überwachungskameras eingeschaltet sind?" ereiferte sie sich. Was für eine Frage! It-Girls verfügen bekanntlich selten auch nur über ein Fünkchen Verstand. Insbesondere, sobald eine Kamera auf sie gerichtet ist.

Die Beckhams machen auf Bildung

Prominent und trotzdem in England eingeladen gewesen? Klar, dass die Beckhams diese Hürde spielend gemeistert haben. Schließlich will sich das Glamourpaar in absehbarer Zeit wieder daheim auf der Insel ansiedeln. Da kann ein guter Draht zu Königs nicht schaden. Doch der Porridge-Patriotismus wird nicht überall goutiert. Victoria wurde bereits dabei beobachtet, wie sie durch die altehrwürdige Jungsschule Haberdashes Aske's stöckelte, wo sie ihre missratene Brut gerne aufgenommen wissen möchte. "Die Beckhams sind doch aus der Arbeiterklasse" echauffierte sich daraufhin die aufgebrachte Mutter einer der elitären Habs-Boys. Schließlich kommen Cruz, Brooklyn und Romeo ganz nach Mum und Dad - der Albtraum der Upper Class. Victoria indes besteht darauf, dass ihre Jungs es einmal besser haben sollen, um nicht zu "Beverly-Hills-Gören" zu werden. Freunde behaupten: "Sie hasst die Vorstellung, dass sie hochnäsig und verwöhnt werden, wie viele amerikanische Kids." Frommer Wunsch, Vic: Der Apfel fällt bekanntlich selten weit vom Stamm.

Carpendale und Kitsch?

Davon kann auch die in Deutschland weltbekannte Showbiz-Ikone Howard Carpendale ein Lied singen. Fremde oder Freunde? Egal: Gemeinsam mit Sohn Wayne dreht Howie ("Das schöne Mädchen von Seite Eins") derzeit in Hamburg einen Film, unter anderem im glamourösen Yachthafen zu Finkenwerder. Da es sich um eine der gefürchteten ARD-Produktionen handelt, betonte der südafrikanische Schmusesänger vorsorglich via "Gala", einen Horror vor Peinlichkeiten zu haben: "Das letzte was wir wollen, ist einen Kitschfilm zu drehen, von dem alle sagen: ‚Das haben wir erwartet'," betonte der 65-Jährige, obwohl Christine Neubauer gar nicht mitspielt. Warum sich das Duo trotzdem auf "Lebe dein Leben" einließ, bleibt wohl Familiengeheimnis. Die Story dreht sich um ein zerstrittenes Vater/Sohn-Gespann: Der Alte lebt - so'n Zufall! - in Florida, während sich der Junge daheim in Deutschland um seine Karriere kümmert. Über ihren Tod hinaus sorgt die Mutter für eine rührselige TV-Versöhnung. Nein, Howie, das wird ganz bestimmt kein Kitschfilm! Escht nisch!

Die schönsten Geschichten schreibt ja ohnehin das wahre Familienleben. Keiner weiß das besser als Sir Elton John, der auf seine alten Tage auch noch Papa geworden ist. Und was für einer: Da es dem kleinen Zac an nichts fehlen soll, die Leihmutter aber blöderweise nicht in Großbritannien lebt, wird die Muttermilch für den vier Monate alten Sprössling wöchentlich aus den USA eingeflogen. Dabei verfügt Elton mittlerweile über eine Statur, mit der er seinem Sohn durchaus selbst die Brust geben könnte. Da aber offenbar nicht genug Milch eingeschossen ist, verdient sich der Lieferservice nun eine goldene Nase. Ansonsten aber ist bei Elton und seinem Gatten David selbstverständlich alles total normal: "Wir ziehen ihn an, wir baden ihn, wir füttern ihn und wir lesen ihm jeden Abend eine Geschichte vor", betonte der Sänger in einem Fernsehinterview. So weit, so gut. Darüber, dass der Junge auf den Namen Zachary Jackson Levon Furnish-John hören muss, reden wir aber besser noch mal.

Katie Price und der persönliche Doppel-Airbag

Apropos die Brust geben: Das dänische Monsterimplantat Brigitte Nielsen (47) prahlte dieser Woche damit, großartigen Sex mit Sean Penn gehabt zu haben, als der noch mit Madonna verheiratet war. Dumm nur, dass dies mehrere Jahrzehnte und unzählige Operationen her ist. Während Madonna heute einen Toyboy nach dem anderen verschlingt, bekommt Nielsen nicht mal mehr Sean Penn ab. Und dass trotz einer Oberweite, die zuweilen auch Leben retten kann, wie Ex-Bodenluder Katie Price in dieser Woche erfahren durfte. Bei einem Autounfall in Argentinien wurde zwar der Wagen total zertrümmert, auch zwei Pferde ließen ihr Leben - nur Katie stieg nahezu unverletzt aus dem Wagen. Es geht eben nichts über einen persönlichen Doppel-Airbag. War sonst noch was? Na klar: Obwohl Karl Lagerfeld privat nichts für solch rasante Kurvenfahrten übrig hat, äußerte er via "Bild am Sonntag" einen etwas speziellen Wunsch: Er möchte die ehemalige Kartoffelfachverkäuferin Veronika Ferres nackt ablichten! Man könnte dies noch als Schrulligkeit eines alten, exzentrischen Hobbyfotografen abtun - wäre die Lage nicht so ernst. Denn die üppige Vroni hat zu Lagerfelds Avancen dermaßen beredt geschwiegen, dass das Schlimmste zu befürchten steht ...