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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Diebe, Liebe und Modern Stalking


In Jürgen Drews' Heim wurde eingebrochen, dafür soll Stefan Mross aushäusig jodeln. Indira Weis und Thomas Anders haben auf ihre Weise eine Enttäuschung verarbeitet.
Von Stefan Mielchen

Er ist der König von Mallorca. Doch offenbar hat der Chef dort nicht mehr alles im Griff: Jürgen Drews wurde ausgeraubt - ein klarer Fall von Majestätsbeleidigung! Jetzt ist der 66-Jährige um 14.000 Euro ärmer, aber um eine Erkenntnis reicher: "Ich bin wirklich doof", sagte er nach dem Malheur, und niemand widersprach. Wie es sich für wirkliche Weltstars gehört, hatte sich Drews die Gage für einen seiner gefürchteten Auftritte in dieser Woche bar aushändigen lassen. Dazu packte er noch Handy, Brieftasche und Laptop, um nach Köln zu fliegen. Dann ließ er alles im Auto liegen - und konnte anschließend ohne lästige Gepäckkontrolle den Flieger besteigen. Nur den Ausweis hatte er noch bei sich. "In dem Rucksack steckt mein Leben", klagte Onkel Jürgen hinterher, was die Frage aufwirft, ob die Diebe mit ihrer Beute wirklich glücklich werden. Immerhin entwendeten sie damit auch die Masterkopie des neuen Drews-Albums "Schlagerpirat". Die pünktliche Veröffentlichung des Werkes ist nun in Gefahr! So hat die Missetat auch ihr Gutes.

Wenn es noch irgendeinen Hort der Wahrhaftigkeit im Showbusiness gibt, dann ist es zweifellos die deutsche Volksmusikszene. Daher kann das schlimmste Gerücht dieser Woche eigentlich nicht zutreffen, das "Bild" in Umlauf brachte: Obertrompeter Stefan Mross soll aushäusig jodeln! "Ehe kaputt?" fragte das Blatt, womit die Antwort praktisch schon gegeben war. Es ist ja auch kein Wunder: Während Mross immer wieder sonntags arbeitet, bleibt seine Stefanie am Tag des Herrn allein daheim. Nun wollen die journalistischen Zielfahnder Mross mit einer neuen Flamme gar im Liebesurlaub aufgespürt haben: bei Carpaccio, Weißwein und Salat auf Malle - wo sonst! Angeblich habe das Gspusi die Rechnung übernommen, in Wahrheit zahlt natürlich Mross die Zeche. Spätestens zum Fest der Liebe aber ist alles wieder in Ordnung: Im Advent stehen Stefan und Stefanie bei der "Alpenländischen Weihnacht" einmal mehr in trauter Zweisamkeit auf der Bühne, um ihre heile Welt zu präsentieren. Oh, du fröhliche...

Loddars Tochter prophezeiht die fünfte Hochzeit

Das Rezept für eine glückliche Beziehung kennt ein gewisser Loddar besonders gut. Die als Matthäus-Evangelium bekannt gewordene Ehe-Anleitung hat der 50-Jährige schließlich mehr als einmal erfolgreich ausprobiert. Um sein aktuelles Techtelmechtel mit einem 23 Jahre jüngeren Dessous-Model ist es allerdings erstaunlich ruhig. So ruhig, dass sich jetzt schon Tochter Alisa einschaltet. Eine fünfte Heirat des Weltfußballers? "Ich hoffe nicht, aber ich glaube ja", prophezeite sie in dieser Woche dem Fernsehsender RTL. "Wenn er liebt, dann liebt er mit Haut und Haaren, und dann will er es einfach dingfest machen", beschrieb die 25-Jährige ihren Herrn Papa. Da könnte was dran sein, denn dessen aktuelle Flamme hört schließlich auf den hübschen Namen Joanna. Und wer so heißt ist bekanntlich geboren, um Liebe zu geben.

Das wäre auch eine passende Umschreibung für Gina-Lisa, nur dass die grad keiner heiraten will. Die Ex-Topmodel-Kandidatin knutscht daher jetzt lieber mit einer Frau. Und zwar so öffentlich, bis man damit garantiert in die Zeitung kommt. In dieser Woche hat's mal wieder geklappt. Da sich auch für Sängerin Loona ("Bailando") ein paar Schlagzeilen gut machen, spielt sie bei den Lippenbekenntnissen gerne mit. "Ich weiß, wie meine Gefühle aussehen", erklärte die 37-Jährige am Rande der "Big-Brother"-After-Show-Party sehr überzeugend. "Die Leute nehmen Gina-Lisa vor allem wegen ihres Äußeren wahr", fügte Loona noch hinzu, "aber dass sie ein sehr großes Herz hat, darüber redet niemand." Was vielleicht einfach daran liegt, dass sich dieses große Herz unter einem noch viel gewaltigeren Berg Silikon versteckt. Frau Lohfink glaubt übrigens, dass Loona nicht nur aus PR-Gründen nett zu ihr sei: "Die hat das gar nicht nötig. Und ich hab' ja auch meine Jobs..."

Indira fühlt sich "verarscht"

So wie Reality-TV-Kollegin Indira Weis, die in dieser Woche bei "Entweder Broder" die Realität im deutschen TV kennenlernte. Dort fiel die ehemalige Dschungelnatter mit ein paar sehr steilen Thesen zum 11. September auf, behauptete aber hinterher, ihre Aussagen seien verfälschend zusammengeschnitten worden. "Prinzip begriffen", möchte man ausrufen, doch Indira besteht darauf, "komplett verarscht" worden zu sein. Denn: "Ich habe Abitur und war an der Uni. Mein Vater ist Oberstudienrat." Na dann ist ja alles klar. Für den Macher der ARD-Sendung hatte sie auch noch ein paar Freundlichkeiten parat: "Herr Broder ist ein Pseudo-Intellektueller, der letzten Endes auch nur an meinen Titten interessiert ist." Schöner kann man es einfach nicht sagen!

War sonst noch was? Na klar: Nora-Ex Thomas Anders hat ein Buch schreiben lassen. In seinen Memoiren kann man jetzt nachlesen, wie er wirklich ist: "100 Prozent Anders" eben. "Bunte"-Reporterin Tanja May hat das Wesentliche in Worte gefasst: "Was für ein niveauloser und egoistischer Typ dieser Bohlen doch war", heißt es dort etwa, oder: "Insgeheim glaube ich fast, dass bei Dieter zwei Drähtchen im Kopf nicht richtig zusammengelötet sind." Weltbewegend Neues also, was man für 19,90 Euro so erfährt. Bohlen und Anders, Anders und Bohlen - die zwei kommen einfach nicht mehr voneinander los. Fachleute haben für diese Art von Beziehung längst einen neuen Terminus gefunden: Modern Stalking.


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