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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Freiheit für Hans und Franz

Wer bekommt das Sorgerecht für Hans und Franz? Heidi Klums Brüste waren nicht die einzigen, die diese Woche ihre Freiheit bekamen. Denn im Dschungel rief Micaela Schäfer die Republik Silikonien aus.

Von Stefan Mielchen

Ein Promipaar zu sein ist kein Zuckerschlecken. Ständig unter Beobachtung, auf Schritt und Tritt von Fotografen verfolgt, alle wissen scheinbar alles von einem - das hält die stärkste Ehe nicht aus. Und so ging spürbares Entsetzen um die Welt, als in dieser Woche die so überraschende wie schockierende Trennungsmeldung über den Ticker lief: Karsten Speck ist wieder Single! Die 51-jährige Geheimwaffe des ZDF ("Hallo Robbie") hat sich von seiner Cora getrennt. Damit dies möglichst wenige Menschen erfahren, verriet Speck die Neuigkeit bei Thomas Gottschalk in der ARD und fasste sie in dem poetischen Satz zusammen: "Wir gehen emotional eigene Wege." Sollte dieser Wortmüll verschleiern, dass er seine Alte gegen eine Neue getauscht hat? So weit ging das Geständnis des Ex-Knackis nicht.

Freigang aus dem Eheknast: Davon träumt so mancher VIP. Dass darunter vor allem die lieben Kleinen leiden, wird selten bedacht. Auch im Fall von Seal und Heidi Klum diskutiert derzeit alle Welt lediglich darüber, wie nach der Trennung die Häuser aufgeteilt werden und wie die Millionen. Nur eine Frage wagt niemand zu stellen: Wer bekommt das Sorgerecht für Hans und Franz? Schließlich gehört die Laufsteg-Domina zu den wenigen Frauen, die ihre Brüste mit Namen ansprechen. Da wüsste man schon gerne, ob die nun emotional auch eigene Wege gehen müssen oder ob weiterhin jemand seine schützende Hand über sie hält. Offiziell heißt es lediglich: "Wir hatten während unserer Beziehung den tiefsten Respekt füreinander und werden uns weiterhin sehr lieben, aber wir haben uns auseinandergelebt." Was einem die PR-Leute bei einer Trennung halt so in den Mund legen. Das Timing zumindest ist für beide kein Nachteil: Seal muss bald wieder eine seiner langweiligen Platten verkaufen, Heidi jagt in Kürze einmal mehr hochbegabte Hungerhaken auf den Catwalk. Da kann ein wenig Rummel im Vorfeld nicht schaden.

Wassermelonen im Dschungel, trotzdem nichts zu Essen

Da das Schicksal von Hans und Franz in dieser Woche ungeklärt blieb, wurde andernorts nachhaltig über das Thema Tropenholz vor der Hütt'n gestritten. Während Micaela Schäfer und Brigitte Nielsen noch im fernen Silikonien um die Königskrone rangen, diskutierten die zurückgebliebenen Expertinnen Desirée Nick und Dolly Buster zickiger als die nervigsten Dschungelnattern über die Frage, wie zeigefreudig es am Busen der Natur zugehen darf. Wir erinnern uns: Desirée charakterisierte Dollys Vorzüge einst so: "Sie hat solche Wassermelonen, die ziehen ja die Mundwinkel und die Tränensäcke herunter." Das scheint an Frau Buster nicht spurlos vorbeigegangen zu sein, denn mit Blick auf Micaelas Dschungeloutfit offenbarte sie in dieser Woche einen Anflug von Altersweisheit: "Nackte Brüste und ein nackter Popo alleine bringen auch nichts" verriet die Charakterdarstellerin, die in Werken wie "Buster Booster" oder "Teach me Tiger" reüssierte. "Außerdem kann sie ja nichts, außer sich auszuziehen", hielt sie Micaela vor. Da weiß eine, wovon sie spricht. "Das ist ja wieder typisch!" echauffierte sich folgerichtig auch Desirée Nick, obwohl sie Dolly Buster offiziell nicht mal mehr ignoriert: "Es ist so lange her, dass ich mich an die Frau überhaupt nicht erinnern kann", gab die Ex-Dschungelqueen zu Protokoll. "Ich war vor acht Jahren im Camp und ich möchte diese Person nicht reanimieren." So wortreich wurde schon lange nicht mehr geschwiegen.

Ein echter Schwerenöter: "Don" Juan Carlos von Spanien

War sonst noch was? Na klar: Ein medialer Orkan erfasste die Iberische Halbinsel - schon wieder Zoff bei Königs! Dass Don Juan Carlos ein ausschweifendes Liebesleben hat, raunen sich nur in Madrid die Hofschranzen zu. Comtessen und Aktricen - wer bei drei nicht auf den Bäumen ist, bekommt es der Legende nach mit dem kleinen Prinzen des Regenten zu tun. Eine Journalistin hat den 74-Jährigen aber nun auch offiziell als Hallodri enttarnt. "Die Einsamkeit der Königin" heißt das zwischen zwei Buchdeckel gepresste Viagraprotokoll, das ein gewisses Mitgefühl mit der fischig-kalten Sofia erkennen lässt. "Der König ist ein professioneller Verführer", behauptet Autorin Pilar Eyre und versteift sich gar zu der These, dass Juan Carlos selbst Diana flachgelegt habe. Der royale Familienurlaub beim König von Mallorca soll vor einem Vierteljahrhundert der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre gewesen sein. Dass sich das nicht mehr verifizieren lässt, dürfte allen Beteiligten nur recht sein. Die Princess of Wales muss ihren verschrobenen Geschmack nicht mehr rechtfertigen, Juan Carlos kann sich als eitler Gockel im Glanz der vermeintlichen Affäre sonnen. Und die Journalistin freut sich, dass sich ihre Enthüllungen kurz vor der Goldenen Hochzeit des Königspaares wie geschnitten Brot verkaufen. Nur Sofia lächelt gequält. Aber das kann sie schließlich auch am besten.