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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Ketzerische Bekenntnisse


Busenalarm im Folterkeller: Sophia Thomalla zieht auf der Streckbank blank und Linda de Mol lässt sich das Gesicht wegspritzen. Auch "Paddi" Lindner lehrt uns diese Woche das Fürchten.
Von Stefan Mielchen

Schloss Moosham bei Salzburg hat in seiner mehr als 750-jährigen Geschichte schon so manches erlebt. Blutgerichte und Hexenverbrennungen nennt die Chronik, und der Reigen der Schauderhaftigkeiten wird nun um ein weiteres Top-Ereignis ergänzt: Seit dieser Woche zeigt sich TV-Sternchen Sophia Thomalla im Silikon-Fachblatt "Playboy" als Sklavin der Liebe. Die 22-Jährige zog auf der Streckbank blank: "Nur ein Schwert bedeckt ihre Scham" sabberte "Bild" genüsslich. "Ich mag es rough. Also mystisch, gotischer Stil", ließ sich die Freundin von Rammstein-Sänger Till Lindemann vernehmen, sah das Ganze aber mehr von der pragmatischen Seite: "Einen besseren Körper kriege ich nicht. Der wird über die Jahre nicht besser." Orangenhaut, ick hör dir trapsen! Da Nackte zwar immer gebraucht werden, das Bindegewebe aber gnadenlos ist, drängte die Zeit. Sophia rundete die Thomalla-Festspiele mit einer intimen Beichte ab: "Ja, ich bin schon untreu geworden", gestand sie zur völligen Verblüffung der Weltpresse. "Wenn Beziehungssex vom Rock'n'Roll in den Altersheimmodus purzelt, werde ich echt nervös." Mit solch ketzerischen Bekenntnissen landete man früher auf dem Scheiterhaufen - heute kommt man damit in die Zeitung. War halt nicht alles schlecht damals.

Im Altersheimmodus wähnt sich Schmalzbacke Julio Iglesias, 68, noch lange nicht. 3000 Frauen soll der Schmusesänger gehabt haben. Kein Grund also, nervös zu werden. "Ich habe Viagra in den Ohren", gestand der Großmeister der musikalischen Folter der Schweizer Zeitung "Blick". Ansonsten aber stehe alles bestens um ihn. "Ich bin ein Künstler, und Sex ist Teil meiner Kreativität." Seinen weiblichen Fans macht Julio auch jenseits der Menopause Hoffnung: "Freuen sie sich auf Sex im Alter", rief er aus. "Die Zweisamkeit wird intimer." Leicht zu verführen ist der gockelnde Frauenversteher trotzdem nicht. Nummer 3001 muss sich da schon einiges einfallen lassen: "Es ist etwas, was im Innersten passiert, nicht mit einem knappen Kleidchen oder einem sexy Tanz."

Madonna? Möchte ich nicht!

Das sollte sich auch Madonna hinter die Ohren schreiben, die mit 53 immer noch versucht, wie 35 rüberzukommen. Vergeblich: Ausgerechnet Lagerfeld-Muse Baptiste Giabiconi gab der alternden Diva jetzt einen Korb, als Frau Ciccone das Model in einem New Yorker Restaurant an ihren Tisch bat. "Die kann lange bei mir Schlange stehen", giftete der schönste Mann der Welt, der mit 22 schon auf eigenen Füßen steht. "Ich brauche keine Madonna, die mir meinen Lebensunterhalt finanziert. Ich bin kein Toy Boy." Karl dem Großen dürfte es in den Ohren geklingelt haben. Baptiste würde zwar auch problemlos als Material Girl durchgehen, behält sich aber vor, an Frauen Gefallen zu finden. Derzeit steht Sängerin Katy Perry hoch im Kurs, auf eine Affäre will sich Monsieur aber nicht festnageln lassen: "Sicher kann ich nur sagen, dass meine Mutter zurzeit die wichtigste Frau in meinem Leben ist." Süß!

Womit wir bei Patrick Lindner wären, der in dieser Woche ein handfestes Problem zu haben schien: "Seine Mama liebt seinen Freund", titelte "Bunte.de". Doch die Mutterliebe vollzieht sich in geordneten Bahnen: "Er ist wie ein zweiter Sohn für mich", gestand Mama Hedwig zur allgemeinen Beruhigung. Mutter, wir danken dir! Schlüpfrig scheint es in der gemeinsamen Villa im beschaulichen Grünwald dennoch zuzugehen. Zumindest plauderte Patricks Gspusi Peter aus dem heimischen Nähkästchen: "Wir probieren auch mal, wer die Hüfte höher bekommt", gab er zu, und Lindner ergänzte: "Ich hätte nicht gedacht, dass Peter in seinem Alter noch so bewegliche Hüften hat." Doch auch hier gab's Entwarnung aus der Bikini-Zone: Das Paar probt privat lediglich für Patricks "Let's Dance"-Auftritte.

Linda de Mol spritzt - und gibt's zu

Das Comeback der Woche spielte sich ebenfalls in der zweiten Lebenshälfte ab: Linda de Mol kehrte elf Jahre nach der "Traumhochzeit" wieder ins deutsche Fernsehen zurück. Und weil das alleine nicht reicht, gab sie der "Bild"-Zeitung noch ein ganz besonderes Jawort: "Ja, ich spritze Botox! Ja, ich bin operiert!", hieß es da. Ja, da schau her! Von allen hätte man das gedacht, wirklich von allen - aber doch nicht von der patenten Linda. Die gibt sich derweil recht ausgeschlafen: "Ich habe mir die Tränensäcke unter den Augen entfernen lassen, weil ich müde aussah und älter wirkte, als mich fühlte", berichtete sie. Einfach mal früher ins Bett zu gehen, scheint aus der Mode gekommen zu sein.

War sonst noch was? Na klar! Momo heißt jetzt Nscho-tschi. Schauspielerin Radost Bokel hat nach dem Dschungelcamp endlich eine erfüllende Anschlussbeschäftigung unter freiem Himmel gefunden. Bei den Karl-May-Festspielen in Elspe gibt sie einen Sommer lang Winnetous Schwester. Gut so, denn dann muss sich die 36-Jährige nicht mehr nackig machen. Unter Geiern geht es sicherlich genau so lustig zu wie im australischen Urwald. Schade, dass nicht noch mehr Dschungel-Kollegen in die ewigen Jagdgründe des Sauerlandes geschickt werden. Brigitte Nielsen würde als Halbblut Apanatschi heute auch nicht schlechter aussehen als Uschi Glas damals. Und Ramona Leiß in der Rolle des Sam Hawkins - das wäre schlicht und einfach ein Traum.


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