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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Mit Atombusen gegen die Taliban

Hach, was war das wieder für eine Woche: Katy Perrys Busen ist zu gefährlich, sie muss abrüsten. Jennifer Rush und Demi Moore rüsten dagegen auf. Und Paris Hilton musste wischen gehen.

Von Stefan Mielchen

Diese Sorgen möchten manch andere haben: Der Sängerin Katy Perry ("I Kissed A Girl") ist mal wieder ihr pompöser Busen zum Verhängnis geworden. Zuletzt musste ein Gastspiel der 26-jährigen Üppigkeit aus der "Sesamstraße" geschnitten werden - ihr freizügiger Auftritt dort hatte die Mütter der Nation empört. Was mit Blick auf Anstand und Moral noch in Ordnung geht, lässt sich aktuell allerdings nicht mehr nachvollziehen: Weil ihr Dekolleté zu ausladend geriet, musste jetzt sogar ein Plakat der singenden Truppenbetreuerin retuschiert werden. Der 80-D-Büstenhalter drohte zu bersten angesichts dessen, was sich im Ausschnitt von Perrys Fallschirmspringer-Outfit verbarg. Das war allerdings auch der Sinn der Übung: Als Pin-up-Girl sollte die gute Katy ausgehungerten US-Soldaten die Vorweihnachtszeit versüßen.

Doch nicht der Oberbefehlshaber, sondern Katys Manager befahl: Busenverkleinerung durch Photoshop! Die Jungs von der Truppe, die für das Poster gerne ihre Spindtüren ausgebeult hätten, wurden natürlich nicht gefragt. Dabei hätten gerade sie angesichts der vielen Verhüllten im Afghanistan-Einsatz etwas Abwechslung verdient. Oder hatte jemand Angst, dass sie beim Anblick der beiden Atombomben vor lauter Strammstehen nicht mehr kampftauglich wären?

Sozialdienst kann so sexy sein

Blondinen bevorzugt neuerdings auch die Stadtreinigung von Los Angeles. Dort wirbelt das "Hollywood Beautification Team" mit dem Feudel. Allerdings nicht, um Stars und Sternchen hinterherzuwischen, sondern um das Stadtbild zu verschönern. Die jüngste Allzweckwaffe hierbei heißt Paris Hilton, die das Stadtbild zwar eher belastet, dank ihrer Vorliebe für Pülverchen und Pillen derzeit jedoch 200 Stunden im Dienst der guten Sache ableistet - und das ist ausnahmsweise mal nicht die eigene. In dieser Woche musste das 29-jährige It-Girl Graffitis von den Wänden kratzen. Weil das gehörig auf die modellierten Nägel geht, versuchte Paris anderweitig gut auszusehen: Sie stöckelte auf ungemein praktischen schwarzen Highheels zum neuen Putzjob. Sozialdienst kann so sexy sein!

Das Beautification Team scheint auch in einem anderen Hollywood-Fall ganze Arbeit zu leisten. Schauspielerin Demi Moore kratzt zwar langsam an der 50, hat aber in Ashton Kutcher einen Mann, der süße 16 Jahre jünger ist. Die Folge: eine kostenintensive Grundsanierung. Allein ihre Gesichtsbehandlung soll sich Demi pro Woche 2200 Euro kosten lassen. Bei dem Verfahren zur Straffung des Mooreschen Teints werden die tieferen Hautschichten erwärmt, während die Hautoberfläche gekühlt wird. Wer das preiswert zu Hause nachmachen möchte, steckt den Kopf einfach erst in die Microwelle und dann ins Gefrierfach - das regt die Kollagen-Produktion bestimmt genau so an! Doch das ist erst der Anfang der Sanierungsarbeiten, wie die "Daily Mail" vorrechnete: 230.000 Euro sollen diverse OPs an verschiedenen Körperstellen bisher verschlungen haben, 19.000 Euro gingen fürs Fettabsaugen drauf, 11.000 ließ Demi für die Brüste springen, 24.000 fürs Gesicht, die wöchentliche Prozedur noch gar nicht mitgerechnet - more is Moore!

"Scharf" ist das neue "peinlich"

Auch 80er-Ikone Jennifer Rush glaubt an das Credo "mehr ist mehr". Die Sängerin ist mittlerweile nur noch an ihrer Stimme zu erkennen, die Gesichtszüge sind der ehemaligen Diva längst entglitten: die Lippen kurz vorm Platzen, die vernarbte Nase dafür um so kleiner! Bei der Aids-Gala im Berliner Theater des Westens sorgte die 50-Jährige damit jetzt für vernehmliches Tuscheln auf dem roten Teppich. "Sie kann auf jeden Fall nicht verschweigen, dass sie eine Schönheitsoperation hatte", lästerte Jenny Elvers-Elbertzhagen. Damit ist sie die Schnellmerkerin der Woche.

Auch Courtney Love, die Witwe von Nirvana-Sänger Kurt Cobain, hätte eine Runderneuerung dringend nötig, hat aber dank eines verkoksten Lebens dafür kein Geld mehr. Jetzt steht sie vor Gericht, weil sie die Diamanten nicht mehr finden kann, die sie bei einem New Yorker Juwelier ausgeliehen hatte. Kann ja mal passieren bei Klunkern, die schlappe 130.000 Dollar kosten. Weit schlimmer aber sind die Fotos, die Courtney neuerdings twittert: in Posen, die sich zwischen Erotik und Tragik eindeutig für Letztere entschieden haben. Courtney Love ficht das nicht an: "Ich werde immer schärfer", behauptet die 46-Jährige. Na klar, wenn "scharf" das neue "peinlich" ist, dann sind wir dabei!

Von den Segnungen der Botoxbranche scheint auch Camilla Henemark völlig unbeleckt geblieben zu sein, die Ex-Mätresse des schwedischen Königs. Die 46-Jährige hat sich optisch längst ihrer Namensvetterin Camilla Mountbatten-Windsor, Herzogin von Cornwall, angenähert, der Dauer-Mätresse des britischen Thronfolgers. Bei Markus Lanz durfte sie nun eine Lanze für Carl XVI. Gustaf brechen: "Er ist ein extrem charmanter Mensch. Er ist witzig, er ist süß", verriet sie, also ob die junge Silvia aus ihr gesprochen hätte. Und die reife Königin gleich noch dazu: "Jemanden zu lieben ist aber etwas anderes", ergänzte Camilla. Am König schätze sie, dass er einen "unglaublichen Humor" habe, ließ aber offen, ob sie damit das königliche Zepter meinte. Zur eigenen Ehrenrettung schob Camilla noch hinterher: "Ich bin keine Prostituierte." Da staunt das interessierte Publikum: Carl Gustaf hat nicht mal gezahlt? Natürlich nicht, auch für Royals gilt schließlich: Geiz ist geil!