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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Müll, Müll, Sondermüll!

Die Schlagerbranche war schon immer ein einziger Sündenpfuhl. Doch während Udo Jürgens nie viele Worte über seine Eskapaden verlor, packt Michael Wendler jetzt auf 200 Seiten literarischen Sondermüll aus.

Von Stefan Mielchen

Rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse gerät ein Mann in die Schlagzeilen, dessen geistige Ergüsse nachgerade preisverdächtig sind: Michael Skowronek. Mit seinem Erstlingswerk, das der gelernte Speditionskaufmann aus Dinslaken jetzt vorlegt, überrascht der sensible 37-Jährige im anspruchsvollen Literaturbetrieb selbst härteste Kritiker. "Die Faust des Schlagers" ist ein so poetischer wie schonungsloser Blick hinter die Kulissen eines gnadenlosen Geschäftes, dem sich Skowronek behutsam und doch investigativ nähert. So enthüllt er, dass Sänger Bernhard Brink ein "abgewracktes Schlagerschlachtschiff" sei und folgert: "Manchmal hat es den Anschein, dass Brink alle Kollegen hasst, die erfolgreicher sind als er. Dummerweise sind das viele."

Dummerweise fällt dieses Urteil auch auf den Autor zurück. Denn die Faust, die hier verbal wütet, gehört keinem anderen als dem Wendler! Der privatinsolvente Haudrauf des schlechten Geschmacks ("Sie liebt den DJ") hat für Kollegen stets ein freundliches Wort übrig. Howard Carpendale etwa "verarsche" sein Publikum, Jürgen Drews sei "der Heesters des Schlagers". Nichts Neues soweit, und doch fand sich ein Verlag, der zwischen zwei Buchdeckeln Platz für 200 Seiten literarischen Sondermülls zu 19,90 Euro frei hatte. Nach seiner erfolgreich gefloppten, pseudodokumentarischen TV-Prostitution "Der Wendler-Clan", für die sich nicht mal die an Kummer gewöhnten Sat1-Zuschauer erwärmten, setzt der Sänger nun zum nächsten hoffnungsvollen Coup an. Und dafür macht er sich nicht nur im übertragenen Sinne nackt. Für die Buch-PR zog der Wendler blank! Allein, was man dort sieht, passt allenfalls zu seiner aktuellen Single: "Keiner ist wie ich". Und das ist auch gut so!

Öffentlicher Vaterschaftstest

Früher war bekanntlich alles besser. Da nagelten erfolgreiche Schlagersänger zwar auch alles, was sich ihnen willig in den Weg stellte. Sie redeten aber in der Regel nicht darüber. Wie Zurückhaltung funktioniert, bewies in dieser Woche einmal mehr Udo Jürgens, dessen Schlager im Gegensatz zu denen des Wendlers nicht an gefährliche Körperverletzung grenzen. In Wien zeigte sich der Altmeister erstmals an der Seite seiner bisher verheimlichten Tochter Gloria. Die sieht ihm dermaßen ähnlich, dass der gemeinsame Auftritt den Charakter eines öffentlichen Vaterschaftstests hatte. Gloria ist heute 15, ihre Mutter 35, Udo 75. Macht nach Adam Riese eine Liebesnacht mit 40 Jahren Altersunterschied. Und der Rest ist Schweigen...

Selbiges wünschte man sich auch von Verona Pooth. Um sie schien es über das Ordnen ihrer Steuerbelege endlich stiller geworden zu sein. Doch zu früh gefreut: Jetzt meldete sich Verona als Marmeladen-Model zurück. Das wäre nicht weiter schlimm, hätte sie beim Shooting einfach die Klappe gehalten. Da das aber genetisch anders programmiert wurde und rein zufällig auch ein Reporter der "Bild"-Zeitung anwesend war, plauderte Mutter Pooth mal wieder aus dem familiären Nähkästchen: Ihr Sohn Diego plane derzeit weder eine Karriere als Model noch als Schauspieler, ließ die 41-Jährige wissen. Da sind wir aber ein wenig beunruhigt - das Kind ist schon sechs und denkt noch nicht an seine Zukunft? Klarer Fall für die Supernanny!

Trennungen, wohin das Auge blickt

War sonst noch was? Na klar: Trennungen, wohin das Auge blickt - der dräuende Frühling fordert seinen hormonellen Tribut. TV-Ikone Ulla Kock am Brink verliert den Mann, den sie zuvor Ex-Stewardess Sabine Christiansen abspenstig gemacht hatte. Kate Winslet weint sich bei Leo DiCaprio über ihre Trennung aus - wie Brüderchen und Schwesterchen, versteht sich. Und Sandra Bullock überlegt, ob sie vielleicht ihren Körper hätte verunstalten sollen: Noch-Gatte Jesse James bevorzugte wilden Sex mit einem Tattoo-Model, das ihn zärtlich "Vanilla Gorilla" nennt - weil er so gut bestückt sei.

Wie beruhigend, dass es wenigstens noch eine moralische Instanz im Lande gibt, die zwischen flüchtigem Sex und erfüllter Liebe eine feine Grenze zu ziehen weiß. Nein, nicht die Katholische Deutsche Bischofskonferenz, sondern vielmehr Lorielle London. Aus Anlass ihres standesgemäßen Besuchs im "Big Brother"-Container betonte die tragische Transe einmal mehr, dass sie ihren Körper lieber auf die hohe Bettkante legt, denn: "Ich spare mich für den Richtigen auf!" Spare in der Zeit, dann hast du in der Not? Von wegen - bei Lorielle geht’s profaner zu. Hier gilt ganz einfach das schlichte Gesetz von Angebot und Nachfrage.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.