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Abgewatscht - die Promi-Satire: Advent, Advent, die Liebe brennt!

Immer mehr Senioren trauen sich offen mit dem Tabuthema Sex im Alter umzugehen. Heino plaudert über "wunderschöne Liebesnächte", Rainer Calmund räumt mit dem Vorurteil auf, Dicke seien asexuell und Birgit Schrowange will mit 50 nochmal Nachwuchs.

Von Stefan Mielchen

Wer hätte das von unserem Heino gedacht: Mit seiner Hannelore schwebt der Volksmusiker noch immer im siebten Sexhimmel. Und das mindestens dreimal in der Woche. "Wir haben wunderschöne Liebesnächte", gestand der tümelnde Barde jetzt kurz vor seinem 70. Geburtstag und sprengte damit wohl jegliche Vorstellungskraft seines senilen Fanblocks. Der Musikterrorist aus Bad Münstereifel, der aus Überzeugung auch schon mal sämtliche Strophen des Deutschlandliedes interpretierte, benötigt selbstverständlich keinerlei Hilfsmittel. Er steht seinen Mann, von der Maas bis an die Memel: "Mit Viagra oder anderen Potenzpillen kann ich nichts anfangen", behauptet der blondierte Germane. Denn: "Auch in der Hinsicht bin ich gewissermaßen eine deutsche Eiche, die nicht so schnell zu fällen ist."

Waldsterben war gestern, es leben die jungen Triebe! Auch Heinos Gattin ist begeistert von ihrem Lover, denn wenn der "Komm' in meinen Wigwam" ausruft, weiß Hannelore, dass der Sänger ausnahmsweise mal die Klappe hält: "Menschen, die sich lieben, können auch schweigen. Deshalb sprechen Heino und ich bei der Liebe nicht. Wir fühlen einfach nur." Und da man sich bei soviel Hingabe auch mal gehen lassen kann, nimmt Heino beim Sex die Brille ab: "Im Bett bin ich ganz privat. Da muss mich ja keiner erkennen und mir auf die Schulter klopfen." Die "Bild"-Zeitung brachte das späte Sexgeständnis auf die hübsche Formel "Caramba, Caracho, Orgasmus!" Was zumindest die Hoffnung nährt, dass es für die herzkranke Hannelore dreimal wöchentlich schnell vorbei ist.

Sarah Connors Mutter dient als Vorbild für reife Mütter

Nach dem Erfolgsfilm "Wolke 7" trauen sich scheinbar immer mehr Senioren, offen mit dem Tabuthema Sex im Alter umzugehen. So plapperte die so genannte TV-Moderatorin Birgit Schrowange jetzt davon, noch mal Mutter zu werden: "Das ist ja heute kein Problem, auch mit 50 noch Zwillinge in die Welt zu setzen", sagte Schrowange, die ihrem 15 Jahre jüngeren Liebhaber offensichtlich eine Perspektive bieten muss. Ausgerechnet die Mutter von Sarah Connor durfte hierfür als leuchtendes Beispiel herhalten. Sie hatte unlängst im Fernsehjahresrückblick erklärt, dass sie immer noch gerne "ausbrüte". Auf diesem Hühnerhof darf natürlich auch ein fetter Gockel nicht fehlen. Da trifft es sich, dass Ex-Fußballexperte Rainer Calmund, 60, ebenfalls in dieser Woche erklärte, Dicke seien keineswegs asexuell. Danach hatte zwar niemand gefragt, aber irgendwie ist es doch auch schön zu wissen, dass es noch so etwas wie erdrückende Liebe gibt. Calmunds Frau Sylvia muss mit 38 wohl auch noch mal ran: "Ich möchte noch mal einen kleinen Calli auf der Couch krabbeln sehen und ihn verhätscheln", ließ der große Calli sie via "Bunte" wissen. Da bist du platt!

Nur gut, dass wenigstens Deutschlands oberster Fußballlehrer stilsicher daherkommt. Der Bundestrainer wird zum "Bundescremer", wie es ein findiger Journalist ausdrückte. Jogi Löw als Nivea-Model - das ist alles andere als schmierig. Nachdem schon sein weißes Strenesse-Hemd Frauen wie Männer begeisterte, hält die Metrosexualität endgültig Einzug im DFB. Der Trainer als Kosmetikikone: Beckham und Co. dürfen duschen gehen! Künftig kann sich Löw die Konflikte mit Ballack oder Frings einfach von der Backe schminken. Gegnerische Mannschaften werden nicht mehr eingeseift, sondern gesalbt. Kein Wunder, dass Jogis Berater, der den Deal einfädelte, auf den hübschen Namen Eitel hört.

Die Queen verwendet gebrauchtes Geschenkpapier

Auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten dreht bekanntlich auch Karl Lagerfeld am Riesenrad. Doch angesichts der Finanzkrise will der Modezar jetzt kürzer treten. In Paris zog er in ein kleineres Haus, in Vermont kaufte er sich eins hinzu. "Das ist für mich die neue Bescheidenheit", gab Karl der Große zu Protokoll. Was schon deshalb überzeugend klingt, weil er jetzt lediglich Zimmermädchen, Koch und Chauffeur rund um die Uhr benötigt. Mehr nicht. "Ich könnte sehr spartanisch leben", sagt Lagerfeld. Welch Glück, dass irgendwer den Konjunktiv erfunden hat. Sparsamkeit ist auch die neue Tugend des britischen Königshauses. Kurz vor dem Fest der Liebe lässt Elisabeth II. mit der Meldung aufhorchen, dass die Royals in diesem Jahr nur gebrauchtes Geschenkpapier benutzen sollen. Macht nichts, schließlich hat der Thronfolger ja auch eine gebrauchte Gattin. Man könnte glauben, Lizzy sei auf ihre alten Tage etwas schrullig geworden. Doch auch hier diente die weltweite Finanzkrise zur Begründung des royalen Recyclings.

Andere Königinnen gehen da weitaus geschickter mit ihrer knappen Barschaft um. Madonna zum Beispiel, die Queen of Pop. Nach ihrer Blitzscheidung fordert sie jetzt 5,8 Millionen Euro Schadensersatz von der Londoner "Mail on Sunday", weil das Blatt nach Bekanntwerden der Trennung Hochzeitsfotos von ihr veröffentlicht hatte. Keine schlechte Rendite für eine gescheiterte Ehe. Das könnte auch bei den Royals funktionieren.

War sonst noch was? Na klar: Marc Terenzi turtelte in Hamburg auf einer Promiparty mit der chinesischen Schauspielerin Bai Ling, die bei solchen Anlässen gerne mal ihren Busen aus der Bluse blitzen lässt. Ganz aus Versehen, versteht sich. Angeblich teilte man sich nach einer Promiparty im Hotel Atlantic auch ein Zimmer. Was zumindest für Marc eine hübsche Abwechslung gewesen sein dürfte. Der muss sich derzeit im Europapark Rust verdingen. Nicht als Schiffschaukelbremser, was seinem IQ entgegenkäme, sondern in der dortigen Gruselshow. Da ist er ja auch ganz adäquat untergebracht. Doch es gibt Hoffnung! Sarah Connor kündigte bereits an, dass Marc und sie auch nach der Trennung gemeinsam Weihnachten feiern werden: "Marcs Mutter möchte Truthahn kochen." Man sieht sie förmlich schon vor sich, die nächste Dokusoap: Sarah und Marc glücklich wiedervereint unter dem Christbaum- und Mutti hat den Braten in der Röhre. Ihr Kinderlein, kommet!