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Kamerafrau gestorben Regieassistent, Waffenmeisterin, Schauspieler: Das sind die Schlüsselfiguren im Baldwin-Fall

Alec Baldwin
Alec Baldwin kurz nach seiner Aussage bei der Polizei von Santa Fe
© Jim Weber/Santa Fe New Mexican/AP / DPA
Am Donnerstag erschoss Schauspieler Alec Baldwin versehentlich Kamerafrau Halyna Hutchins beim Dreh des Westerns "Rust". Seitdem versuchen Ermittler die Frage zu klären: Wie konnte es zu dem Unfall kommen?

Es ist eine Tragödie, das die Filmindustrie nachhaltig aufrütteln könnte: Am Donnerstag erschoss Alec Baldwin versehentlich Kamerafrau Halyna Hutchins am Set des Westerns "Rust", Regisseur Joel Souza wurde schwer verletzt. Wenige Tage nach dem tödlichen Unfall bleiben einige Fragen noch immer ungeklärt. Und es kristallisieren sich zumindest drei Schlüsselfiguren raus. 

Fall Alec Baldwin: drei Schlüsselfiguren

Die erste ist Waffenmeistern Hanna Gutierrez-Reed. Die 24-Jährige gilt als unerfahren, hatte vor "Rust" nur bei einem anderen Film als Waffenmeisterin gearbeitet. Am Tag des tödlichen Unfalls war sie für die Requisiten-Waffen zuständig, platzierte drei Revolver auf einem Wagen. Wie Crewmitglieder der "LA Times" erzählten, sei mit den Sicherheitsprotokollen lasch umgegangen worden. Besonders den Umgang mit den Pistolen hätten viele am Set kritisch gesehen. Pikant ist, dass Baldwins Stunt-Double bereits am 16. Oktober versehentlich zwei Schüsse mit einer scharfen Waffe abgesetzt hatte. Auch ihm sei gesagt worden, die Waffe sei nicht geladen. 

Laut "New York Times" kündigten sechs Mitglieder des Kamerateams wegen verspäteter Bezahlungen und schlechter Sicherheitsvorkehrungen. Die Zeitung bezieht sich auf die eidesstattliche Erklärung des verwundeten Regisseurs Joel Souza.

Dave Halls händigte Baldwin die Waffe aus

Die zweite Schlüsselfigur ist Regieassistent Dave Halls. Er war es, der den Revolver vom Wagen nahm und ihn Baldwin aushändigte. Dabei soll er dem Star und Produzenten des Films gesagt haben, die Waffe sei "kalt", also ungeladen. Allein die Tatsache, dass er Baldwin den Revolver gegeben hat, könnten für Ermittler ausschlaggebend sein. Denn normalerweise ist die Reihenfolge streng geregelt. Nicht jeder darf Waffen aushändigen. 

Die dritte Schlüsselfigur ist Alec Baldwin. Laut der Aussage von Souza saß der Schauspieler auf einer Bank in der Kirche, wo die nächste Szene gedreht werden sollte. Er richtete die Waffe, von der er offenbar dachte, sie sei ungeladen, in Richtung Kamera, als sie losfeuerte. Die Kugel traf Halyna Hutchins im Brustbereich, Souza wurde an der Schulter getroffen. 

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Zivilklage möglich

Bei einem so tragischen Unfall die Schuldfrage zu stellen wirkt hart. Doch laut Rechtsexperten der "LA Times" könnten auf die Produktionsfirma in einer Zivilklage erhebliche Schadensersatzforderungen zukommen. "Ich wäre schockiert, wenn es nicht zu einer Klage gegen die Produktionsfirma käme", sagte Anwalt Bryan Sullivan der Zeitung. "Sie könnten Alec Baldwin nennen, um ein Druckmittel zu bekommen, oder den Waffenmeister oder den Hauptproduzenten, aber letztendlich sind sie alle Angestellte der Produktionsfirma, und jegliche Haftung würde von der Firma und ihrer Versicherung übernommen werden", erklärte er.

Auch das Delikt der fahrlässigen Tötung steht im Raum, der zutrifft, wenn eine Person zwar rechtmäßig handelt, ihre Fahrlässigkeit oder mangelnde Vorsicht aber zum Tod einer anderen Person führt. 

Verwendete Quellen: "New York Times" / "LA Times"

ls

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