Anekdoten Mit Schirm, Charme und Melone


Zum 80.Geburtstag von Königin Elizabeth II. werden etliche Anekdoten aus ihrem Leben ausgegraben. Viele von ihnen stellen sie als eine humorvolle, schlagfertige Frau dar.

Als Elizabeth sieben Jahre alt war, strich ihr einmal der Erzbischof von Canterbury übers Haar und fragte: "Wie geht es der kleinen Lady?" Wie Anekdotenerzähler des Hofes zu berichten wissen, antwortete sie selbstbewusst: "Ich bin keine Lady, ich bin eine Prinzessin." Da schaltete sich ihre Mutter, Queen Mum, ein: "Als Prinzessin bist Du geboren, eine Lady wirst Du hoffentlich eines Tages sein."

Jahre später, so notierte der Hofberichterstatter Thomas Blaikie, hörten Besucher eines Londoner Theaters folgenden kleinen Streitdialog: "Was denkst Du eigentlich, wer Du bist?", fragte Queen Mum. Und wieder fiel die Antwort selbstbewusst aus: "Die Königin, Mama, die Königin."

Einer der schönsten ist diese: Auf dem Weg zum Schloss Balmoral in Schottland entdeckte die Queen am Straßenrand einen kleinen Laden und betrat ihn neugierig. Die Verkäuferin sah sie ungläubig an: "Sie sehen der Königin außerordentlich ähnlich." Elizabeth II. erwiderte: "Oh, wie beruhigend!"

Keine Kleid-Abstimmung mit der "Eisernen Lady"

Die Spatzen pfiffen vom Dach des Buckingham-Palastes, dass das Verhältnis zwischen der Queen und der damaligen Premierministerin Margaret Thatcher nicht spannungsfrei war. Einmal soll die "Eiserne Lady" erbost darüber gewesen sein, dass sie und die Königin zu einem gesellschaftlichen Anlass Kleider in nahezu derselben grünen Farbe trugen. "Wäre es nicht eine gute Idee, wir stimmten uns vorher ab?", ließ Thatcher in einer Botschaft an Elizabeth II. anfragen. Die überlieferte Antwort: "Die Queen nimmt keine Notiz von dem, was andere Leute sich anziehen."

Aber die Königin kann auch gütig und nachsichtig sein: Bei einer ihrer berühmten Gartenpartys begann sie eine Konversation mit einer jungen Frau. Kurz darauf klingelte deren Handy, was sie sichtlich in Verlegenheit stürzte. Die Königin von Großbritannien und Nordirland sagte schmunzelnd: "Nehmen Sie ruhig ab, es könnte jemand Wichtiges sein."

Freier Blick auf die Königin

Natürlich kann sie auch spitze Bemerkungen machen. Als sie einmal in offener Kutsche durch London fuhr, blockierte ein Gardeoffizier mit seinem Pferd versehentlich mehrfach ihren Blick. "Also, Captain", soll sie den Reiter angezischt haben, "ich denke, die Leute sind gekommen, um mich zu sehen und nicht Sie."

Andererseits ist durchaus Bescheidenheit ihre Zier, wie der Königliche Bibliothekar Sir Owen Morshead einmal berichtete. Vor langer Zeit ließ sie sich Bücher über Hollywood-Star Marilyn Monroe bringen und sagte: "Ich frage mich, wie es wohl ist, die berühmteste Frau der Welt zu sein." Inzwischen dürfte sie eine Ahnung davon haben.

DPA DPA

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