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Künftige Madame President?: Angelina Jolie flirtet mit einer Karriere in der Politik

Weg von Familie und Film? Hollywood-Superstar und UN-Botschafterin Angelina Jolie liebäugelt offenbar mit einer neuen Karriere in der Politik. In einem Interview äußert sie sich erstmals dazu.

Von Frank Siering, Los Angeles

Sie wäre wahrlich nicht der erste Superstar aus Hollywood, der seine Popularität nutzen würde, um in Amerika Karriere in der Politik zu machen. Ronald Reagan und Arnold Schwarzenegger sind die wohl bekanntesten Filmstars, die bislang den Sprung in die Politik erfolgreich vollzogen haben. Nun scheint auch Angelina Jolie ernsthaft über einen solchen Schritt nachzudenken.

In einem Interview mit der US-Ausgabe der "Vanity Fair" sagte die sechsfache Mutter: "Wenn du als humanitäre Botschafterin arbeitest, musst du dir bewusst sein, dass Politik dazugehört. Denn wenn du wirklich etwas verändern willst, dann trägst du auch eine große Verantwortung."

Konkrete Pläne gibt es offenbar aber nicht. Vielleicht lässt Jolie sich als gute Taktikerin aber auch zwei- bis dreimal bitten, bevor sie den großen politischen Wurf macht. Auch Schwarzenegger hatte rund ein Jahr vor seiner Bewerbung auf das Amt des Gouverneurs in Kalifornien in Interviews noch behauptet, dass er die "Politik lieber anderen überlasse."

"Ich weiß wirklich nicht, in welcher Rolle ich mich nützlicher machen könnte. Ich bin mir bewusst, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Und das könnte die Möglichkeit auf ein politisches Amt vielleicht verringern", so Jolie jetzt.

Kleiner Teaser, große Wirkung

Der kleine Teaser, den "Vanity Fair" aus dem Interview mit seinem Dezember-Titelblatt-Star am Dienstag weltweit über die Nachrichtenticker verbreiten ließ, war Anlass genug, dass es in den sozialen Netzwerken mächtig brummte.

Der Augenblick könnte passender kaum sein: In der vergangenen Nacht haben sich die sogenannten "Midterm Elections" in den USA entschieden. Gouverneure und der US-Kongress wurden neu geordnet. Die Demokraten verloren die Mehrheit im Senat. Die Republikaner brachten dem derzeit in den USA sehr unbeliebten Präsidenten Barack Obama eine herbe Niederlage bei.

So gesehen könnte eine Senatorin Jolie oder gar eine Gouverneurin Jolie – die Schauspielerin hat niemals einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich eher zu den Demokraten als zu den Republikanern hingezogen fühlt – den leidenden Liberalen in den USA im Moment eine Art Adrenalinstoß verpassen.

Madame President Jolie?

Diverse Webseiten flirten sogar schon mit der Idee, Jolie könnte sich in der Zukunft um das Amt der "Madame President" bewerben. Für die 39-Jährige selbst kommt auch eine Position im diplomatischen oder öffentlichen Dienst in Frage. "Ich bin offen", sagt sie.

Von allen Spekulationen um eine politische Karriere abgesehen, äußert sich Jolie in dem Interview auch zu ihrer kürzlich geschlossenen Ehe mit Brad Pitt. "Es fühlt sich schon anders an", sagt sie und fügt hinzu: "Es ist schön, als Mann und Frau durchs Leben zu gehen."