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BENEFIZ: Muskelkater für einen guten Zweck

Neben vielen anderen diesmal bei »Stars in der Manege«: Sandra Maischberger dressiert Kamele, Esther Schweins zeigt ihren Bikinibody und David Coulthard zaubert.

Talk-Show-Star Sandra Maischberger scheuchte Kamele durch die Manege, Silberpfeil-Pilot David Coulthard zauberte, Rocker Peter Maffay gab einen Schweinehirten - und alles für einen guten Zweck. Zum 39. Mal kamen die »Stars in der Manege« am Samstagabend im Münchner Circus Krone zusammen, um Geld zu sammeln für die Aktion »Ein Herz für kranke Kinder«. Vorne saß die Münchner Schickeria in teuren Logen und trank Champagner. Dahinter tummelte sich das bunt gemischte Publikum - Kinder, Autogrammjäger, Zirkusfans.

Gefesselt und zersägt

Der federführende Veranstalter, die »Abendzeitung«, hofft auch in diesem Jahr auf Spenden in Höhe von 100.000 Mark (51.100 Euro). Dafür ließen sich Stars und Zirkusdirektion ein rundes Programm einfallen, bei dem sich Promi-Nummern und die Einlagen echter Manegen-Profis abwechselten. Den Anfang machte Schauspieler Sky du Mont als clownesker Gewichtheber. Ihm folgte TV-Kollegin Maria Furtwängler, die ARD-Nachrichtensprecher Jens Riewa fesselte und zu zersägen drohte. Doch kaum hatten die beiden großen Sägeblätter den Kasten, in den sich Riewa gequetscht hatte, zertrennt, erschien dieser hoch oben auf der Tribüne. »Da hat ich ganz schön Angst, aber hingeschaut hab ich trotzdem«, kommentierte die kleine Johanna im Publikum.

Pilawa mit rotem Kopf

Danach betätigte sich ZDF-Fernsehkommissar Stubbe (Wolfgang Stumph) vermeintlich furchtlos als Dompteur eines Seelöwens. »Ich hatte allerdings die Phonetik sämtlicher Befehle zu Hause kalt geübt - vor allem nachdem mir der Dompteur seine Narben gezeigt hatte«, sagte er nach der Vorführung. Ihm folgte Quizmeister Jörg Pilawa mit einer zauberhaften Nummer hoch über der Manege. Kopfüber, nur von einem durchsichtigen Seil gehalten, schien er sich über die Schwerkraft hinwegzusetzen. »Das ist schon brutal. Das Blut schießt einem natürlich sofort von den Beinen in den Kopf. Ich habe fünf Tage trainiert, um dem standzuhalten und nicht sofort ohnmächtig zu werden«, sagte er.

Esther im Bikini

Absoluter Publikumsliebling war aber die Nummer von Schauspielerin Esther Schweins. Wie eine Königin schritt die ausgebildete Tänzerin durch die Manege und bot im Anschluss mit dem Team »Golden Pyramid« Zeitlupenakrobatik. Dabei zeigte sie nicht nur ihren durchtrainierten Körper im Bikini, sondern führte Hebe- und Balancekunststücke auf, als hätte sie in ihrem Leben nichts anderes gemacht. Zirkuschefin Christel Sembach-Krone zeigte sich begeistert und honorierte die Nummer mit dem Ritterschlag der Zirkuskunst: »Mit dieser Aufführung würde ich Esther Schweins sofort engagieren.« Dafür hatte sich die Schauspielerin im Vorfeld aber auch mächtig gequält. »Nach dem ersten Training hatte ich so einen Höllenmuskelkater, dass ich erstmal ein paar Tage pausieren musste«, gab sie nach der Aufführung zu.

Träume mit offenen Augen

Ob es Coulthards Zauberkünste waren, Pilawas Kopfüber-Nummer oder die russischen Trapezkünstler, die sich in zwölf Metern Höhe ihre Kollegen zuwarfen - jedermann bewegte wohl die Frage, die sich die kleine Johanna laut stellte: »Wie machen die das denn bloß?« Bei »Stars in der Manege« bewahrheitete sich einmal mehr der Satz von Ernest Hemmingway: »Der Zirkus ist der einzige Ort der Welt an dem man mit offenen Augen träumen kann.«

Dörte Tewes