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Berufsstand: Paparazzi in der Krise

92.000 Euro gab es einst für ein Paparazzo-Bild der schwangeren Julia Roberts, doch diese Zeiten sind vorbei. Der Berufsstand der Fotojäger ist in der Krise - nicht zuletzt wegen Laien, die auch Handyschnappschüsse vermarkten.

Für den bekannten Paparazzo Hans Paul (52) befindet sich das Geschäft mit den Schnappschüssen prominenter Persönlichkeiten in der Krise. "Für ein Bild von Thomas Gottschalk oder Paris Hilton stehe ich jedenfalls nicht mehr auf", sagte der Fotoreporter der DPA, als er nach dem Besuch des Karnevals in Bergisch Gladbach Station in Hannover machte. Der Konkurrenzdruck unter den Paparazzi sei schlicht zu groß, die Honorare befänden sich im freien Fall - auch, weil immer mehr Fotografen-Laien ihre Bilder zu vermarkten wüssten.

Paul stellte in den vergangenen Jahren den Stars und Sternchen in Hollywood nach. Für ein exklusives Foto, das die schwangere Julia Roberts zeigte, verdiente er nach eigenen Angaben 120.000 Dollar - umgerechnet rund 92.000 Euro. Mit dem täglichen Geschäft, bei dem auch seine Kollegen zum Zuge kommen, sei aber nichts mehr zu verdienen. Immer mehr Fans und Autogrammsammler verkauften ihre Schnappschüsse an die Boulevardpresse. "Das spüren wir Paparazzi, keine Frage", sagt Paul.

Für exklusive Schnappschüsse hat Paul deswegen aufgerüstet: Sein Auto tarnt er mit dem Werbeschriftzug einer Malerfirma. "Und ich verkleide mich oft als Postbote", sagt Paul. Wenn das alles nichts hilft, setzt sich der Paparazzo in sein Ultraleichtflugzeug und verfolgt Prominente wie Bruce Willis, Leonardo DiCaprio und Jennifer Aniston - "mit denen wenigstens noch Geld zu holen ist".

DPA / DPA