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Ihm drohen bis zu 30 Jahre Haft: "Du Arschloch" - So rastet Bill Cosby im Gerichtssaal aus

Sexueller Missbrauch: Ein US-Gericht hat Bill Cosby schuldig gesprochen. Bis zum Schluss war der Schauspieler siegessicher - doch nach der Urteilsverkündung brannten bei ihm die Sicherungen durch. 

Für die über 60 Frauen, die Bill Cosby sexuellen Missbrauch vorgeworfen hatten, waren die vergangenen Monate vermutlich eine Tortur. Sie mussten mit ansehen, wie der Fernsehstar nach den Anschuldigungen seine Comedy-Tour fortsetzte, vor Gericht siegessicher lächelte und seinen Heldenstatus zelebrierte - den er als "American Dad" seit der Erfolgsserie "Die Bill Cosby Show" in den USA genießt. 

Bill Cosby ist schuldig

Nun hat ein US-Gericht in Philadelphia den 80-Jährigen für schuldig erklärt. Das Strafmaß wird in naher Zukunft verkündet. Weil die Jury die Beweise, Cosby hätte Andrea Constand 2004 unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht, für ausreichend hält, drohen dem Schauspieler bis zu 30 Jahre Haft. Während Cosby noch breit gelächelt hatte, als Verteidigung und Staatsanwaltschaft ihre Schlussplädoyers vortrugen, verging ihm das Lachen nach der Urteilsverkündung. Und der Comedy-Star soll sogar ausfallend geworden sein. 

Cosby pöbelt im Gericht

Als einer der Ermittler forderte, Cosby bis zur Verkündung des Strafmaßes ins Gefängnis zu übergeben, weil er befürchtete, er könne mit seinem Privatjet fliehen, schrie der Schauspieler ihn an: "Er hat keinen Privatjet, du Arschloch!". Das bestätigen zahlreiche Menschen, die im Gerichtssaal anwesend waren. Trotz der Befürchtungen von Seite der Ermittler darf Cosby die kommende Zeit zu Hause verbringen, darf sein Haus jedoch nicht verlassen. Seine Kaution wurde auf eine Million Dollar festgelegt. 

Bill Cosby Andrea Constand

Die Hauptanklägerin Andrea Constand (m.) zeigte sich nach dem Schuldspruch erleichtert. 

AFP / Getty Images

Der Fall von Andrea Constand war noch nicht verjährt

Die unabhängige Jury hatte 13 Tage lang diskutiert. Vorher hatten sie die Aussagen von sechs Frauen angehört, unter anderem von der Hauptklägerin Andrea Constand. "Ich wollte, dass es aufhört. Ich konnte nicht sprechen. Ich wollte, dass meine Arme und Beine sich bewegen, aber es ging nicht. Ich war schwach und konnte mich nicht zur Wehr setzen", sagte Constand vor Gericht. 


ls