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Bodybuilding: Muskelprotze mit Busen

Sie haben Muskeln, wo andere Busen haben: Am Wochenende traten bei den Australischen Bodybuilding-Meisterschaften auch Frauen zum Kräftemessen an. stern.de wift einen Blick hinter die Kulissen.

Gebirge aus Muskeln, Sehnen und Adern, wo sonst ein Busen ist. Oberarme so prall wie Oberschenkel und Oberschenkel so gewaltig wie Baumstämme: Bei den Australischen Bodybuilding treten neben Männern auch Frauen im Kräftemessen an. Sie sind groß und stark und Angst einflößend. Doch hinter den Kulissen sind sie Frauen wie jede andere. Sie haben ihre Handtaschen mit, tragen Stöckelschuhe und reden über Männer. Nur mit einem Unterschied: Meist machen sie dem starken Geschlecht Angst.

Hat nicht auch Madonna Muckis? Huldigten nicht die alten Griechen schon dem Körperkult? Doch wenn die Muskeln wachsen und die Brüste schrumpfen, gehen viele Kerle stiften. Wahrscheinlich ist es so wie Fotograf Bill Dobbins, der schon zahlreiche Bodybuilderinnen fotografiert hat und mit den meisten befreundet ist, im Vorwort seines Buches "Moderne Amazonen" unfreiwillig komisch notiert: "Solche Frauen können den Verkehr zum Erliegen bringen."

Seit 1977 werden Bodybuilding-Wettbewerbe auch für Frauen ausgetragen. Allein in den USA verdienen 250 Damen mit Bizeps und Trizeps ihren Lebensunterhalt. Die Erfolgreichsten, wie Th-resa Bostick alias "Nubian Goddess", betreiben eigene Webpages, auf der sie Fans allerlei Sinnstiftendes von Kalorienverbrauch bis Lieblingsfarbe mitteilen. Ihre Kollegin Lesa Lewis, hauptberuflich Bauarbeiterin, verblüfft die Leserschaft mit dem Wunsch: "Lasst die Frauen nicht zu männlich werden." Das sieht der Internationale Verband der Körpermäster offenbar ähnlich und verfügte vor drei Jahren neue Regularien. Die Frauen sollen danach, sinngemäß, auch als solche erkennbar bleiben und eben nicht wie Hermaphroditen aufs Podium stampfen. Gebracht hat's nichts.

mai