HOME

Boris Becker in der "Gala": "Ich fühle mich nicht als Deutscher"

Seit zehn Jahren lebt Boris Becker in London. Eine Rückkehr nach Deutschland schließt der 49-Jährige aus. Er fühle sich nicht als Deutscher und sein Name werde hierzulande instrumentalisiert, sagte Becker in einem Interview.

Boris Becker

Boris Becker hat mit der "Gala" über seine finanzielle Situation gesprochen.

Als jüngster Wimbledon-Sieger aller Zeiten wurde Boris Becker in seiner Heimat Deutschland wie ein Held verehrt. Doch inzwischen fühle er sich nicht mehr als Deutscher. "Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher - mein Zuhause ist London", sagte Becker in einem Interview mit der Zeitschrift "Gala".

"Vielleicht habe ich mich als Person unterschätzt"

Boris Becker

Boris Becker sprach kurz vor seinem 50. Geburtstag am 22. November mit der Zeitschrift "Gala"

Hinsichtlich des in Großbritannien gegen ihn laufenden Insolvenzverfahrens spricht er von Lösungsansätzen. "Die Parteien nähern sich in außergerichtlichen Schlichtungsgesprächen an und sind bemüht, eine gütliche Lösung zu finden", sagte Becker der Zeitschrift.

Aus dem jüngsten Wirbel um seine finanziellen Verhältnisse habe er gelernt, sagte Becker. "Vielleicht habe ich auch mich als Person, meinen Namen, meine Marke unterschätzt - was alles passieren kann, wenn Fehler passieren. Das ist eigentlich die größte Lehre, die ich daraus gezogen habe", so der 49-Jährige.

Auch sein Privatleben sei durch die Negativschlagzeilen massiv beeinträchtigt gewesen, weil er sich gegenüber Ehefrau Lilly und seinen Kindern habe erklären müssen, berichtet Becker. "Ich habe mich mit allen meinen Kindern persönlich getroffen und ihre Fragen beantwortet."

Boris Becker schließt Rückkehr nach Deutschland aus

Eine Rückkehr nach Deutschland hält Becker, der seit knapp zehn Jahren in London lebt, für unwahrscheinlich. Er sagte im Rückblick: "Ich bin vor 50 Jahren in Deutschland geboren worden, habe die ersten 17 Jahre eine behütete und beschützte Kindheit erlebt, bis ich am 7. Juli 1985 den Matchball in Wimbledon verwandelt habe. Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen."

Seinen 50. Geburtstag am 22. November wird Becker wohl in London feiern. Seine Frau Lilly sagte jüngst der "Bild am Sonntag": "Wir werden ihn gebührend feiern und ihm einen Tag bereiten, den er nicht vergessen wird."

Lilly und Boris Becker
jum/AFP/DPA