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US Open: Premiere für die Beckers: Boris und Barbara geben gemeinsames TV-Interview

Früher stand er auf dem Platz und sie saß in der Box: Tennis prägte jahrelang das Leben von Boris und Barbara Becker. Am Rande der US Open traf das Ex-Paar jetzt aufeinander und teilte im ersten gemeinsamen TV-Interview viele private Erinnerungen.

Barbara Becker mit den Söhnen Noah und Elias 2003 bei den Gerry-Weber-Open in Halle, Westfalen

Barbara Becker mit den Söhnen Noah und Elias 2003 bei den Gerry-Weber-Open in Halle, Westfalen

Getty Images

Sie zierten gemeinsam Zeitschriften-Cover, waren gern gesehene Gäste auf dem roten Teppich und auch bei Tennis-Matches unzertrennlich. Doch eines haben Barbara und Boris Becker in ihrer acht Jahre währenden Ehe nie gemacht: ein gemeinsames Interview in einem TV-Studio. Das holten die beiden nun am Rande der US Open nach.

Für den Sender Europsport kommentiert der frühere Tennisprofi das Turnier aus New York und seine Ex-Frau Barbara war als Überraschungsgast geladen. "Das sollten wir öfter machen, ich find's cool", sagte Becker, die seit der Scheidung im Jahr 2001 in Florida lebt. Der Kontakt zu ihrem Ex-Mann ist allein schon wegen der beiden gemeinsamen Söhne nie abgerissen. "Ich sehe ihn ständig und wir telefonieren sehr viel", erzählt die 52-Jährige. Bei den US Open war sie allerdings das letzte Mal im Jahr 1997. Damals hatte Boris Becker bereits den Zenit seiner sportlichen Karriere erreicht, 1999 trat er als Spieler zurück.

Becker und seine Ex-Frau erinnern sich in dem Interview an die US Open des Jahres 1995, als der Leimener im Halbfinale gegen Andre Agassi verlor - und das, obwohl Becker seinen Konkurrenten verunsichern wollte, indem er mit Agassis damaliger Freundin Brooke Shields flirtete. "Es war sehr viel Leidenschaft und Emotion auf dem Platz. Etwas, was ich heute ein bisschen vermisse. Bei uns war das anders, wir haben unsere Seele auf dem Platz gezeigt", sagt Boris Becker. Und: Man dürfe nie die Frau an der Seite eines Tenisspielers unterschätzen. "Roger Federer hätte niemals die Erfolge geschafft, wenn er nicht seine Frau Mirka gehabt hätte", glaubt Becker.

Nach Niederlagen konnte Boris Becker eine Woche lang schweigen

Auch seine damalige Frau Barbara wusste genau, was der 51-Jährige als aktiver Spieler brauchte. "Boris hat sich vor wichtigen Matches komplett zurückgezogen. Stunden, manchmal sogar Tage vorher, hat er aufgehört zu sprechen. Ich musste dann in seinen Kopf reinfühlen: Was denkt er gerade? Wie hätte er gern sein Frühstücksei?" Auch nach Niederlagen gab sich der Sportler extrem wortkarg. "Während eines Urlaubs auf Jamaika hat er es geschafft, eine Woche lang gar nicht zu sprechen", erzählt Becker.

Besonders stolz ist Becker auf seine beiden Söhne Noah und Elias, die schon als Kinder mit ihrer Mutter Barbara im Tennisstadion saßen. "Ich habe selten verloren, wenn meine Kinder zugeguckt haben. Ich wollte nicht, dass ihr Vater vor ihren Augen verliert. Sie sind mein ganzer Stolz." Seiner Ex-Frau macht er das Kompliment, die beiden Jungs "hervorragend erzogen" zu haben. Barbara Becker amüsiert mit der Anekdote, dass Boris Becker die Form seiner Füße an seine Söhne vererbt habe. "Ich kenne diese Füße schon so lange und jetzt haben sie meine Kinder auch." Das friedliche Fazit der beiden lautet: "Das Beste, was wir gemacht haben, sind Noah und Elias. Das sehen wir heute genauso wie vor 20 Jahren."

Quellen: Eurosport, Instagram Boris Becker

jum