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BOTSCHAFTERPAAR: Die Borers verabschieden sich aus Berlin

Die Berliner Partyszene muss nun ohne das Glamourpaar auskommen: Mit einem Empfang haben sich der Schweizer Botschafter Thomas Borer-Fielding und seine Frau Shawne aus der Hauptstadt verabschiedet.

Mit einem Empfang haben sich der Schweizer Botschafter Thomas Borer-Fielding und seine Frau Shawne von Berlin verabschiedet. »Die Borers haben nicht nur ein neues Bild der Schweiz vorgestellt, sondern waren auch eine Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens«, bedauerte Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin den Weggang des Paares. Nach einer Reihe von Skandalgeschichten war der 45-Jährige vor zwei Wochen vom Schweizer Außenminister Joseph Deiss abberufen worden. Borer soll ab Ende April im Berner Außenministerium arbeiten.

Glamour-Paar der Berliner Party-Szene

Borer und seine Frau hatten in ihren drei Jahren in Berlin mehrfach für Aufsehen gesorgt. Als Glamour-Paar der Berliner Party-Szene standen sie bei fast allen gesellschaftlichen Anlässen auf der Einladungsliste. Shawne, einst gar Miss Texas, fiel immer wieder mit ihren ausgefallenen und tief dekolletierten Kleidern auf. Zuletzt jedoch sorgte ihr Gatte für Schlagzeilen: Angeblich soll Borer eine Affäre mit einer Berliner Visagistin gehabt haben, wie ein Schweizer Boulevardblatt aufdeckte. Borer bestritt dies vehement und kündigte rechtliche Schritte an.

Bedauern über Weggang

Das allerdings rettete seinen Posten in Berlin auch nicht mehr. Unter den gegebenen Umständen sei Borer als Missionschef nicht mehr tragbar, begründete Außenminister Deiss die Abberufung. Der Botschafter habe sich nicht an die vereinbarten Sprachregelungen gehalten. Der Berliner Partyszene muss nun erst einmal ohne das Glamourpaar auskommen. »Wir sind sehr traurig, dass die beiden Berlin verlassen«, sagte Columbia TriStar-Boss Jürgen Schau. »Es ist ein Jammer«, stöhnte Gräfin Isa von Hardenberg. »Die Borers haben sehr gute Arbeit für ihr Land gemacht«, fügte Friede Springer hinzu.

Wowereit: Die Borers sind »nur schwer zu ersetzen«

Besonders traurig über die Abberufung schien Klaus Wowereit zu sein. Ähnlich wie die Borers schätzt auch er Partys und Empfänge und kennt die beiden deswegen besonders gut. »Sie sind aus der Berliner Gesellschaft nicht wegzudenken und nur schwer zu ersetzen«, sagte er. Borer sei ein »hervorragender Botschafter« gewesen. Mit dem Paar verbinde ihn eine herzliche Beziehung. Dementsprechend fiel die Verabschiedung aus. Wieder und wieder schüttelte Wowereit Borers Hand. Dann fiel ihm Shawne für ein Abschiedküsschen um den Hals.

Die Presse ist schuld

Schuld an der ganzen Affäre, so sind sich die meisten Gäste einig, ist die Presse. »Beim heutigen Boulevardjournalismus müssen wir päpstlicher als der Papst sein«, sagte Monika Griefahn, Vorsitzende des Kultur-Ausschusses des Bundestags. »Die Presse ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und die hat Sehnsucht nach Skandalen«, erklärte Wowereit. »Die Medienlandschaft in Deutschland ist noch gut verfasst, das Niveau in anderen Ländern viel tiefer«, betonte Nida-Rümelin in Anspielung auf die Schweizer Boulevardzeitung, die den angeblichen Sex-Skandal aufdeckte.

»Fotografieren nicht gestattet«

Offensichtlich zog Borer bereits Konsequenzen aus der Geschichte. Die Öffentlichkeit hatte bei dem Abschiedsempfang jedenfalls nichts zu suchen. Zahlreiche Sicherheitsleute schirmten die Prominenz ab. »Fotografieren nicht gestattet«, »Geschlossene Gesellschaft. Nur mit persönlicher Einladung« lauteten die Aufschriften auf Zetteln, die wenig dekorativ auf das Botschaftsgebäude geklebt worden waren.