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Britney Spears: Im Vollrausch ins Krankenhaus

Mehrere Polizei- und Krankenwagen wurden gestern Abend zum Haus von Britney Spears gerufen. Erst mussten die Beamten einen Streit zwischen Spears und ihrem Ex-Mann schlichten, dann wurde die Sängerin, die unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden haben soll, ins Krankenhaus eingeliefert.

Von Frank Siering, L.A.

Am späten Donnerstagabend herrschte Aufruhr vor dem Haus von Britney Spears in Beverly Hills. Mehrere Streifenwagen, die Feuerwehr und ein Rettungswagen fuhren vor. Die Paparazzi lauerten begierig auf Fotos. Der US-Fernsehsender CNN zeigte Livebilder von der Polizeiaktion. Spears hatte der Website tmz.com zufolge ihre Söhne Jayden James (1) und Sean Preston (2) nicht rechtzeitig zu ihrem Ex-Mann zurückgebracht, der das Sorgerecht für die beiden hat. Gegen 23 Uhr Ortszeit seien die Kinder schließlich bei Federline gewesen, berichtet tmz.com.

Fernsehbilder zeigten, wie die 26-Jährige auf einer Trage in einen Krankenwagen gehoben wurde. Sie habe unter dem Einfluss von Drogen, Alkohol oder einer anderen, nicht bekannten Substanz gestanden, sagte Polizeisprecher Jason Lee.

Der Tag hatte für die Sängerin bereits alles andere als gut begonnen. Britney Spears kam mal wieder viel zu spät. Zwei Stunden zu spät. Die Anhörung im Anwaltsbüro von Kevin Federline war für 9.15 Uhr geplant. Aber Mark Kaplan schien nicht zu wissen, dass Frau Spears zu dieser frühen Tageszeit meist noch im Schlafanzug durch ihre Villa hüpft.

Und so wurde aus neun Uhr, zehn und schließlich elf Uhr. Dann gegen 11.30 Uhr endlich fuhr der weiße Mercedes vor. Heraus kletterte Britney Spears. Knallrotes Kleid, wie aus einem Chris de Burgh-Video entstiegen. Ahnungslos, gleichgültig und wie immer in letzter Zeit ein bisschen traurig, stolzierte sie in die Fänge jener, die sie seit Monaten jagen.

Von allen Seiten unter Beschuss

Kaplan, der hochbezahlte Profi-Jurist, der selbst seine eigene Großmutter enterben würde, so er das vor einer TV-Kamera erledigen dürfte, Kevin Federline, Ex-Ehemann von Spears, schmieriger Möchtegern-Rapper und Vater von zwei knuffigen Kindern. Und die Medienmeute. Die Paparazzi. Die Britney nur noch dann fotografieren, wenn sie etwas ganz Außergewöhnliches anstellt. Und was ist bei einer Frau, die sich den Kopf kahlgeschoren hat, ständig Autounfälle baut und höschenlos die Fotografen zum Abschuss geradezu einlädt, noch außergewöhnlich?

Nun also sollte endlich die vielzitierte "Deposition", die unter Eid vorgenommene Erklärung in Sachen Sorgerecht von Britney Spears aufgezeichnet werden. Aber nach 13 Minuten war alles schon wieder vorbei. Britney stakste aus der Kanzlei. Und Kaplan vor die Kameras. Er faselte etwas vom "Leiden seines Mandanten", von einem "neuen Termin", von "nicht genügend Zeit". Und das Spielchen geht weiter.

Britney Spears gleicht auch 2008 nur noch einem tragischen Häufchen Elend. Eine Frau, die seit Monaten am Abgrund steht und - dafür muss man keine psychologischen Gutachter zurate ziehen - längst alle Hoffnung, allen Kampf aufgegeben hat. Dass ihr Anwalt, Sorrell Trope, jetzt auch noch das Handtuch wirft, der dritte Jurist in Folge, ist bezeichnend. Britney Spears hört nicht mehr zu,"sie hat fertig". Warum aber lassen die Jäger sie nicht endlich zufrieden? Warum muss diese Frau einem Skript folgen, das kein Happy Ending kennen kann? "Britney treibt wehrlos dahin. Sie scheint keinen Widerstand mehr leisten zu können", glaubt auch Suzanne Lopez, Hollywood-Psychologin. Ein neuer Anwalt wird vorpreschen, das hohe PR-Profil von Spears für sich zu nutzen wissen. Und Kaplan und Federline werden weiterhetzen. Wie auch die Paparazzi. Denn das ganz große Foto fehlt noch immer. Wenn es so weitergeht, dann müssen die Fotografen nicht mehr lange warten, bis Frau Spears mit Absicht in den entgegenkommenden Verkehr abbiegt.

mit DPA