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Auftritt bei "Das Supertalent": Dieter Bohlen fragt Mädchen nach ihrer Herkunft - immer wieder

Twitter-User diskutieren über einen Auftritt bei "Das Supertalent" vom vergangenen November. Es geht um ein fünfjähriges Mädchen und Dieter Bohlens hartnäckige Fragen zu dessen Herkunft.

Dieter Bohlen hinter dem Jury-Pult bei "Das Supertalent"

Dieter Bohlen hatte in der vergangenen Staffel von "Das Supertalent" eine fünfjährige Kandidatin nach ihrer Herkunft gefragt

Auf Twitter wird derzeit rege diskutiert. Der Anlass: ein Clip aus "Das Supertalent" vom späten November 2018. Das Video zeigt den Auftritt der fünfjährigen Melissa Malandrino aus Herne. Das Mädchen möchte der Jury einen traditionellen thailändischen Tanz präsentieren. Als sie auf die Bühne kommt, legt Dieter Bohlen direkt mit seinen Anmerkungen und Fragen los. "Du siehst aber hübsch aus", sagt er und fragt im Anschluss: "Woher kommst du denn?"

"Herne", stellt die Fünfjährige direkt klar. Die Antwort reicht dem Juroren aber nicht. Also hakt er nach: "Und Mama und Papa? Wo kommen die her? Philippinen?" Melissa versteht die Frage nicht: "Nein. Die kommen auch aus Herne." Warum das Publikum lauthals lacht, scheint das Mädchen nicht zu verstehen. Verunsichert steht es auf der Bühne. Aber Dieter Bohlen versucht es ein drittes Mal, nun bei der Mutter des Mädchens: "Wo kommt ihr her? Aus welchem Land?" Die fünfjährige Kandidatin weiß nicht, worauf der Juror hinaus will und antwortet nur: "Ich weiß es nicht."

Melissa möchte für die "Supertalent"-Jury tanzen

Die damals fünfjährige Melissa trat 2018 bei "Das Supertalent" an

SPD-Politikerin findet das Verhalten von Dieter Bohlen nicht richtig

Das Video des Gesprächs hat Radio- und TV-Journalist Malcolm Ohanwe aktuell auf seinem Twitter-Account hochgeladen und schreibt dazu: "Dieter, Bruder, sie hat dir drei Mal gesagt, dass sie aus Herne ist und du überforderst das Mädel mit der Einwanderungsgeschichte ihrer Großeltern." Unter seinem Posting hat sich eine Diskussion unter den Twitter-Nutzern entwickelt. Einige finden das Nachhaken von Dieter Bohlen nicht richtig: "Richtig unangenehm sich das anzugucken" oder "Herne reicht doch als Antwort völlig aus", finden einige User. Andere finden die Fragen des Jurors dagegen nicht verwerflich: "Was ist daran denn verwerflich? Dieter hat das Mädchen nur freundlich nach ihrem Migrationshintergrund gefragt, da das Outfit, welches sie trägt, augenscheinlich nicht aus der deutschen Tradition stammt. Er hat die Frage ja in keinster Weise abwertend gemeint."

SPD-Politikerin Sawsan Chebli teilt das Video auf ihrem eigenen Account und findet: "Bohlen mag es gut gemeint haben. Es ist aber ein riesiges Problem. Wie soll eine deutsche Identität entstehen, wenn einem das Deutschsein abgesprochen wird, weil man anders aussieht? Es ist nicht lustig. Es ist traurig und es hat fatale Auswirkungen." Auch unter ihrem Posting entwickelt sich eine rege Diskussion. 

Chebli selbst hat einen persönlichen Bezug zu dem Thema. Die 40-jährige Muslima wurde 1978 in West-Berlin geboren und hat seit 1993 die deutsche Staatsangehörigkeit. Sie arbeitet als Staatssekretärin und wurde wegen der Herkunft ihrer Eltern in der Vergangenheit schon selbst angefeindet. Sawsan Cheblis Eltern leben seit 1970 in Deutschland und stammen aus Palästina. 

Verwendete Quellen: Twitter Malcolm Ohanwe / Twitter Sawsan Chebli / Wikipedia

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maf