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Drogenvorwürfe: "Topmodel" Gisele wehrt sich

Sie ist genauso wunderschön wie nervig. Doch hat sie auch ein Drogenproblem? Gisele Oppermann von "Germany's Next Topmodel" ist angeblich von der Schule geflogen, weil sie Drogen an Siebtklässler verkauft hat. Auch in der Show soll sie gekifft haben - doch die umstrittene Kandidatin wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Von Judith Lövenich

Will man es nett ausdrücken, ist sie die Diva unter den Kandidatinnen von "Germany's Next Topmodel". Böse Zungen nennen sie eine Heulsuse. Kaum eine Folge vergeht, in der die extravagante Gisele Oppermann nicht in Tränen ausbricht. Mal ekelt sie sich vor Kakerlaken im Apartment, mal will sie sich als einzige der Mädchen nicht vom Dach eines Hochhauses abseilen. Doch da die schöne Deutsch-Brasilianerin eine der wenigen Kandidatinnen ist, über die sich überhaupt irgendetwas Markantes sagen lässt, ist sie ein gefundenes Fressen für Geschichten und Skandale.

Und jetzt ist er da, der erste Gisele-Skandal: Sie flog vor drei Jahren von ihrer Realschule, weil sie angeblich Drogen an jüngere Schüler verkauft hat. Und damit nicht genug, sie soll auch noch in der laufenden Staffel gekifft haben, wie die "Bild" berichtet. Die Zeitung zitiert eine ungenannte Konkurrentin Oppermanns mit den Worten: "Mehrere von unseren Mädchen haben sie überrascht, wie sie etwas rauchte, was aussah wie ein Joint!"

Was ist dran an den Vorwürfen? Will da nur eine eifersüchtige Ex-Kandidatin Stunk machen? Zumindest, was die Vergangenheit angeht, ist Oppermann eindeutig: Zwar verkündet sie über ihren Sender ProSieben reumütig: "Ich habe als Schülerin Mist gebaut, das war dumm von mir." Doch den Vorwurf des Drogenhandels weist sie entschieden zurück: "Ich habe nie gedealt. Gegen diese Vorwürfe werde ich juristisch vorgehen."

Doch wie passt das zur Aussage ihres ehemaligen Schuldirektors Wolfgang Warnecke, der in der "Bild"-Zeitung ausführlich erläutert, wie die Schulkonferenz Giseles Fall besprach? "Die Schwierigkeit war: Es wurden auch ganz junge Schüler mit reingezogen", sagt Warnecke. "Sie hat auch an die Siebtklässler verkauft! Das fanden wir verwerflich. Es wurde sehr kontrovers diskutiert in der Schulkonferenz. Doch Giseles Schulverweis wurde klar beschlossen."

Schulverweis kein Grund für Show-Verweis

Die Vorwürfe zu ihrer Schulzeit hindern Oppermann jedenfalls nicht daran, weiter darum zu kämpfen Deutschlands nächstes Topmodel zu werden. ProSieben-Unternehmenssprecher Christoph Körfer sagte zu stern.de, dass "Mutmaßungen über ihre Zeit als Schülerin" keinen Einfluss auf den Wettbewerb haben. Für ihn zählt ihr Verhalten während der Show und das sei "tadellos". Anders sähe es allerdings aus, wenn das Model tatsächlich im Umfeld von "Germany's Next Topmodel" einen Joint geraucht hätte. "Drogen am Set sind ein absolutes Ausschlusskriterium."

Kifferei im Model-Haus ist ohnehin schwer vorstellbar. Die Möchtegern-Models sind ehrgeizig bestrebt, bloß nichts falsch zu machen und möglichst viel Sympathie bei Zuschauern, potentiellen Werbekunden und Modelagenturen zu wecken. Viel Gelegenheit hätte Oppermann gar nicht zum Kiffen gehabt. "Die Kandidatinnen werden im Model-Haus permanent betreut, es sind immer Leute von der Produktionsfirma vor Ort", so Petra Dandl, Pressesprecherin von "Germany's Next Topmodel".

Das hält die "Bild"-Zeitung derweil nicht davon ab, zu vermuten, der Haschischkonsum sei Schuld an Giseles häufigen Gefühlsausbrüchen. Ob ihr der Wirbel um die eigene Person auf das Gemüt schlägt, wird man Gisele Oppermann in den nächsten Folgen von "Germany's Next Topmodel" allerdings nicht ansehen können. Die Shows sind bis auf das Finale alle bereits vorproduziert.